Ganz in blau... 30 Jahre THW in Suhl

Blaue Fahrzeugparade auf dem Platz der Deutschen Einheit: Der Ortsverband Suhl des Technisches Hilfswerks (THW) feierte dort am Samstag mit einem Familienfest und Technikschau sein 30-jähriges Bestehen. Bei einer vorausgegangenen Festveranstaltung im Oberrathaussaal zeichnete der stellvertretende Landesbeauftragte Martin Wolter Suhler Helfer aus.

Staunend standen viele Besucher des THW-Familienfestes auf dem Platz der Deutschen Einheit am Samstag vor den vielen großen und kleineren blauen Einsatzfahrzeugen. Dass der Suhler Ortsverband über ein solch umfangreiches Reservoire an Einsatztechnik verfügt, das überraschte viele Besucher, die zumeist ganz in Familie kamen, um die geballte Technik zu besichtigen und sich ein Bild von der Arbeit der 82 Suhler Helferinnen und Helfer zu machen. Zumeist stehen die Fahrzeuge und die Technik in den mittlerweile aus allen Nähten platzenden Fahrzeughallen am Sitz des Ortsverbandes auf dem Friedberg. Selten sind sie alle gemeinsam in der Öffentlichkeit zu sehen, so wie an diesem Samstag. Dazu kommt, dass in den vergangnen vier Jahren viele neue Fahrzeuge mit moderner Technik in Dienst gestellt wurden., die erstmals zu sehen waren. Denn der einstige Schwerpunkt manueller Arbeit beim THW hat sich seit Gründung des Ortsverbandes im Laufe der vergangenen Jahrzehnte deutlich hin zum Einsatz von moderner Technik und anspruchsvoller materieller Ausstattung verlagert, die natürlich auch eine immer umfangreichere Ausbildung erfordert. Zudem ist der Suhler Ortsverband mit seinen drei Zügen – zwei technische Züge und ein Fachzug Logistik – der größte im Regionalstellenbereich Erfurt. Und da gibt es einiges zu zeigen.

„ Wir arbeiten nicht bei schönem Wetter“

Vor allem die Kinder kamen auf ihre Kosten. Für sie hatte der Ortsverband auf dem Platz mehrere Mitmach-Stationen mit kindgerechten Quizaufgaben passend zu einzelnben Aufgaben der fachgruppen aufgebaut. Wer alle erfolgreich absolvierte und alle Stempel auf seinem Laufzettel gesammelt hatte, konnte sich einen Preis und eine Urkunde abholen. Da galt es bei der Fachgruppe Versorgung beispielsweise ein Feldbett aufzubauen, Gewürze zu erschnüffeln oder bei der Fachgruppe Räumen kleine Wasserbomben unbeschadet von einem Platz zum anderen zu balancieren. Den ganzen Tag über herrschte reges Treiben, leider immer wieder unterbrochen von kurzen, aber heftigen Regenschauern. Offenbar wirkt in Suhl der Spruch des einstigen, langjährigen Ortsbeauftragten Silvio Volkmann noch nach, der einst feststellte: „Das THW arbeitet nicht bei schönem Wetter!“ Mit Zelten hatten die Helferinnen und Helfer des Ortsverbandes vorgesorgt und trockene Inseln auf dem Platz geschaffen. Zur Verstärkung war auch der Ortsverband Apolda mit seinem Autodrehkran angerückt, der das bei den Kindern so beliebte Kistenstapeln ermöglichte. „Wir sehen den Tag nicht nur als Technikschau, sondern auch als große Chance zur Nachwuchsgewinnung an“, sagt der kommissarische Ortsbeauftragte Ingo Ortlepp. Zwar sei die THW-Jugend in Suhl mit 18 Junghelfern und 15 Junghelferinnen dank aktiver und kontinuierlicher Nachwuchsarbeit sehr gut aufgestellt, doch seien neue Mitglieder herzlich willkommen.

Technikinteressierte Besucher kamen an den Ständen und Fahrzeugen der einzelnen Fachgruppen ins Gespräch und erfuhren dabei von der Arbeit der Helfer. So berichtete Sebastian Döhler, Gruppenführer der Fachgruppe Sprengen, mit vielen Anschauungsobjekten sehr realitätsnah und nachvollziehbar von seinen Aufgaben. Dazu gehört das Sprengen von gefährlich verschlungenen Bäumen im Wald nach Windbruch, von Eisenbahnschienen etwa nach Hochwasserkatastrophen wie im Ahrtal oder auch von halb eingestürzten Gebäuden, die aus Sicherheits- und Zeitgründen nicht mehr betreten oder herkömmlich abgerissen werden können.

Auch wenn die Regenschauer den einen oder anderen potenziellen Besucher von einer Visite abhielten, so zeigten sich Ingo Ortlepp und seine Kameraden am späten Nachmittag dennoch zufrieden mit dem sehr arbeitsreichen, aber auch schönen Tag: „Wir haben uns würdig präsentiert und unsere Arbeit den Leuten vorgestellt. Das war unser Anliegen.“

Autor

 

Bilder