2. Gewichtheben-Bundesliga Showdown am Nikolaustag

René Holtmann

Am Nikolaustag treffen in der 2. Bundesliga die beiden noch ungeschlagenen Topteams Böbingen und Gräfenroda aufeinander. Wie sind die Vorzeichen?

Wieder mit dabei: Der tschechische Heber Jakub Bartecek steigert das Niveau enorm. Foto: Pavel Chatterjee

Am Nikolaustag steht in der 2. Gewichtheben-Bundesliga eine wegweisende Begegnung an: In der Gruppe B kommt es zu einer kleinen Vorentscheidung im Kampf um den Gruppensieg. Die beiden noch ungeschlagenen Teams – Tabellenführer Böbingen und der Tabellenzweite SV 90 Gräfenroda – treffen erstmals in dieser Saison direkt aufeinander. Für beide Mannschaften bietet sich damit die Möglichkeit, einen wichtigen Schritt in Richtung Finalteilnahme zu machen.

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Böbingen reist mit einer großen Zahl an Fans ins Wolfstal, was dem Auswärtsauftritt zusätzlichen Rückenwind verleihen dürfte. Die bisherige Saisonbestleistung der Böbinger liegt bei 616,6 Relativpunkten und damit zwar etwas unter der Bestmarke des SV 90 Gräfenroda, der bislang 650,6 Punkte erzielte. Dieser Unterschied ist jedoch vor allem darauf zurückzuführen, dass Böbingen bislang ausschließlich vermeintlich leichtere Gegner hatte und daher die beiden vorgesehenen Positionen für ausländische Gaststarter nicht besetzen musste.

Ein Blick auf die bisherigen direkten Vergleiche beider Vereine zeigt, dass Böbingen in der Vergangenheit meist die Oberhand behielt: Am 22. November 2022 gewann Böbingen mit 557,8 zu 519 Relativpunkten, und auch im Finale der 2. Bundesliga am 26. April diesen Jahres setzte sich die Mannschaft deutlich mit 711,5 zu 669 Punkten durch.

Für den kommenden Wettkampf wird damit gerechnet, dass Böbingen erneut auf eine starke Aufstellung setzt. Neben dem polnischen Spitzenheber Oskar Olubek dürfte auch die Österreicherin Paula Zikowskii zum Einsatz kommen. Ergänzt wird das Team durch die deutschen Athleten Marius Oechsle, Fabian Kluge und Viola Winter, die bereits in dieser Saison überzeugende Leistungen gezeigt haben. Unter der Leitung von Karsten Kluge – erfahrenem Trainerfuchs und ehemaligem Erstbundesligaheber – dürfte die angestrebte Marke von 700 Punkten klar ausgegeben sein.

Auch der SV 90 Gräfenroda geht mit einer schlagkräftigen Formation an die Hantel. Das Team tritt mit den Stammkräften der ersten drei Wettkämpfe an und freut sich besonders über die Rückkehr von Carolin Geuther sowie der beiden tschechischen Athleten Simona Jerabkova und Jakub Bartecek, die jetzt wieder zur Verfügung stehen und das Leistungsniveau deutlich anheben.

In Gruppe 1 wird Lotta Frank gemeinsam mit Angelina Stenzel und der Masters-Vizewelt- und Vizeeuropameisterin Carolin Geuther starten. In Gruppe 2 treten die beiden starken Athletinnen Simona Jerabkova und Tamara Arunovic an. Unterstützt werden sie von Lokalmatador Marc Pfeiffer, einem der aktuell stärksten deutschen Heber. Für das Stoßen ist fest mit Jakub Bartecek zu rechnen, der erfahrungsgemäß im entscheidenden Versuch bereit ist, „alles oder nichts“ zu riskieren und die Last für einen möglichen Punktgewinn oder sogar den Gesamtsieg aufzulegen.