Die Anerkennung steht im krassen Gegensatz zum Leben vor dem Gewaltexzess. Travis fährt nach einiger Zeit wieder Taxi. Zuschauerinnen und Zuschauer bleiben mit dem mulmigen Gefühl zurück, nicht einschätzen zu können, inwiefern der undurchsichtige Travis noch eine tickende Zeitbombe ist.
Regie und Drehbuch
Regisseur Martin Scorsese, der in einer Szene einen (bärtigen) Fahrgast mimt, der am liebsten seine Frau abknallen würde, weil sie eine Affäre mit einem Schwarzen hat, gelingt es, eine intensive Atmosphäre zu schaffen. Gezeigt wird ein heruntergekommenes New York nahe am Bankrott: Manhattan vermaledeit.
Die Bilder ziehen einen hinein in die isolierte und paranoide Welt von Travis. Berühmt ist die Szene zu Hause vor einem Spiegel mit Waffe, Travis im Selbstgespräch, De Niro improvisierend: "Redest du mit mir?" (im Original: "You talking to me?").
Autor Paul Schrader ließ sich für sein Drehbuch von eigenen New-York-Erfahrungen und der Lektüre der Tagebücher von Arthur Bremer inspirieren, der 1972 den demokratischen Politiker George Wallace anschoss.
Die Stars
Neben Robert De Niro als Travis und Cybill Shepherd als Betsy ist Harvey Keitel als windiger Zuhälter zu sehen. Die bei den Dreharbeiten erst zwölf Jahre alte Jodie Foster spielt die Kinderprostituierte Iris. Das sorgte damals für Aufregung, auch wenn in expliziteren Szenen Fosters ältere Schwester als Double zum Einsatz kam. Heute würde das alles wahrscheinlich noch mehr empören.
Foster ("Angeklagt", "Das Schweigen der Lämmer") zeigte jedenfalls eine unglaublich reife Leistung. Sie wurde 1977 für einen Oscar als beste Nebendarstellerin nominiert. Ein psychisch gestörter Foster-Fan verübte 1981 ein Attentat auf US-Präsident Ronald Reagan. Er wollte - im "Taxi Driver"-Wahn - Fosters Aufmerksamkeit gewinnen und sie beeindrucken.
Die Musik
Die Sogwirkung von "Taxi Driver" wird auch durch die Musik von Alfred Hitchcocks kongenialem Komponisten Bernard Herrmann verstärkt. Herrmann ("Psycho", "Vertigo") starb kurz nach dem Ende der Aufnahmen (viel Saxofon-Sound) im Dezember 1975 mit 64 Jahren. Der Film ist ihm posthum gewidmet.