2. Advent im Ilm-Kreis Viel los auf den Weihnachtsmärkten

Berit Richter und Karl-Heinz Scherer

Auch am 2. Advent präsentierte sich der Ilm-Kreis weihnachtlich. Adventsnachmittage und Weihnachtsmärkte gab es unter anderem in Langewiesen, Geschwenda, Elgersburg, Gräfenroda und Schmiedefeld.

Langewiesen

„Heute haben wir alles, was es zu einem perfekten Weihnachtsmarkt braucht“, zeigte sich Moderator Oliver Franke überzeugt, als er Samstagnachmittag in Langewiesen zur offiziellen Eröffnung des Weihnachtsmarktes auf der Bühne Ilmenaus Oberbürgermeister Daniel Schultheiß und Ortsteilbürgermeisterin Ines Wagner begrüßte. Neben den Händlern, die nach zwei Jahren Pause zurückgekehrt waren, den Vereinen mit ihren Angeboten an Speis und Trank, den Kunsthandwerkern im Rathaus und Heinse-Haus sowie den Künstlern auf der Bühne, zählte da auch Petrus dazu, der über Nacht für eine puderzuckerweiße Kulisse gesorgt hatte. „Es ist schön, dass wir endlich wieder unseren Weihnachtsmarkt feiern können, für unsere Bürger und für unsere Gäste, die nicht nur aus der Nachbarschaft kommen“, sagte Ines Wagner und dankte allen fleißigen Helfern im Vorfeld und an den zwei Weihnachtsmarkttagen selbst.

Wer etwas andere Weihnachtsgeschenke suchte und mit kreativen Menschen ins Gespräch kommen wollte, war wie immer im Rathaus und im Heinse-Haus richtig. Zum Beispiel bei Bernd Osinischow aus Sülzfeld und seinen vielfältigen Holzproduktionen. Wie viel Zeit und Mühe in den gedrechselten Mäusen, Glocken, Schalen oder Figuren steckt, der Betrachter konnte es nur erahnen. „Ich war schon öfters hier“, erzählte er. „Es ist schön, dass der Markt nun wieder stattfindet.“ Oder bei Ursula Schadwinkel. Mit ihren Strohsternen gehört die Langewiesenerin quasi schon zum Inventar. Ein Tag Arbeit „und auch mal mehr“ stecke schon in so manchem, besonders aufwendigem Exemplar, beantwortete sie gern die neugierigen Nachfragen. Die notwendigen Techniken hat sie sich selbst beigebracht. „Es ging mir vor allem auch darum, die Tradition zu erhalten“, sagte sie. Gern würde sie ihr Wissen weitergeben, „aber ich finde niemanden, der sich noch dafür interessiert“, bedauert Ursula Schadwinkel.

Auch Regina Döring aus Zella-Mehlis hat sich im Ruhestand der kreativen Betätigung zugewandt. „Ich muss einfach etwas tun“, erzählt sie. In verschiedenen Techniken sind ihre Weihnachtskugeln gestaltet. Dass diese nicht aus Glas sind, mag manchem nicht so bruchsicheren Haushalt entgegenkommen. „Es ist mein Hobby, ich berechne nur den Materialpreis, meinen Zeitaufwand kann man gar nicht berechnen“, meinte Döring, die zum Ostermarkt zum ersten Mal in Langewiesen war und sich auch für den nächsten wieder anmelden will. „Es ist sehr schön hier“, sagte sie. Das sahen auch in diesem Jahr viele Besucher aus nah und fern genauso.

Geschwenda

Auch das Geschwendaer Waldbad hatte Petrus ins passende Weiß getaucht, um vor allem in der einsetzenden Dämmerung für die richtige Adventsstimmung zu sorgen. Dass sich der Waldbadverein auch nach zwei Jahren Pause keine Sorgen um die Besucherzahlen machen musste, zeigte schon der proppenvolle Parkplatz vor den Badtoren. Drinnen konnte vor allem geschlemmt werden. „Es ist schön, dass sich andere Vereine beteiligen und jeder hat sich etwas einfallen lassen“, erzählte Katja Döring vom Waldbadverein. Das reichte von den berühmten „feuchten“ Schwänger Fischbrötchen über Pilzpfanne, Waffeln und Quarkbällchen, die es erstmals gab, bis hin zu Eierpunsch.

„Der Heimat- und Fremdenverkehrsverein, der Faschingsverein, die Angler, die Schützen und die Spielvereinigung Geratal“, zählte Katja Döring als Mitstreiter auf. Kindergarten und Grundschule sorgten für ein unterhaltsames Programm. Zwischendurch waren es die Dörrberger Musikanten, die Weihnachtslieder anstimmten, was auch dem Weihnachtsmann gefiel, der natürlich auch vorbeischaute, sehr zur Freude der Kinder. „Wir danken allen, die uns unterstützt haben, der Gemeinde, dem Bauhof, unseren Sponsoren, den Vereinen und natürlich unseren Mitgliedern und Helfern“, sagte Katja Döring.

Elgersburg

„Wart ihr auch immer artig?“, begrüßte in Elgersburg der Weihnachtsmann die kleinen Besucher des Weihnachtsmarktes. Er hatte sein Domizil in der alten Turnhalle aufgeschlagen und zur Sprechstunde geladen. Gelegenheit für die Knirpse, ihre Wünsche loszuwerden. So auch Greta und Carl. Die beiden wussten genau, was an Heiligabend unter ihrem Weihnachtsbaum liegen soll. Ein Prinzessinnenkleid und eine rosa Taschenlampe für das Mädchen, Legosteine für den Jungen. „Einen Kipper“ wünschte sich hingegen der kleine Anton. Fein säuberlich notierte der Weihnachtsmann alle Wünsche in seinem Buch und sah auch großzügig darüber hinweg, dass nicht jedes Kind ein Lied oder Gedicht konnte. Es sei ja noch ein bisschen Zeit bis Weihnachten, da könnten sie noch üben. Die Eltern spitzten derweil die Ohren, was ihre Sprösslinge dem Weißbärtigem so zuflüsterten. Dann wird es schon klappen, mit den Weihnachtswünschen.

„Bei uns sind es die Vereine, die den Weihnachtsmarkt gestalten“, erzählte der Beigeordnete Heiko Langenhan. „Und das schon seit Jahren.“ Der TSV 1880, der Wintersportverein, die Volkstanzgruppe und die Elgersburger Ritterschaft hatten diesmal die Versorgung übernommen. Nicht nur mit der traditionellen Bratwurst und dem Glühwein beziehungsweise Kinderpunsch. „Bei den Rittern gibt es auch Süßes“, so Langenhan. Und drinnen wartete ein üppiges Kuchenbuffet.

Fürs vorweihnachtliche Programm zeichneten die Elgersburger Blasmusiker und der Kindergarten verantwortlich. „Wir machen den Weihnachtsmarkt vor allem für die Einheimischen, aber ein paar Gäste sind auch gekommen“, erklärte Heiko Langenhan. Er freue sich, dass sich stets die Vereine im Ort so engagiert in die Organisation und Durchführung der Veranstaltungen einbringen, nicht nur beim Weihnachtsmarkt..

Dieser ist nicht das letzte Fest im Ort. „Wir werden auch noch ein Sonnenwendfeuer machen“, blickte Heiko Langenhan voraus. Erstmals nutze man dafür den Platz am Bahnhof, nachdem die bisherige Veranstaltungsfläche nicht mehr zur Verfügung stehe. Auch dort sei aber fürs leibliche Wohl bestens gesorgt.

Gräfenroda

Gartenzwerg trifft Weihnachtsmann, so hätte man das kleine Adventsfest rund um das weihnachtlich geschmückte Haus Grevenrot und die Zwergstatt in Gräfenroda umschreiben können. Drinnen im Laden hatten sich Weihnachts- und Schneemänner unter die Zwerge gemischt und warteten auf kaufwillige Kunden, draußen an den Ständen ließ man sich Süßes, Deftiges, Glühwein und Feuerzangenbowle schmecken. Eingeladen hatte der Heimatverein Gräfenroda, dessen Ausstellungen zur Orts- und Industriegeschichte im Heimatmuseum ebenfalls besichtigt werden konnten.

Schmiedefeld

Seit Jahren ist der Adventsmarkt fest im Kulturprogramm Schmiedefelds eingeplant. Nach der Corona-Pause war es in diesem Jahr wieder soweit. Während auf dem Marktplatz der Kirmesverein aus Schmiedefeld schon den Rost angeschmissen hatte und in großen Kesseln der Glühwein und andere Heißgetränke auf Temperatur gebracht wurden, erfreuten sich Schmiedefelder und Gäste am bunten Programm, ausgeklügelt durch die Mitglieder des Heimat-und Theatervereins in Zusammenarbeit mit den Grundschülern des Ortes, Musikern und der Kirchgemeinde in der Erlöserkirche. Pastorin Petra Lehner begrüßte die Besucher im Gotteshaus, das bis auf den letzten Platz gefüllt war.

Peter Engelhardt vom Heimat- und Theaterverein ließ es sich nicht nehmen, die große Schar an Besuchern zu begrüßen. Er verwies darauf, dass die Einnahmen der ganzen Veranstaltung dem Kirchenbauverein zur Verfügung gestellt werden. Das Geld soll für die Kirchenfassade und die Heizung der Kirche verwendet werden.

Kellermanns kleine Musikertruppe hatte die Weihnachtsnoten gegen moderne Noten getauscht. Weihnachtliche Kirchenklänge kamen passend zur Veranstaltung von der Orgel. Dazu stimmte der große Adventschor in der Kirche gern mit ein.

Die Grundschulkinder des Ortes gaben das Märchen vom „Wolf und den sieben Geißlein“ zum Besten. Mit Lisa Rose, Marianne Grimm und Franziska Eckhardt haben die kleinen Schmiedefelder das Stück einstudiert. Die Theaterstücke vom hiesigen Theaterverein waren ebenfalls gefragt. Den Text zum Theaterstück „Der Wilddieb“ gab es musikalisch von Marianne Grimm und Heiko Pohl. Die Lacher hatten die Laienschauspieler bei der Wiedergabe der selbst geschriebenen Stücke von Peter Engelhardt auf ihrer Seite.

Auf dem Marktplatz traf mittlerweile auch der Weihnachtsmann mit dem Christkind im Pferdeschlitten ein, der seine Geschenke an die Kinder verteilte. Mit dem Ende der Veranstaltung im Gotteshaus füllte sich der „Schmittfeller Matt“, also der Schmiedefelder Markt, mit Menschen aller Generationen. Und auch das gut beheizte Kirchen-Café, wo die leckeren selbst gebackenen Kuchen auf ihre Abnehmer warteten, füllte sich rascher, als die Damen der Kirchgemeinde Schmiedefelds dachten.

Nach Kutschfahrt, Rummel und gemütlichem Beisammensein leerte sich der Marktplatz nur langsam. Auf den Gesichtern der Macher des „Schmittfeller Adventmatts“ zeigte sich Zufriedenheit und bestimmt auch beim Kirchbauverein, denn im Klingelbeutel am Ausgang der Kirche klapperte es weniger, als es raschelte. Ein besonders Dankeschön richtete Marianne Grimm an Waltrud Schneider, deren fleißigen Hände nicht nur die Kostüme der Theaterkinder schufen.

 

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