30 Jahre Kreishandwerkerschaft Starke Interessenvertretung des Handwerks

Der Kreishandwerkerschaft (links im Bild Geschäftsführerin Isabell Heidenreich) wurde von der Handwerkskammer die Ehrenurkunde verliehen. Kreishandwerksmeister Foto: HWK

Die Kreishandwerkerschaft feierte ihr 30-jähriges Bestehen. Ein Blick in die Historie warf zur Feierstunde Kreishandwerksmeister Rainer Rudolph.

Meiningen - Begonnen hat es damit, dass sich aus den damaligen Berufsgruppen der einzelnen Gewerke Innungen gründeten, die auf zig Veranstaltungen ihre Obermeister und Vorstände sowie ihre Gesellenprüfungsausschüsse gewählt haben. Das war der erste Schritt auf dem Weg zur Bildung einer Kreishandwerkerschaft (KH).

Die Obermeister der einzelnen Kreise aus dem ehemaligen Bezirk Suhl schlossen sich dann zu sieben Kreishandwerkerschaften zusammen. 1990 waren das Bad Salzungen, Meiningen, Schmalkalden, Suhl, Hildburghausen und Ilmenau. Sonneberg bildete mit Neuhaus am Rennweg gleich eine gemeinsame KH. Durch verschiedene Gebietsreformen wurden recht bald die Kreise Sonneberg und Neuhaus vereint, anstelle von Ilmenau kam Eisenach zu unserem Kammerbezirk dazu und Schmalkalden/Meiningen wurde zu einem Kreis zusammengeschlossen.

Gründung unserer Kreishandwerkerschaft:

Der erste Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Schmalkalden, die sich am 28. Januar 1991 aus zwölf Innungen mit 405 Betrieben in der Gaststätte Simon in Floh-Seligenthal gründete, war Günter Huhn. Geschäftsführer zu dieser Zeit war Helmut Thorwarth.

Wenige Wochen später, am 20. Februar 1991, erfolgte die Gründung der Kreishandwerkerschaft Suhl mit dem damaligen Kreishandwerksmeister Theo Hengelhaupt. Geschäftsführer war hier über viele Jahre hinweg Gerhard Wiedmer.

Kurz darauf taten es die Meininger Kollegen gleich: Am 1. März 1991 wurde die Kreishandwerkerschaft Meiningen mit sieben Innungen und 360 Betrieben gegründet. Erster Kreishandwerksmeister war Heinrich Kamm. Erster Geschäftsführer der KH Meiningen der allseits bekannte Finanzschullehrer Herr Grätzer.

In dieser Zeit wurden auch die IKK Südthüringen sowie auch verschiedene Versorgungswerke unserer Berufsständischen Versicherungen Signal Iduna, Münchner Verein und Inter Versicherung gegründet.

Nach der Gründung des heutigen Landkreises Schmalkalden-Meiningen fusionierten dann am 30. Januar 1997 die Kreishandwerkerschaften Schmalkalden und Meiningen zur Kreishandwerkerschaft Schmalkalden-Meiningen. Die meisten Innungen der bis dahin noch eigenständigen Kreishandwerkerschaften fusionierten ebenfalls, sodass die Weichen für eine noch stärkere Interessenvertretung des Handwerks vor Ort gestellt wurden.

Dieser Kreishandwerkerschaft stand dann Günter Huhn bis zum Jahr 2007 als Kreishandwerksmeister vor. In einer Feierstunde im Februar wurde Günter Huhn in der Kirche im BTZ Rohr Kloster nach 16 Jahren als Ehrenkreishandwerksmeister mit vielen Gästen und Ehrengästen feierlich verabschiedet. Seit dieser Zeit hat Rainer Rudolph diese Aufgabe übernommen.

Geschäftsführer zu dieser Zeit war der heutige Bürgermeister von Floh-Seligental, Ralf Holland Nell. Ab September 2012 bis Mai 2019 lenkte dann Kay Goßmann die Geschicke der Kreishandwerkerschaft. Im November 2019 übernahm Isabell Heidenreich die Geschäftsführung.

Seit 2004 wurde die Kreishandwerkerschaft Schmalkalden-Meiningen zugleich auch Sitz des Landesinnungsverbandes des Maler- und Lackiererhandwerks Thüringens und seit 2009 der des Landesinnungsverbandes der Bestatter. Seit 1. Januar 2021 hat nun auch die Landesinnung der Fliesenleger ihren Sitz in Schmalkalden.

Nach umfangreichen Vorbereitungen und einer Vielzahl an Gesprächen fusionierten schlussendlich die beiden noch eigenständigen Kreishandwerkerschaften Schmalkalden-Meiningen und der Stadt Suhl zum 1. Januar 2021 zu der nun vereinten Kreishandwerkerschaft Schmalkalden-Meiningen/Suhl.

Die Kreishandwerkerschaft konnte die Mitgliederzahlen in den letzten Jahren in Summe konstant halten, die Austritte konnten kompensiert und sogar neue Mitglieder gewonnen werden. Die meisten Eintritte konnte die KHS bei den Malern und Lackierern sowie bei den Elektrotechnikern und Tischlern verzeichnen, jedoch konnten auch weitere Innungen einen Zuwachs vermelden. Besondere Freude brachte dabei, dass einige neue Mitglieder zwischen 25 und 40 Jahren sind und somit gezeigt wurde, dass auch junge Unternehmer wieder die Bereitschaft besitzen, sich der Gemeinschaft in der Innung anzuschließen und diese Synergieeffekte zu nutzen. Denn das Handwerk braucht nach wie vor eine starke Interessenvertretung, nicht nur bei Tarifverhandlungen.

Nach der Fusion zählt die Kreishandwerkerschaft 525 Innungsmitglieder in 20 Innungen und weitere 240 Mitglieder zählen die Verbände der Maler und Lackierer und der Bestatter Thüringen.

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