Es muss 1953 oder 1954 gewesen sein, als der junge Walter Reinhardt das 1925 erbaute Freibad Näherstille vor den Toren Schmalkaldens übernahm. Eine vergleichsweise moderne Badeanstalt mit einer weitläufigen Liegewiese, Umkleidekabinen, und einem großen Bassin mitsamt Fünf-Meter-Sprungturm. Das Becken hatte mit fast 50 Metern olympische Maße, aber das Wasser war aus heutiger Sicht in etwa so olympiareif, wie das der Seine bei den Spielen von Paris anno 2024. Das trübte die Badelust der Schmalkalder keineswegs.