220. Bechstein-Geburtstag Eine Rätseltour als Geburtstagsgruß

Antje Kanzler
Man muss schon ganz genau hinschauen, um in den 15 Meininger Schaufenstern der mitwirkenden Geschäfte die goldenen Aufkleber zu finden. „... die trugen goldne Sternlein auf der Brust ...“, steht auf diesem geschrieben. Aus welchem Bechstein-Märchen das Zitat wohl stammt? Foto: Antje Kanzler

Genau vor 220 Jahren kam ein Mann zur Welt, auf den Meiningen bis heute große Stücke hält: Ludwig Bechstein. Ein Märchensymposium sollte ihm an seinem Ehrentag gewidmet sein, musste aber verschoben werden. Wenigstens ein Ratespiel erinnert an den namhaften Märchensammler.

Meiningen - Am 24. November 1801 erblickte in Weimar der spätere Schriftsteller, Archivar, Bibliothekar und Apotheker Ludwig Bechstein das Licht der Welt. Seit er 1810 von seinem Onkel Johann Matthäus Bechstein adoptiert worden war, der ihm ermöglichte, in Meiningen das Gymnasium zu besuchen, sollte sein Lebensweg mit der Stadt Meiningen eng verbunden bleiben. Unter anderem gründete er hier den Hennebergisch altertumsforschenden Verein und veröffentliche die „Chronik der Stadt Meiningen 1676–1834“.

Vor allem durch seine Märchensammlungen erlangte Ludwig Bechstein deutschlandweit Berühmtheit. Auch wenn seine Märchen und Sagen heute nicht mehr so populär sind wie noch im 19. Jahrhundert, wird der Märchensammler und -dichter bis heute insbesondere in Meiningen hoch verehrt, was sich unter anderem in einer Bechstein-Straße, der Ludwig-Bechstein-Grundschule oder dem Bechsteinbrunnen im Englischen Garten widerspiegelt.

Geehrt wird er seit 2001 auch mit einem Märchen- und Sagenpreis, der seinen Namen trägt, und an herausragende Märchenerzähler, Verleger oder Illustratoren vergeben wird. Die Preisverleihung erfolgt anlässlich des Thüringer Märchen- und Sagenfests, das eigentlich dieser Tage mit einer ganzen Reihe vielfältiger, spannender, kurzweiliger Veranstaltungen das Meininger Kulturleben bereichern sollte. Hätte sich nicht gerade wieder eine heftige Corona-Welle über das Land gebreitet. Fast alle Programmpunkte des Märchen- und Sagenfests sind nun ins kommende Frühjahr verschoben worden, darunter auch der Höhepunkt des Festivals, das Märchensymposium. Das hätte just am 24. November stattfinden sollen, passend zum 220. Geburtstagsjubiläum des Märchensammlers. Es sollte jetzt einfach nicht sein. Doch immerhin bleibt als Geburtstagsgruß ein Bechsteinsches Märchenrätsel, das sich die Meininger Stadt- und Kreisbibliothek ausgedacht und in Zusammenarbeit mit der Meiningen GmbH umgesetzt hat. An 15 Schaufenstern von Innenstadthändlern sind Zitate versteckt, die aus Bechstein-Märchen stammen. Doch man muss wirklich ganz genau hinschauen, um die goldenen Aufkleber alle zu finden. Und man sollte sich auch mit den Bechsteinschen Märchen auskennen – oder eben noch mal nachlesen. Wer bei diesem Entdecker- und Rätselspaß für Groß und Klein mitmachen möchte, bekommt Teilnahmekarten in der Bibliothek, in der Touristinformation oder in Geschäften. Darauf sollte vermerkt werden, welches Zitat in welches Märchen passt. Dann wandert die Karte in die Sammelbox in der Touristinformation oder Bibliothek. Und mit etwas Glück kommt man dadurch in den Genuss eines märchen- oder sagenhaften Preises. Das hätte Ludwig Bechstein bestimmt gefallen. any

 

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