Am Abend jenes Tages wurde Graf Wilhelm IV. von Henneberg unterrichtet, dass die Breitunger Bauern das Nonnen- und das Mönchskloster eingenommen hätten. Die Äbtissin sei samt den Nonnen werraaufwärts (zur Zeit des Verfassens des Briefes waren sie in Schwallungen) geflohen, im Männerkloster wäre nur noch der Abt und ein Mönch vor Ort. Die Bauern hätten sich schnell militärisch strukturiert – haben auch Ordnung gemacht, etliche Hauptleute erwählt – und hatten es vor allem auf die Lebensmittel der Klöster abgesehen. Die klösterlichen Wertsachen waren am Tag zuvor in Sicherheit gebracht worden. Gut denkbar, dass genau diese Sicherheitstransporte die Bauern überhaupt erst auf den Plan gebracht hatten, loszuschlagen, bevor nichts mehr zu holen sein würde. Allerdings hätten die Breitunger Bauern sogar angeboten, das Getreide dem Kloster zu bezahlen, ehe es doch andere (der Werrahaufen) nehmen werden.
500 Jahre Bauernkrieg Schmalkalder verweigerten ihrem Landesherrn die Treue
Susann Schönewald 23.07.2025 - 16:19 Uhr