Dass Feier- und Gedenktage, besonders der Nationalfeiertag, auf sehr unterschiedliche Weise begangen werden, machte Thomas Bischof deutlich. Erstmals ergriff er zur Gedenkveranstaltung, zu der seit Jahren die Freien Wähler Zella-Mehlis an den Gedenkstein anlässlich der Friedlichen Revolution vor dem Zella-Mehliser Rathaus einladen, das Wort. Als eher nüchtern-rational bezeichnete er den Umgang mit dem 3. Oktober, während diese Anlässe in Frankreich oder in den USA mit großen Partys gefeiert werden. Doch warum? Dass wir diesen erst seit 34 Jahren begehen, der in den von ihm genannten Staaten bereits seit Jahrhunderten fest im Bewusstsein verankert ist, ließ er nicht gelten. Wohl aber versuchte er sich an einer Erklärung, die mit fehlendem Bewusstsein verbunden ist, mit der Neigung dazu, vieles als selbstverständlich zu betrachten, das gar nicht selbstverständlich ist. Er selbst nahm sich davon nicht aus, trotz seines politischen Engagements und seines Einsatzes für die Demokratie. Erst durch die Wanderung mit seinem Vater entlang des Grünen Bandes, der unvermittelt von seinen Erfahrungen als Grenzsoldat berichtete, wurde ihm sehr deutlich, dass Frieden und Einheit nicht selbstverständlich sind. „Eine Erkenntnis, die mir vorher nicht wirklich so bewusst war“, gestand er.
3. Oktober in Zella-Mehlis Frieden und Einheit nicht selbstverständlich
Dörthe Lemme 03.10.2024 - 17:30 Uhr