Was bedeuten die Ausschreitungen für Hertha BSC?
Die Krawalle in Dresden sind für den Berliner Club ein echtes Problem. Auch wenn die größere Gewalt möglicherweise von den Dynamo-Fans ausging, war das Fehlverhalten der Hertha-Anhänger offenkundig. Nach Zusammenstößen mit der Polizei beim Schalke-Heimspiel im Januar hatte der Verein eindeutig Partei für seine Anhänger ergriffen. Dieses Bündnis steht nun auf dem Prüfstand.
Die Hertha-Führung könnte ein Glaubwürdigkeitsproblem bekommen. "Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der großen Kritiker. Das ist uns bewusst", sagte Geschäftsführer Peter Görlich. Die Geschehnisse entsprächen nicht seinem "Wertegerüst".
Sportlich sind die Berliner nach dem Sieg wieder auf Kurs. Rechnerisch ist der Aufstieg nach 13 Punkten aus fünf Spielen noch möglich. Ablenkungen darf es nicht geben. "Zuerst müssen wir immer unsere Hausaufgaben machen, wofür das reicht, sehen wir dann", sagte Abwehrspieler Toni Leistner.
Was macht jetzt der DFB?
Der Verband kündigte sofort Ermittlungen durch den Kontrollausschuss an. Sie sind eine Selbstverständlichkeit. Die Eröffnung eines Verfahrens gegen beide Vereine ist zwingend. Und eine Bestrafung ist logisch. Eine saftige Geldbuße wird bei der Historie beider Fanlager vermutlich nicht die einzige Konsequenz sein. Fan-Ausschlüsse sind möglich, sie sind angesichts der laufenden Diskussion um die Verschärfung der Stadionverbotsrichtlinien ein Politikum.
Hertha-Boss Görlich warnte vor einer Pauschalisierung, merkte aber an: "Das, was wir jetzt gerade diskutieren in Sachen Staat und Verbotsrichtlinien, ist die Konsequenz aus solchen Ausschreitungen. Und da muss man sich natürlich schon fragen, wo ist die Argumentationslinie, nicht nur von uns Vereinen, sondern auch von der Szene und von der Fanszene, dass man darüber noch sprechen kann, weil uns gehen dann langsam auch die Argumente aus."