Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Mobilität und Energie

Den Durchblick behalten

Autofahrer sollten in regel- mäßigen Abständen zum Sehtest. Wer zu schlecht sieht, kann trotzdem noch mobil bleiben.



Tübingen - Im Laufe eines Lebens nimmt die Sehleistung ab. Das kann besonders beim Autofahren zu gefährlichen Situationen führen. "Meistens merkt man eine abnehmende Sehkraft erst im Vergleich mit anderen", sagt Helmut Wilhelm, Oberarzt der Universitäts-Augenklinik in Tübingen.

Ein typischer Fall ist zum Beispiel, wenn der Beifahrer die Uhrzeit der Kirchturmuhr ablesen kann, man selbst aber nicht - obwohl das früher kein Problem war. Hinweise können auch Verkehrs- und Nummernschilder geben: "Ein junger Mensch ohne Augenprobleme kann ein Nummernschild aus 40 Meter Entfernung normalerweise problemlos erkennen", sagt Wilhelm. Wem das auch aus einer Entfernung von 30 Meter nicht mehr gelingt, sollte einen Augenarzt aufsuchen. Der führt einen Sehtest durch und verschreibt im Zweifelsfall eine Brille.

Eigentlich müssen Autofahrer einen Sehtest nur einmalig machen: nämlich dann, wenn sie den Führerschein erwerben möchten. Der wird auf Lebenszeit ausgestellt und schreibt keine weiteren medizinischen Kontrollen des Inhabers vor. Der Automobil-Club Verkehr (ACV) rät aber, alle zwei bis drei Jahre einen freiwilligen Sehtest zu machen, um Schwächen rechtzeitig zu erkennen. Zum Fahren wird eine Sehfähigkeit von mindestens 70 Prozent benötigt. Wer die nicht mehr hat, darf streng genommen keinen Pkw mehr führen.

Bei einer Verkehrskontrolle kann eine zu schwache Sehleistung zwar nicht festgestellt werden. Wird ein Fahrer aber in einen Unfall verwickelt, kann ein Gericht ein Gutachten anordnen, das die Sehfähigkeit überprüft. Fällt es negativ aus, können auf den Fahrer hohe Kosten zukommen, bis hin zum Führerscheinentzug - selbst dann, wenn er nicht Unfallverursacher ist.

Wer feststellt, dass er nur nachts schlechter sieht, muss sich erst einmal keine Sorgen machen, sagt Augenarzt Wilhelm. Bis zu einem gewissen Grad sei das ganz normal. Sehr wohl zur Gefahr werden kann aber eine zunehmende Nachtblindheit. Die erkennen Autofahrer zum Beispiel daran, dass sie Abstände nachts zunehmend schlechter einschätzen können.

Wer an einer Rot-Grün-Schwäche leidet, muss sich um die eigene Verkehrstauglichkeit keine Sorgen machen, sagt Annabel Brückmann vom ACV. "Selbst wer die Farben einzelner Verkehrszeichen nicht mehr erkennen kann, kann die Zeichen immer noch anhand von Form und Motiv erkennen", sagt sie. Kein Verkehrszeichen sei ausschließlich durch die Farbe von anderen zu unterscheiden.

Unabhängig von der Sehschwäche gilt: Fahrer müssen selbst einschätzen, ob sie sehtechnisch in der Lage sind, ein Auto zu führen, sagt Brückmann. Traut man sich das nicht mehr zu, gibt es Alternativen: "Der Augenarzt kann in solchen Fällen eine Bescheinigung ausstellen, die den Fahrer zum Führen eines Mofas berechtigt", erklärt die Expertin. Das sind Krafträder, die eine Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde nicht überschreiten.

Auch Radfahren ist laut Roland Huhn, Rechtsreferent des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) selbst bei schlechteren Sehwerten weiterhin möglich. "Schon alleine der geringeren Geschwindigkeit wegen", sagt er.

Autor

Von Nikolas Golsch
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 10. 2015
00:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club Augenärztinnen und Augenärzte Autofahrer HCS Mobilität und Energie Sehschwäche Wilhelm
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Der Herr über die Ampeln: Frank Helbing ist Sachbearbeiter beim Verkehrsmanagement der Stadt Erfurt und hat an der Entwicklung intelligenter Informationssysteme für Autofahrer mitgearbeitet. Fotos: ari

24.10.2015

Auf grünen Wegen schnell ans Ziel

Viele deutsche Städte haben ein Problem mit der Feinstaubbelastung. So auch Erfurt. Allerdings gibt es kaum noch Autos, die aus den Umweltzonen ausgesperrt werden. Elektroautos und eine intelligente Verkehrslenkung könnt... » mehr

Die drei von der Tankstelle der Zukunft: Elke Bouillon und Frank Schnellhardt (rechts) von der Innovationsberatung Innoman bringen das nötige Know-how in der Projektführung und der Beschaffung von Förmdermitteln ein. Martin Eibl lieferte mit seinem Team von HKW das Kästchen, das Ladesäulen für Elektroautos mit dem Stromnetz kommunizieren lässt - für sicheres, schnelles und günstiges Laden.

20.10.2015

Die intelligente Ladung für die Autos der Zukunft

Das Thüringer Konsortium Smart Mobility arbeitet an Produkten, die den Autofahrern den Umstieg auf Elektroautos erleichtern sollen. Intelligente Ladestationen sind da nur ein Baustein. » mehr

Der mutmaßliche Terrorhelfer Ralf Wohlleben antwortet im Münchner NSU-Prozess bereitwillig auf Fragen des Gerichts.

14.01.2016

Wohlleben: "Ich wollte keine Waffe besorgen"

Anders als Beate Zschäpe lässt sich der mutmaßliche NSU-Helfer Ralf Wohlleben im Terror-Prozess befragen. » mehr

NSU Prozess Anwaelte

10.11.2015

NSU-Prozess stockt - Zschäpes Alt-Verteidiger beantragen Entlassung

München - Vor der angekündigten Aussage der mutmaßlichen Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe ist der NSU-Prozess erheblich ins Stocken geraten. » mehr

Die Qual der Wahl: Michael Bickel zeigt die verschiedenen Dämmstoffe, aus denen Hausbesitzer und Bauherren wählen können. Fotos (3): ari

05.11.2015

Warum sich Dämmung doch rechnet

Jahrelang wurden Hausfassaden in Deutschland munter mit Dämmplatten zugeklebt. Dann geriet die Dämmung in Verruf, sogar von der Dämmlüge war die Rede. Energieberater Michael Bickel lässt lieber Fakten sprechen. » mehr

Kraft und Wärme kombiniert: Mit Gasturbinen lassen sich Strom und Wärme für viele Haushalte produzieren. Deshalb hält der Staat sie für förderwürdig. Foto: dpa/Archiv

04.11.2015

Stadtwerke: Mehr Förderung für Kraft-Wärme-Kopplung

Für umweltfreundliche Kraftwerke, die Strom und Wärme zugleich produzieren, soll es 2016 höhere Zuschüsse geben. Aber nicht, wenn sie dabei Kohle verfeuern. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Motorrad Waffenrod Waffenrod

Motorradunfall Waffenrod | 13.07.2020 Waffenrod
» 6 Bilder ansehen

Bad Salzungen

Gesuchte Männer | 13.07.2020 Bad Salzungen
» 5 Bilder ansehen

city skyliner weimar Weimar

City Skyliner in Weimar | 12.07.2020 Weimar
» 12 Bilder ansehen

Autor

Von Nikolas Golsch

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
27. 10. 2015
00:00 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.