1. Sonneberger Volleyballclub Keine Zeit für eine Meisterfeier?

Von der Bezirksliga bis zur Regionalmeisterschaft: Die Mädchen und Damen des 1. Sonneberger VC 2004 überzeugen auf ganzer Linie. Warum?

Lassen trotz des bereits feststehenden Meistertitels auch im letzten Saisonspiel nichts anbrennen: das Team Sonneberg IV um Trainer Rainer Kökow (hinten, rechts). Foto: SVC

Obwohl die Saison noch nicht ganz beendet ist, steht seit dem 21. März fest, dass die Damen IV des 1. Sonneberger Volleyballclubs 2004 (SVC) die Meisterschaft in der Bezirksliga Süd-Ost gewonnen haben und damit in die Verbandsliga Süd aufsteigen können. Grund dafür ist ein Patzer des direkten Konkurrenten aus Meiningen, der an diesem Tag wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenspitze liegen ließ. Doch anstatt sich auf dem Erfolg auszuruhen, wollte das Team des SVC im vorletzten Saisonspiel noch einmal ein klares Zeichen setzen.

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Gegen den SV 1860 Oberweißbach zeigten die Sonnebergerinnen eindrucksvoll, warum sie verdient an der Spitze stehen. Von Beginn an dominierten sie das Spielgeschehen. Präzise Aufschläge, eine stabile Annahme und druckvolle Angriffe ließen den Gegner kaum ins Spiel kommen. Satz eins und zwei gingen deutlich an die SVC-Mädels (25:9, 25:4). Im dritten Satz schlichen sich zwar Unkonzentriertheiten ein, doch in den entscheidenden Momenten behielt das Team von Trainer Rainer Kökow die Nerven und sicherte sich den letzten Satz, wenn auch knapp, mit 25:23.

Sachsenmeister – eine Nummer zu groß?

Eine kleine Meisterfeier durfte vor heimischer Kulisse natürlich nicht fehlen. Viel Zeit zum Feiern blieb aber nicht, denn nachdem sich auch die Damenmannschaft V des SVC mit 3:0 gegen das Team aus Oberweißbach durchgesetzt hatten, ging es für mehrere Spielerinnen beider Sonneberger Mannschaften direkt nach Dresden – zur U16-Regionalmeisterschaft. Im Schulsportzentrum direkt an der Elbe trafen die Landesmeister und Vizemeister aus Sachsen und Thüringen aufeinander.

Gleich im ersten Spiel wartete mit dem amtierenden Thüringer Landesmeister, SWE Volley Team, ein bekannter Gegner. Die Spielerinnen aus dem Nachwuchsleistungszentrum der Landeshauptstadt – teilweise sogar schon mit Regionalliga-Erfahrung – stellten die SVC-Mädels wortwörtlich vor eine große Aufgabe. Zwar zeigte das Sonneberger Team viel Einsatz, kämpfte um jeden Ball, hatte immer wieder gute Aktionen, dennoch waren die großgewachsenen Erfurterinnen nicht nur körperlich, sondern auch spielerisch überlegen und setzten sich mit 2:0 durch.

Im zweiten Spiel stand den Spielzeugstädterinnen der aktuelle Sachsenmeister, Dresdner SC 1898, gegenüber. Gegen den Favoriten auf den Regionalmeister-Titel malte sich der SVC im Vorfeld wenig Chancen aus. War es doch eher ein Kampf David gegen Goliath – nicht nur in Bezug auf die Körpergröße. Denn die DSC-Spielerinnen profitieren von der engen Anbindung an den VC Olympia Dresden, der als Bundesstützpunkt und Talentschmiede für den weiblichen Volleyballnachwuchs in Deutschland bekannt ist. Trotz aller Mühen zollte der SVC der überlegenen Physis und Spielstärke der Dresdnerinnen seinen Tribut.

Im letzten Spiel hieß es dann Vizemeister Thüringen gegen Vizemeister Sachsen: 1. Sonneberger VC 04 – L.E. Volleys Leipzig. Da die Leipzigerinnen ebenfalls Niederlagen gegen Dresden und Erfurt einstecken mussten, ging es also nun um die Bronzemedaille. Die Sonnebergerinnen kämpften mit vollem Einsatz, zeigten Leidenschaft und Teamgeist, mussten sich aber auch den Leipzigerinnen als Vierte geschlagen geben. Im Kampf um den Regionalmeistertitel setzte sich Dresden gegen Erfurt durch. Beide Teams qualifizieren sich damit für die Deutsche Meisterschaft in Wiesbaden.

Sonneberg/Damen IV: Evelin Welitschko, Carla Schnelle, Marie Kaiser, Charleen Knortz, Ivana Radenovic, Emmylou Bätz, Lorisa Metallari, Lea Rieder, Kim Herczku, Johanna Schwope, Lina Fischer – Trainer: Rainer Kökow

Sonneberg/U16: Marie Kaiser, Ivana Radenovic, Emmylou Bätz, Lorisa Metallari, Lea Rieder, Johanna Schwope, Lina Fischer, Lucia Fischer, Marie Heymann, Maila-Floris Roth, Sophia Meusel – Trainer: Rainer Kökow