Abfallwirtschaft AIK rät: Müll vermeiden, Biotonne besser nutzen

Im Ilm-Kreis fallen in diesem Jahr voraussichtlich über 5000 Tonnen Bioabfall in den Biotonnen an Foto: /Patrick Seeger

Der Abfallwirtschaftsbetrieb des Ilm-Kreises will seine Kunden zur Vermeidung von unnötigem Müll anregen: So kann ein Drittel des Hausmülls als Bioabfall entsorgt und damit kompostiert werden.

Ilmenau - Fast ein Drittel des Restabfalls besteht aus Küchen- und Gartenabfällen, Lebensmitteln – sogenanntem Bioabfall, der an sich kein Müll ist, denn er ist kompostierbar und kann auf Äckern und im Garten eingesetzt werden. Darauf weist der Abfallwirtschaftsbetrieb des Ilm-Kreises (AIK) anlässlich der Europäischen Woche der Müllvermeidung hin.

Im Ilm-Kreis fallen in diesem Jahr voraussichtlich über 5000 Tonnen Bioabfall in den Biotonnen an, die in der Kompostieranlage des Landkreises verarbeitet werden. Hierzu kommt noch einmal mehr als die gleiche Menge an Grünabfällen, zum Beispiel durch Baum- und Strauchschnitt. „Hier gibt es ein großes Potenzial, um Restabfall zu vermeiden“, sagt Ronny Bössel, Betriebsleiter des AIK, und bedauert, dass die Abfallberater des Ilm-Kreises aufgrund der pandemischen Lage aktuell keine Beratungen in Schulen und Kindergärten anbieten können.

Studien hätten gezeigt, dass in Deutschland nach wie vor viele Bioabfälle im Hausmüll landen: 4,5 Millionen Tonnen, die zu Kompost verarbeitet oder für die Gewinnung von Biogas genutzt werden könnten. Generell gilt, dass alle pflanzlichen Küchenabfälle sowie Gartenabfälle im Biomüll entsorgt werden können. Allerdings gibt es Ausnahmen: Öle und Fette dürfen nicht in die Biotonne, ebenso wie Fleischabfälle. Bei Beratungsbedarf helfen die Abfallberater des AIK telefonisch gern weiter.

Hinweise zur Abfallentsorgung bei frostigen Temperaturen gibt der AIK auch: Tückisch wird es für die Biotonne vor allem in den Wintermonaten, denn Bodenfröste haben auch Auswirkungen auf diese Tonne, wenn sie falsch befüllt wird. Frieren Abfälle in den Behältern an, können die Tonnen nicht vollständig geleert werden. Doch das muss nicht sein.

„Generell sollten Bioabfälle wie Laub oder Küchenabfälle nicht feucht in der Tonne entsorgt werden. Besser ist es, die Abfälle abtropfen zu lassen und sie in Zeitungs- oder Küchenpapier einzuwickeln, bevor sie in die Biotonne gegeben werden“, erklärt Ronny Bössel, und hat noch weitere Tipps parat. „Um das Anfrieren der Abfälle zu verhindern, kann die Tonne nach der Leerung mit etwas zusammengeknülltem Zeitungspapier ausgelegt werden, um die Feuchtigkeit zu binden. Auch Pappe eignet sich sehr gut als Zwischenlage.“ So könne verhindert werden, dass die Bioabfälle sich zu stark verdichten. Ist die Tonne einmal voll, sollten keine zusätzlichen Abfälle hineingepresst werden. Denn auch dadurch wird das Festfrieren der Abfälle begünstigt.

Bioplastik-Mülltüten, die oft im Handel angeboten werden, seien hingegen keine Alternative. Einmal im Gebrauch, sind diese auf der Kompostieranlage meist nicht mehr von herkömmlichen Kunststofftüten zu unterscheiden und werden aufwendig aussortiert.

Zeitungspapier sei besser geeignet. Auf Hochglanzpapier oder buntes Papier sollte verzichtet werden, da es schwer kompostierbar ist. Friert trotz der Schutzmaßnahmen bei starkem Frost etwas an, kann man die Abfälle mit einem Spaten vorsichtig von der Innenwand lösen, erklärt Ronny Bössel und weist darauf hin, dass es den Beschäftigten der Entsorgungsunternehmen aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen untersagt ist, die Abfälle in den Behältern mechanisch zu lösen, um eine vollständige Entleerung abzusichern.

Sollte es dennoch vorkommen, dass der Abfallbehälter wegen Frost oder starker Verdichtung nicht vollständig geleert wurde, besteht kein Anspruch auf eine gebührenfreie Nachentleerung durch die beauftragten Entsorger des Ilm-Kreises.

Um Entsorgungsengpässe zu vermeiden, gibt es die Möglichkeit, im AIK Restabfallsäcke für 1,15 Euro (40 Liter) oder 2,00 Euro (70 Liter) und Bioabfallsäcke für 1,50 Euro (120 Liter) pro Stück zu erwerben. Diese können zu den nächsten Entsorgungsterminen neben den jeweiligen Abfallbehältern zur Abfuhr bereitgestellt werden. app

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