35. Country-Festival Sugar-Daddys waren die Helden am Bergsee Ratscher

Karl-Wolfgang Fleißig

Country-Musik gehört zum Bergsee Ratscher wie ein Pferd zum Cowboy. Von Freitag bis Sonntag hieß es deshalb: Auf zum 35. Schleusinger Country-Festival.

Eine ganze Woche Country-Stimmung herrschte am Bergsee Ratscher, mit Country-Camp und toller Musik. Sie waren zahlreich gekommen, die Fans der Country-Musik, und haben sich in Zelt, Wohnwagen oder einfach nur in einem kleinen Bus gegenüber dem Bergsee eingerichtet. So wie es sich für Cowboys gehört, waren auch Pferde zu sehen, die auf der Koppel friedlich grasten. Am Wochenende stand nun als Höhepunkt das traditionelle Country-Festival an.

Am Freitagabend kam Familie Ullrich Neumann aus Eifahrt aus der Rhön auf dem großen Park- und Rastplatz an und hat ihr Zelt bis Sonntag aufgeschlagen. Die Familie ist mittlerweile das siebente oder achte Mal hier. „Wir zelten gern und sind natürlich auch wegen der Musik hier.“ Gleichzeitig habe man die Möglichkeit, sich familiär zu treffen und gemeinsam zu campen.

Genießen in der großen Gruppe

Eine ganze Gruppe – vom Kind über den Jugendlichen bis zum Erwachsenen – aus Weimar, Steinach, Saalfeld, Gebersdorf, Erfurt, Maar und Obergrunstedt – hatte sich eine Woche lang häuslich niedergelassen. Über 30 Jahre praktiziere man dieses gemeinsame Treffen mit dem Interesse an der Country-Musik. Tanja und Petra aus Coburg, zwei junge Frauen, kamen mit einem VW-Bus, der sie nicht nur zum Bergsee Ratscher gebracht hat, sondern auch zur Übernachtung diente.

Das Wetter am Freitagabend meinte es mit den Akteuren auf der Bühne und den Fans vor der Bühne nicht gerade gut. Teilweise schüttete es nur so vom Himmel, sodass sich erst nach und nach der Platz vor der Hauptbühne etwas füllte. „Wir halten durch – wir sind Wiederholungstäter“, so Besucher aus Pößneck und Jena. Selbst Daniel T. Coates, der inzwischen bereits rund 15 Mal zum Country-Fest aufgetreten ist, meinte zum Wetter: „So schlimm war es noch nicht“. Ja, was ist denn eigentlich ein „Sugar-Daddy“? Die Antwort auf seine Frage lieferte der Sänger gleich nach: „Ein Sugar-Daddy kauft einen Regenschirm oder Regenmantel für die Frau.“

Wetterfest zum Westerntanz

„Schade, dass es die ganze Zeit geregnet hat, trotzdem war die Stimmung bis ein Uhr gut“, ist vom Bergseebetreiber zu vernehmen. Vom Wetter nicht abhalten ließ sich beispielsweise Familie Hösel aus Mittweida, die in wetterfester Kleidung am Freitag und dann bei regenloser Zeit am Samstag den einen oder anderen Westerntanz vor der Bühne hinlegte. Seit drei Jahren sind sie in einem entsprechenden Verein.

Der Samstag stellte sich vom Wetter her wesentlich besser auf, sodass die Fans aus ihren Wahlunterkünften und die Tagesgäste der Country-Szene zuhauf zum Bergsee Ratscher strömten und die Wiesen rund um die Bühne auf Decken, Stühlen oder Bänken belagerten. Den Anfang mit Country-Musik machte Rüdiger Mund – The Rudi Tuesday Band. Die Händler und auch die Tagesgäste seien zufrieden gewesen, ist auch hier wieder im Nachgang zu erfahren.

Ausgelassene Stimmung und ein Hauch von Westernflair lag in den vergangenen Tagen über dem Bergsee Ratscher. Wer ein eingefleischter Country-Musik-Fan und Camper ist, lässt sich von den Wetterkapriolen nicht abschrecken. Wie heißt es doch so schön? Es gibt kein falsches Wetter, nur die falsche Kleidung.

 

Bilder