70 Jahre Freies Wort Suhl feiert: Zeit, dass sich was dreht

Das war ein Festwochenende! Tausende feierten mit Freies Wort den 70. Zeitungsgeburtstag. Die Innenstadt verwandelte sich in eine Partymeile. Als absoluter Publikumsmagnet erwiesen sich die Weisheits mit atemberaubenden Shows am Hochseil.

Dieses Wochenende wird vielen Suhlern und Gästen der Stadt noch lange in Erinnerung bleiben. Selten war die Innenstadt in den vergangenen Jahren so belebt, in den vergangenen zwei Pandemie-Jahren ohnehin nicht. Tausende waren auf den Beinen, zumeist ganz in Familie und erlebten die vielen von unserer Zeitung organisierten und mit zahlreichen Partnern und Sponsoren umgesetzten Show-, Mitmach- und Unterhaltungsangebote zwischen Marktplatz, Mühlplatz und Platz der Deutschen Einheit.

Kamen die Suhler am Freitagabend zum Festauftakt noch zögerlich, so waren der Festivalplatz und die Freitreppen zum Haus der Geschichte am Samstagabend zur großen Antenne Thüringen Party rappelvoll. An die 2000 Besucher, darunter viele Kinder, mögen es gewesen sein, die bei freiem Eintritt die Show der beliebten Moderatoren Jens May und seines Kollegen miterlebten. „Freies Wort“-Redaktionsleiter Markus Ermert nahm auf der Bühne die Glückwünsche zum 70. Geburtstag entgegen und plauderte dabei auch aus dem Redaktions-Nähkästchen. So erinnerte er sich an jene dramatischen Stunden in der Redaktion vor einigen Jahren, als das Produktionssystem am frühen Abend in der kompletten Ausgabe aus unerfindlichen Gründen alle kleinen „i“s verschluckt hatte und erst in letzter Minute ein EDV-Techniker das Problem beheben konnte. „Da gab’s große Panik“, so der Redaktionschef, der sich mit Verweis auf die Mundartausgabe am Samstag auch in Suhler Mundart versuchte, was ihm als Zugezogenen erstaunlicherweise ganz gut gelang.

Zuvor hatten die Kinder beim Kinderflohmarkt den Platz bevölkert und all das angeboten, was sie im Kinderzimmer zu viel wurde. So wie Juliane und die neunjährige Emma aus Suhl, deren Schleich-Tiere regen Absatz fanden. Oder Steffen Schwarz und der achtjährige Sohn Dustin, die extra wegen des Kinderflohmarktes der Sparkasse aus Meiningen nach Suhl gekommen waren. Plüschtiere, CDs, Spiele und Autos liegen auf ihrem Tisch, allerdings nicht lange, dann sind viele Dinge verkauft. „Wir haben das gemeinsam ausgesucht“, sagt der Papa mit Blick auf den Sohn. „Eine schöne Gelegenheit, Platz im Kinderzimmer zu schaffen.“

Höhepunkt des Tages und des Abends sind wie bereits am Freitag die großen Hochseilshows der Geschwister Weisheit. Insgesamt 13 Mitwirkende zählt das Programm, darunter die erst vierjährige Ruby, die im Nachmittagsprogramm zum Erstaunen des Publikums ganz mutig mit dem Opa auf dem Hochseil geht sowie Charly (10) und Lenny (8), die bereits alleine ihre Kunststücke auf dem Seil zeigen. Das nötigt selbst Uropa Rudi Respekt ab, der sich noch an seine Auftritte zu den Pressefesten unserer Zeitung 1982, 84 und 87 in Suhl erinnert. „Suhl hat sich seitdem sehr verändert, aber die Begeisterung der Menschen hier ist geblieben“, sagt er unserer Zeitung. Ja, er sei stolz auf die nächsten Generationen Weisheits, die jetzt auf dem Hochseil stehen. „Es ist ein gutes Gefühl, das zu sehen, pflichtet ihm Ehefrau Edeltraut, bei. Vieles sei heute anders als früher, sagt Rudi Weisheit. „Früher hätte man für eine solche Hochseilanlage -zig Anker in den Boden schlagen müssen. Das braucht man durch Gegengewichte und Lkw als Haltepunkte heute nicht mehr. Deshalb können wir jetzt überall in den Innenstädten aufbauen und auftreten. „ Suhl sei es dennoch etwas Besonderes. „Die lange Seilstrecke über den Herrenteich und der Blick auf die herrlichen Berge ringsum“, schwärmt Rudi Weisheit.

Viele der Zuschauer haben die Truppe bereits in den 1980er Jahren an gleicher Stelle erlebt. Fast andächtig blicken die Menschen nach oben, wo die Artisten mit Fahrrädern und Motorrädern über die Seile fahren, dabei sogar eine Pyramide aus fünf Menschen bilden, einen Spagat oder Rollen zeigen und bis auf den 62 Meter hohen Mast steigen und dort Handstände machen. „Es ist ein tolles Programm. Schön, die Truppe nochmal hier zu sehen. Und das bei freiem Eintritt, was heutzutage nicht selbstverständlich ist“, sagt Klaus Kühner aus Suhl. Auch er war damals bei den Pressefesten dabei. Das Engagement von „Freies Wort“ sei hoch anzuerkennen. Ähnlich sieht es Familie Reuß aus Suhl. Die langjährigen Freies Wort-Leser – in den letzten Jahren digital – können sich den Tag ohne ihre Zeitung nicht vorstellen. „Man wüsste ja sonst gar nicht, was in der Stadt und der Region los ist“, lassen sie den Reporter wissen. „Sehr aufregend“ findet Familie Juschkat aus Dietzhausen die Show. Vor allem, weil die drei Mädels der Familie selbst Turnerinnen sind und die Leistung schätzen können. „Das verlangt schon viel Respekt ab, vor allem vor den Kindern“, sagen sie. Mit einem separaten und überaus interessanten Programm gaben die Weisheits am Samstagnachmittag auf dem Mühlplatz Einblick in die Hochseilartistik anno dazumals.

Von der riesigen Zuschauerresonanz zeigten sich selbst die Veranstalter um Verlagsleiter Pierre Döring überrascht. „Wir haben es uns gewünscht, aber das nach den Jahren der Pandemie dann doch so viele Menschen kommen würden, hätten wir nicht gedacht“, sagt er. Leider stieß das Catering-Konzept bei dem großen Andrang vor allem Samstagabend an seine Grenzen. Zu wenig Personal an den Getränkeständen sorgte für teils lange Wartezeiten, bereits am frühen Samstagabend zur Hauptabendessenszeit gab es weder Bratwürste noch Rostbrätel, wenig später waren auch andere Speisen „aus“, was für Verärgerung sorgte, die Freude über das erlebnisreiche Fest bei bestem Sommerwetter insgesamt allerdings nicht trüben konnte. Mit einem ebenfalls sehr gut besuchten Tag der Vereine klang das Festwochenende am Sonntag aus.

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