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Wissenschaft

West-Nil-Virus bei Vogel in Deutschland entdeckt

Kein Sommer ohne Mücken. Seit 2018 übertragen manche Plagegeister in Deutschland nachweislich auch das West-Nil-Fieber aus den Tropen - vor allem auf Wildvögel. Aber auch Menschen können das Virus über Mückenstiche bekommen.



Stechmücke
Eine Mücke saugt Blut aus der Haut. In Deutschland wurde in dieser Mückensaison der erste Wildvogel mit einer West-Nil-Infektion entdeckt.   Foto: Andreas Lander/dpa-Zentralbild/dpa

In Deutschland wurde der erste Wildvogel mit einer West-Nil-Infektion in dieser Mückensaison entdeckt.

Die Blaumeise sei in der vergangenen Woche im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick tot aufgefunden und im Landeslabor Berlin-Brandenburg untersucht worden, teilte die Senatsverwaltung für Verbraucherschutz mit. Es sei der bundesweit erste Nachweis des Virus in dieser Mückensaison.

Das West-Nil-Virus ist ein aus Afrika stammender Erreger, der durch Zugvögel auch nach Europa verbreitet wird. Hauptsächlich wird das Virus von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Infizierte Mücken können aber auch Säugetiere - vor allem Pferde - und den Menschen anstecken. Vor allem in Südeuropa gibt es seit einigen Jahren mehrere solcher Fälle.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hält Ansteckungen mit der Tropenkrankheit West-Nil-Fieber in Deutschland dauerhaft für möglich. Vor allem längere Sommer mit hohen Temperaturen könnten zu einer verlängerten Saison und einer weiteren räumlichen Ausbreitung beitragen. Der Erreger sei offenbar in der Lage in Deutschland zu überwintern.

Die ersten Nachweise in Deutschland lagen 2018 bei Vögeln und Pferden vor. 2019 gab es in Ostdeutschland im Spätsommer erstmals fünf diagnostizierte Infektionen beim Menschen, die vermutlich auf Mückenübertragung im Inland zurückgingen - in Berlin, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Zuvor hatten allein Reisende Infektionen mitgebracht.

Von Mensch zu Mensch kann das Virus nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht übertragen werden. Hauptwirte bleiben Vögel, bei denen einzelne Arten besonders empfänglich sind. Sie erkranken und verenden eher als andere.

Bei Menschen zeigt bisher nur ein kleiner Teil der Infizierten Symptome. Generell erkranke nur etwa einer von 100 Infizierten schwer, heißt es beim RKI. Menschen in hohem Alter oder mit Immunschwäche gelten als besonders gefährdet. Nach einer Ansteckung entwickelt rund ein Fünftel der Infizierten eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, die etwa drei bis sechs Tage andauert. Der Krankheitsbeginn ist abrupt mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen, Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen verbunden. In seltenen Fällen entwickelt sich eine Gehirnentzündung.

Ärzte sollten vor allem im Sommer und Spätsommer in Gebieten mit Nachweisen für das Virus bei solchen Symptomen auch an West-Nil-Fieber denken, rät das RKI. Einen Impfstoff für Menschen gibt es bisher nicht. Deshalb gilt Mückenschutz als bestes Mittel. Dazu zählen an Orten mit vielen Mücken unter anderem das Tragen von langärmeligen Hemden oder Blusen und langen Hosen, die Anwendung von Sprays, der Gebrauch von Moskitonetzen und Fenstergitter.

© dpa-infocom, dpa:200716-99-815937/2

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Veröffentlicht am:
16. 07. 2020
13:41 Uhr

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16. 07. 2020
13:41 Uhr



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