3 Tage Skispringen in Oberhof Der 24-Kilometer-Sprung

Nach dem Alpencup Ende Januar (Foto) wird die Schanze im Oberhofer Kanzlersgrund schon bald für das nächste Skisprung-Event hergerichtet. Foto: Gerhard König

Südthüringen ist auf dem Sprung: Nach dem Continental Cup in Brotterode wird am Wochenende erneut abgehoben. Diesmal 24 Kilometer Luftlinie entfernt – in Oberhof.

Oberhof - Viel besser können in diesen Tagen die Südthüringer Skisprung-Fans eigentlich nicht auf ihre Kosten kommen. Nach dem Continental-Cup-Springen in Brotterode am vorigen Wochenende ist der Freistaat erneut Ausrichter eines Skisprung-Events. Diesmal sogar von gleich zwei Wettkämpfen an einem Wochenende. Der Wermutstropfen hat aber wie schon am Inselsberg einen bekannten Namen: Corona.

Wie bereits in Brotterode dürfen Zuschauer die Wettbewerbe nur virtuell mitverfolgen. Denn Fans sind am Freitag, 26. Februar, beim Deutschlandpokal-Springen der Frauen, Männer und des Nachwuchses auf der Schanzenanlage im Oberhofer Kanzlersgrund genauso wenig zugelassen wie am 27. beziehungsweise 28. Februar beim Fis-Cup-Springen, der 3. Liga unterhalb des Welt- und Continental Cups.

Wer die Flüge der Adler im Fis-Cup live mitverfolgen möchte, muss sich an allen Tagen mit der kostenlosen Handy-App des internationalen Skiverbandes zufriedengeben.

Ausgerichtet werden die drei Sprungtage vom Skiclub Steinbach-Hallenberg. „Wir hätten schon gern Zuschauer in Oberhof dabei gehabt. Aber die Corona-Auflagen verbieten das halt“, meinte Elvira Menz vom Organisationskomitee. „Das ist sehr schade, aber nicht zu ändern.“

Die Schanzenanlage selbst präsentiere sich in einem bestens vorbereiteten Zustand. „Die Voraussetzungen sind gut, und wir sind optimistisch, dass die Wettbewerbe optimal über die Bühne gehen können“, so die Steinbach-Hallenbergerin.

Die Meldeliste für den Deutschlandpokal am Freitag ist noch nicht geschlossen. Noch bis heute Abend können sich Athleten für den fünften Deutschlandpokal in diesem Winter anmelden.

Nach dem offiziellen Training ab 14.30 Uhr wird um 16.30 Uhr der erste von zwei Wertungsläufen gestartet. Startberechtigt sind Jugendliche ab 16 Jahren sowie Frauen und Männer. Die Siegerehrung ist gegen 18 Uhr im Auslauf geplant.

Als Lokalmatador, so viel steht fest, wird etwa Justus Grundmann vom Sportgymnasium Oberhof auf die Schanze gehen. Der Mann vom SC Steinbach-Hallenberg dominierte zuletzt in seiner Altersklasse (AK), der Jugend 17, gewann nahezu alle bisherigen Springen. Auch die Skisprung-Equipe vom WSV 08 Lauscha ist im Deutschlandpokal gut im Rennen. Eric Stolz liegt aktuell in der Altersklasse 16 auf Rang zwei. Ebenfalls hier in den Top Ten: Bruno Brehm (9.) und Elias Glaser (10.).

AK-17-Spitzenreiter Justus Grundmann ist nicht für den Deutschlandpokal-Freitag angemeldet, sondern auch am Wochenende beim Fis-Cup. Am Samstag geht um 11.45 Uhr der erste Wertungssprung der Frauen über die Bühne. Es schließt sich der Finaldurchgang an. Ab 16.45 Uhr treten die Männer zum ersten Wertungsspringen an. Auch hier gibt es einen anschließenden Finaldurchgang. Am Sonntag beginnt der erste Wertungsdurchgang der Frauen um 9 Uhr, während die Männer um 12.15 Uhr in den Wettkampf starten. Die Siegerehrung ist für 14.30 Uhr geplant.

„Beim Fis-Springen haben neun Nationen bei den Herren und sieben Nationen bei den Damen gemeldet“, teilt Elvira Menz mit. Für die 3. Liga des internationalen Skispringens mussten bereits am vergangenen Freitag die namentlichen Meldungen vorliegen.

Für die deutsche Mannschaft starten zwanzig Springer und zwölf Springerinnen. Aber beispielsweise auch die Österreicher und die Franzosen kommen mit teilnehmerstarten Teams nach Oberhof.

Bekannteste Gesichter im deutschen Team sind die beiden ehemaligen Vierschanzentournee-Teilnehmer Justin Lisso vom WSV Schmiedefeld sowie Felix Hoffmann vom Ski- und Wanderverein Goldlauter-Heidersbach. Nach vier Teilnahmen hintereinander wurde der Suhler Hoffmann in diesem Winter nicht für die Vierschanzentournee nominiert. Auch WG-Kumpel Justin Lisso konnte sein Kunststück von 2018 nicht wiederholen.

Mittlerweile sind beide Thüringer Hoffnungsträger in der dritten Skisprung-Liga angekommen. Auch im Fis-Cup läuft es aktuell nicht rund. Am vergangenen Wochenende kam keiner der beiden im österreichischen Villach über einen Mittelfeldplatz hinaus. „Die Sprünge sehen zwar technisch ganz in Ordnung aus, aber es fehlt die Leichtigkeit und die Wirkung. Ich fliege im Moment nicht so schön“, versuchte Felix Hoffmann Anfang des Jahres eine Erklärung für das eigene Formtief. Und Lisso stellte vor wenigen Wochen auf Instagram fest: „Keine Ahnung, was ich bisher gemacht habe, aber es hat definitiv nix mit Skispringen zutun.“

In der Fis-Cup-Gesamtwertung liegen Justin Lisso und Felix Hoffmann derzeit auf Platz 97 beziehungsweise 34.

Diese Lokalmatadoren starten im Fis-Cup:

Felix Hoffmann (Ski- und Wanderverein Goldlauter-Heidersbach)

Justin Lisso (WSV Schmiedefeld)

Justus Grundmann (SC Steinbach- Hallenberg)

Luisa Görlich (WSV 08 Lauscha)

Pauline Heßler (WSV 08 Lauscha)

Alina Ihle (SV Biberau)

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