Das Fossil vereine Merkmale verschiedener Sauropoden-Gruppen: Einige Skelettteile ähnelten dem afrikanischen Giraffatitan, andere – vor allem an den Rückenwirbeln – Diplodocus und dessen nordamerikanischen Verwandten.
Wichtige Ergänzung bisheriger Fundstellen
Oliver Rauhut betont die Bedeutung des Fundes für die Forschung. „Unser Wissen über die Evolution der Sauropoden der oberen Jurazeit beruht bisher ganz überwiegend auf vielen Fossilfunden aus Nordamerika und anderen Fundstellen auf der nördlichen Halbkugel. Auf den südlichen Kontinenten gab es lange Zeit nur eine einzige bedeutende Fundstelle in Tansania.“
Die Fossilfundstelle des Bicharracosaurus dionidei in der argentinischen Provinz Chubut liefere nun wichtiges Vergleichsmaterial, um das Bild von der Entwicklungsgeschichte dieser Tiere insbesondere auf der Südhalbkugel zu ergänzen und neu zu bewerten, erklärt Rauhut.
Mischung aus Brachiosauriden und Diplodociden
Ungewöhnlich ist die Mischung an Merkmalen, die Rauhut und sein bei diesem Jura-Sauropoden feststellten. Seine Rückenwirbel und einige andere Merkmale ähneln denen des Diplodocus und anderer Vertreter der Diplodocoidea aus Nordamerika – einer der beiden Gruppen der Neosauropoden.
Andere anatomische Merkmale passen dagegen eher zu den Brachiosauriden, zu denen Brachiosaurus, aber auch Giganten wie der Giraffatitan aus Afrika gehörten.
Der neu entdeckte Langhalssaurier könnte damit relativ nahe an der Basis dieser beiden großen Sauropodenlinien stehen. Die Paläontologen sehen Bicharracosaurus aber eher als engen Verwandten der frühen Brachiosauriden.
Neues Puzzleteil der Entwicklungsgeschichte
„Unsere stammesgeschichtlichen Analysen des Skeletts weisen darauf hin, dass Bicharracosaurus dionidei mit den Brachiosauriden verwandt war“, erläutert Reutter. Damit ist das neue Fossil einer der ältesten Nachweise dieser Sauropodengruppe in Südamerika.
„Die Fossilfundstelle in der argentinischen Provinz Chubut, aus der Bicharracosaurus dionidei stammt, liefert uns damit wichtiges Vergleichsmaterial, damit wir unser Bild von der Entwicklungsgeschichte dieser Tiere insbesondere auf der Südhalbkugel laufend ergänzen und neu bewerten können“, konstatiert Rauhut.