A71/Tunnel Eichelberg Brandübung im Autobahntunnel

Steffen Ittig und , aktualisiert am 19.03.2023 - 17:58 Uhr

Der rund 1100 Meter lange  Eichelbergtunnel  der Autobahn 71 war am Samstagnachmittag  in beide Richtungen komplett für den Verkehr gesperrt. Freiwillige Feuerwehren der Region trainierten dort den Ernstfall. Simuliert wurde ein Brand in der Röhre. 

 
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Meiningen - Feuerwehralarm am Samstag um 14.11 Uhr.   Einsatzkräfte der Region werden zu einem Brand in den Eichelbergtunnel der A 71 bei Einhausen/Ritschenhausen gerufen. In der vernebelten Röhre in Richtung Meiningen scheint ein Auto Feuer gefangen zu haben. Was genau dort los ist, muss erst erkundet werden. Es handelt sich zwar zum Glück nur um eine Großübung der Feuerwehren, aber passieren könnte ein solcher Unfall jeden Tag.  

Das Kommando hat Stefan Laube. Der Römhilder Stadtbrandmeister ist in seiner Funktion als Fachberater Tunnel des Landkreises Schmalkalden-Meiningen diesmal der Einsatzleiter.   120 Feuerwehrleute,  rund 35 Fahrzeuge, darunter 13 Feuerwehrautos, sind mit den  Wehren aus Meiningen, Ritschenhausen, Schwarza, Einhausen, Untermaßfeld, Obermaßfeld, Belrieth, Vachdorf, Leutersdorf, Jüchsen, Wolfmannshausen, Neubrunn und Mellrichstadt angerückt. Laube muss schauen, dass die Kräfte am Nord- und Südportal des Tunnels sinnvoll gebündelt und für den Einsatz geordnet werden. Besetzt werden zugleich die Betriebsgebäude, die sich auf beiden Seiten befinden, und wo unter anderem der Umgang mit der digitalen Funktechnik geübt wird. „Schnelles Zusammenstellen der Feuerwehreinheiten ist wichtig, damit nach den Standardeinsatzregeln ‚Lageerkundung, Löschen, Suchen und Retten’ umgehend eingegriffen kann“, beschreibt er die Vorgehensweise. 

Lob für alle Einsatzkräfte

Die Übung konzentrierte sich auf die Brandbekämpfung. Eine Nebelmaschine  kam dabei nicht zum Einsatz. Der Pkw, der in Flammen stand, machte so viel Rauch, dass er problemlos  den Tunnel vernebelte. Das Feuer schnell zu löschen war die zentrale Aufgabe. Es ging nicht darum, Verletzte zu retten, zu versorgen oder zu behandeln. Nach Einschätzung von Laube klappte alles sehr gut: „Die Einsatzkräfte haben eine  großartige    Arbeit geleistet. Da kann man gut drauf aufbauen.“ Die Aktion habe aber auch gezeigt, dass   Dinge verbessert werden können. Als Beispiel nennt der Einsatzleiter die Kommunikation. Da gebe es Optimierungsbedarf. Nicht zuletzt würde man genau deswegen solche Übungen durchführen, um diese Feinheiten auszumachen und zu nivellieren.

Das Feedback zur Übung bekamen die Feuerwehrfrauen- und -männer gleich vor Ort. Als der Einsatz zu Ende     war, folgte   eine Auswertung, bei der zugleich alle Akteure verpflegt wurden. Für die Versorgung zeichnete die Katastrophenschutzeinheit des DRK verantwortlich.  Der Tunnel Eichelberg der A 71 war von 12 bis 18 Uhr gesperrt.

Übungen, bei denen   ein Realbrand     oder andere Unfälle in einem Tunnel nachempfunden werden, sind regelmäßig durchzuführen. Die  Autobahnrichtlinie, die dies festschreibt, sieht einen  fünfjährigen Rhythmus vor.   Für die Wehren der Region war  der Einsatz  am Samstag eine Art  Generalprobe, denn  ab März 2024 wird der Tunnel Eichelberg einer umfangreichen Sanierung unterzogen. Dafür sind zwei Jahre eingeplant. Im Zuge dessen werden die Fahrzeuge  im Begegnungsverkehr jeweils durch eine Tunnelröhre geleitet. Begonnen  wird    mit den Bauarbeiten in der  Röhre in Richtung Mellrichstadt.

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