2. Handball-Bundesliga Ein Hexer im Kasten

Starker Auftritt: ThSV-Schlussmann Johannes Jepsen. Foto: /Marco Wolf

Traumstart für den ThSV Eisenach: Thüringens beste Männerhandball-Mannschaft gewinnt zum Saisonauftakt bei einem Aufstiegsanwärter.

Bietigheim - Das war schon mal eine Ansage! Der ThSV Eisenach hat die Zweitliga-Saison mit einem 29:26 (14:13)-Erfolg bei der vom einstigen Weltklasse-Handballer Iker Romero trainierten SG BBM Bietigheim eröffnet und damit einen Start nach Maß ins neue Spieljahr erwischt. „Unsere Abwehr inklusive der Torwartleistung und unser schnelles Spiel nach vorn waren die entscheidenden Faktoren“, resümierte der vom TSV Hannover-Burgdorf an die Wartburg gekommene Rückraumspieler Malte Donker. Manager René Witte frohlockte: „Vor dem ersten Spieltag weiß man ja nie so richtig, wo man steht. Bei einem Aufstiegsanwärter mit einem neuen Trainer haben wir voll konzentriert aufgespielt. Mein Kompliment geht daher an unser gesamtes Team. Dieser Sieg sollte nun alle Fans animieren, zum Heimspielauftakt am Freitagabend gegen Altmeister VfL Gummersbach in die Werner-Aßmann-Halle zu kommen.“

Aus der geschlossenen Mannschaft ragte in Bietigheim ein Spieler he-raus, den die Eisenacher im Sommer vom TuS Nettelstedt-Lübbecke losgeeist hatten: der in Flensburg aufgewachsene Torhüter Johannes Jepsen. Seine Fangquote von 39 Prozent (16 Paraden) animierte sogar den Hallensprecher, dem Keeper der Gäste kurz vor der Schlusssirene ein Kompliment auszusprechen: „Unglaublich, was dieser Torhüter hält.“ Auch die 787 Zuschauer würdigten den Auftritt des Ballfängers mit Applaus. „Die Abwehr hat mir viel geholfen“, gab der 21-Jährige die Komplimente prompt an seine Vorderleute weiter und ergänzte: „Na klar, wir haben noch gehörig Verbesserungspotenzial. Aber dieser Sieg zum Saisonstart war sehr wichtig für unsere Moral.“

Die Wartburgstädter lagen nach 18 Minuten mit 10:5 vorn, ehe sie Ende der ersten Hälfte in eine Schwächephase gerieten. Als die Partie nach der Pause zu kippen schien (14:16/ 33.), bewahrten die Schützlinge von Trainer Markus Murfuni die Ruhe, behielten ihre Linie bei und gaben dem Duell dank schneller Ballstafetten und intensiver Laufarbeit die vorentscheidende Wende. In der 41. Minute lag der ThSV mit 20:17 vorne, was Rechtsaußen Ante Tokic wie folgt kommentierte: „Diese Phase haben wir gemeistert, das spricht für den Charakter unserer Mannschaft.“

Auch Murfuni war glücklich, denn sein Schachzug, den 21 Jahre alten Fynn Hangstein mit der Aufgabe des Spielgestalters zu betreuen, ging voll auf. Der Neuzugang vom TBV Lemgo Lippe führte klug Regie und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Thüringer den Schwung aus der positiv verlaufenen Saisonvorbereitung mit in die Saison nahmen. „Schön, dass uns das gelungen ist“, sagte Murfuni. „Dass wir in Bietigheim einen Erfolg landen, hatte wohl keiner auf dem Schirm. Das Spiel haben wir mit dem absoluten Willen in der Abwehr gewonnen, mit exzellenten Pässen in der Offensive haben wir entscheidende Nadelstiche gesetzt.“

 

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