28. Regenbogen-Tour Rund 7500 Euro für krebskranke Kinder

Die 28. Regenbogentour zugunsten krebskranker Kinder und ihrer Familien endete am Samstag in Arnstadt. Hier erwartete die Teilnehmer ein Familienfest auf dem Marktplatz.

Pünktlich auf die Minute um 13.30 Uhr trafen am Samstag die rund 500 Teilnehmer der diesjährigen Regenbogentour zugunsten der Elterninitiative leukämie- und tumorerkrankter Kinder Suhl/Erfurt auf dem Arnstädter Marktplatz ein, wo sie mit Musik und großem Hallo empfangen wurden. Die Spendengelder, die mit der nunmehr bereits 28. Tour gesammelt wurden, sollen vor allem für die Betreuung der Geschwisterkinder tumorerkrankter Kinder eingesetzt werden, wie die Vorsitzende der Elterninitiative, Karin Allstädt, am Rande der Veranstaltung sagt. Insgesamt seien rund 7500 Euro zusammengekommen, hinzu kommen noch Spenden aus dem Kuchenverkauf und von den Stadtwerken Arnstadt. Die offizielle Scheckübergabe finde am 9. Juli im Rahmen eines Sommerfestes in den Helioskliniken in Erfurt statt.

Geschwisterkindern helfen

Mit dem Geld wolle man den Geschwisterkindern Freizeiten, Geschwister-Tage, Workshops und vieles mehr bieten. „Die Geschwister krebskranker Kinder haben viele Fragen zu diesem Thema, die wir ihnen beantworten können. Die Eltern sind verständlicherweise oftmals mit der außergewöhnlichen Situation überfordert“, sagt sie. „Dafür haben wir in unserem rund 90 Mitglieder zählenden Verein ausgebildete Fachkräfte, die den Geschwisterkindern zur Seite stehen“, so Karin Allstädt. Die Eltern hätten oft den Kopf voll mit Sorgen um das erkrankte Kind, „hier springt dann der Verein für die Geschwister ein und bietet ihnen einen Ausgleich zum sorgenvollen Alltag“. Rund 30 bis 40 Kinder und Jugendliche im Alter von null bis 20 Jahren würden pro Jahr mit der niederschmetternden Diagnose Krebs auf der Kinderkrebsstation in Erfurt behandelt, sagt sie.

Die Schirmherrschaft der Regenbogentour hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow übernommen, der in Erfurt die Radfahrer begrüßte. Sie waren am Morgen in Weimar gestartet und sind dann über Erfurt weiter nach Arnstadt geradelt. Wer nicht mit dem Rad fahren wollte oder konnte, konnte mit dem eigens von der DB Regio eingesetzten „Regenbogen-Express“ anreisen. Der Erlös aus den Fahrscheinen wie auch die Startgebühren oder der Erlös aus dem T-Shirt-Verkauf fließen in die Spendenkasse der Elterninitiative.

Trotz Gegenwind

Organisator der Tour, Michael Blanke, dankte der DB Regio für die Bereitstellung des „Regenbogen-Express“ und allen Teilnehmern, die die Strecke von Weimar bis Arnstadt trotz heftigen Gegenwinds mit Bravour gemeistert haben. „Rund 500 Radfahrer haben mitgemacht. Ich bin überwältigt von diesem Ansturm“, sagt er. Auch der Leiter der DB Regio Südost, Wolfgang Weinhold, sei eigens aus Leipzig angereist und mitgeradelt. Auch er richtete ein großes Dankeschön an die Kollegen, die den Sonderzug gefahren haben und an die Teilnehmer.

Blanke dankte der Stadt Arnstadt für die Ausgestaltung des Familienfestes zur Ankunft der Regenbogentour. Im kommenden Jahr werde die Tour in Weimar enden. Deshalb übergab Arnstadts Erste Beigeordnete Diana Machalett das „Staffel-Rad“ an Christina Haensel, die es in Vertretung des Weimarer OBs entgegennahm.

Der Oberarzt für Kinder- und Jugendmedizin im Heliosklinikum Erfurt, Dr. Andreas Lemmer, fahre die Regenbogentour jedes Jahr mit, um die betroffenen Familien zu unterstützen, wie er sagt. Es sei ein tolles Solidaritätsgefühl zu sehen, wie viele sich für diese Tour engagieren. „Das macht unsere Arbeit mit den kranken Kindern etwas leichter. Die Spenden werden die Aufenthaltsbedingungen in der Klinik immer weiter verbessern“, sagt er und erinnerte daran, dass bereits Spielzimmer und Elternwohnungen geschaffen werden konnten. Als man die Regenbogentour 1994 ins Leben gerufen habe, sei die Bundeswehr als Partner im Boot gewesen. Das Bataillon sei inzwischen verlegt worden, nun habe man mit der Deutschen Bahn einen neuen Partner im Boot. „Darüber bin ich sehr froh und Michael Blanke zu großem Dank verpflichtet, dass wir die Familien mit diesem schweren Schicksal weiter unterstützen können.“

Rad für besondere Anlässe

Mit geradelt war am Samstag auch Jens Lüttch aus Mohlsdorf mit seinem „Pedderson“, seinem auffälligen „Rad für besondere Anlässe“, wie er sagt. Für ihn als passionierten Radfahrer sei es selbstverständlich, die Aktion zu unterstützen.

Auf dem Arnstädter Marktplatz hatte die DB Regio, die die Tour neben vielen anderen Sponsoren unterstützte, neben Glücksrad und Tombola auch eine kleine Eisenbahn aufgebaut, mit der vor allem die kleinen Besucher ihre Runden drehen und dabei Gutes tun konnten. Wenn Jürgen Bellwitz das Zeichen gab, setzte Lokführer Michael Schubert die kleine Bahn in Bewegung – jeweils drei Runden dauerte eine Fahrt. Die beiden Bahnmitarbeiter unterstützten diese Aktion gerne ehrenamtlich, wie sie sagen.

Familie Möller aus Crawinkel reiste mit dem „Regenbogen-Express“ an, um den Verein zu unterstützen, wie sie sagen. Sigrid Möller engagiere sich schon viele Jahre ehrenamtlich. Jetzt sei sie Rentnerin und mit Enkelkind Niklas und Lebensgefährten Rolf Ballenberger nach Arnstadt gekommen.

Angelika Schick aus Niederreißen hat selbst einen an Krebs erkrankten Sohn. Seit seinem fünften Lebensjahr kämpfe er gegen diese tückische Krankheit, in diesem Jahr werde er 18, erzählt sie. Sie sei selbst Vereinsmitglied, findet die Aktion „immer wieder gut“.

Ballons als Ablenkung

Clown Ecki aus Erfurt modellierte derweil Tiere aus Luftballons und verschenkte sie an die Kinder. Schon seit vielen Jahren sei er dabei, wie er sagt, auch beim Kinderfest der Kinderkrebsstation, bei dem er den kleinen Patienten und Gästen mit seinen Ballons und Hüpfburgen ein wenig Ablenkung schenke.

Der Kulturverein Ichtershausen hatte im Vorfeld 17 leckere Blechkuchen gebacken, den die Vereinsmitglieder am Samstag zugunsten der Elterninitiative verkauften. Der gesamte Erlös fließe in die Spendenkasse, sagte Vereinsmitglied Sylke Schimmer.

Die Stadtwerke Arnstadt hatten für den jüngsten, kleinsten, weitesten, ältesten und größten Teilnehmer Preise ausgelobt. Die Jüngste war anderthalb Jahre alt und fuhr bei Papa im Fahrradanhänger mit, Mattheo war einer der beiden kleinsten selbst fahrenden Radler, der Größte maß 1,92 Meter, der älteste Radler war 77 Jahre alt und am weitesten angereist war ein Paar aus Pinneberg. Für sie alle gab es Arnstadt-Gutscheine im Wert von 30 Euro, um auch die Innenstadthändler zu unterstützen, wie Susanne Uhlworm von den Stadtwerken sagte.

Für die musikalische Umrahmung des Familienfestes auf dem Arnstädter Marktplatz sorgten unter anderem der Fanfarenzug Ichtershausen und die Körnbachtaler Blasmusikanten.

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