2. Bundesliga Gewichtheben Die Oma ist die Stärkste

Marc Vogel

Das neue und sehr junge Duo Suhl-Schleusingen verliert zum Saisonauftakt in der 2. Bundesliga. Auch der Bundestrainer schaut in Obrigheim zu. Als Nächstes wartet ein Klassiker.

Die neue Kampfgemeinschaft Suhl-Schleusingen: Stefan Buß, Lina Merk, Helena Voigt, William Kühnhold, Isabelle Hoffmann, Marc Vogel und Bundestrainer David Kurch plus Tochter (hinten von links). Vorne: Phoebe Feix, Thomas Geier mit Sohn und Justine Feix. Foto: AC Suhl

Das neu formierte Thüringer Athletenteam Suhl-Schleusingen gab am vergangenen Samstag (20. September) sein Saisondebüt in der 2. Gewichtheber-Bundesliga (Gruppe B). Im ersten Kampf musste sich die Kampfgemeinschaft dem favorisierten SV Germania Obrigheim II deutlich mit 0:3 Punkten und 389,6 zu 556,2 Relativpunkten geschlagen geben.

Nach der Werbung weiterlesen

Trotz der Niederlage war der Auftritt der Thüringer bemerkenswert: Von insgesamt 36 Hebeversuchen waren lediglich zwei ungültig – ein Beleg für die solide Technik und die Nervenstärke der jungen Mannschaft. Auffällig ist zudem der niedrige Altersdurchschnitt. Vier der sechs Südthüringer Athletinnen und Athleten sind noch unter 18 Jahren. Genau darin liegt auch das erklärte Ziel der ausgeweiteten Kooperation zwischen dem AC Suhl und dem ASV Schleusingen: Nachwuchsarbeit auf starkem Niveau.

Auch Luxemburg hebt mit

Obrigheim setzte indes unter anderem auf Mara Strzykala, Mitglied der luxemburgischen Nationalmannschaft. Sie glänzte mit herausragenden 118 Relativpunkten.

Den Auftakt für das Thüringer Team machte Federgewicht Lina Merk, die mit 41 Kilogramm im Reißen und 46 im Stoßen 61 Relativpunkte erzielte. Ihr Bundesliga-Debüt feierte Helena Voigt, Tochter des Suhler Hebers Thomas Geier. Mit 50 kg im Reißen und 60 kg im Stoßen steuerte sie 44 Punkte bei. Für Aufsehen sorgte Phoebe Feix, die eine neue persönliche Bestleistung im Reißen (51 kg) aufstellte und mit 61 kg im Stoßen insgesamt 73 Relativpunkte erreichte – die zweitbeste Leistung des Teams. Überragt wurde sie nur von ihrer Tante Justine Feix, die sich selbst augenzwinkernd als „Oma“ des Teams bezeichnete. Mit 69 kg im Reißen und 81 kg im Stoßen war sie die stärkste Thüringerin und brachte 84 Punkte in die Wertung. Isabelle Hoffmann kehrte nach einer Trainingspause zurück und sammelte mit 60 Kilogramm im Reißen und 79 kg im Stoßen 60 Relativpunkte. Komplettiert wurde das Sextett vom erst 16-jährigen Schleusinger William Kühnhold, der mit einer neuen Bestleistung im Stoßen (135 kg) aufwartete. Er kam zusammen mit 98 kg im Reißen auf starke 67,6 Relativpunkte.

Als Nächstes: Derby in Gräfenroda

Betreut wurde die Südthüringer Mannschaft von Marc Vogel, Thomas Geier (die beide auch als Ersatzheber bereitstanden) und Stefan Buß. Das Trio will die jungen Schützlinge auch in den kommenden Wettkämpfen tatkräftig unterstützen. Einen ganz besonderen Besuch erhielt die Begegnung ebenfalls: Der ehemalige Top-Athlet des AC Suhl und heutige U20/U23-Bundestrainer David Kurch verfolgte den Wettkampf in Baden gemeinsam mit seiner kleinen Tochter live in Obrigheim.

Der nächste Auftritt führt die Kampfgemeinschaft am 18. Oktober nach Gräfenroda. Dort wartet mit dem Thüringer Nachbarn ein besonders schwerer Gegner. Gräfenroda konnte in seinem Auftaktwettkampf beeindruckende 636 Relativpunkte erzielen – unter anderem dank zweier serbischer Nationalheberinnen. Für die Thüringer Nachwuchsathleten bedeutet das eine große Herausforderung, aber auch eine Gelegenheit, weitere Bundesliga-Erfahrungen zu sammeln.