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Wissenschaft

Was Kälte mit unserem Körper macht

In den kalten Tagen wird gebibbert und gezittert. Doch warum frieren wir eigentlich? Und frieren Dünne eigentlich schneller? Die wichtigsten Antworten.



Frieren im Winter
Der Atem einer Joggerin zeichnet sich im Gegenlicht der aufgehenden Sonne ab.   Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Die Finger werden klamm, Gliedmaßen schmerzen, der Körper zittert: Frieren ist unangenehm, dient aber in der Kälte dem Schutz des Organismus. Doch was passiert dabei eigentlich? Und wird Frauen tatsächlich schneller kalt als Männern?

Warum frieren wir?

In unserer Haut sind Rezeptoren, die ständig messen, wie warm oder kalt es ist. Unser Körper hat eine Temperatur von rund 37 Grad Celsius, und die will er auch halten. Fällt die Außentemperatur unter etwa 15 Grad, greift ein Schutzmechanismus, erklärt Herbert Löllgen, Ehrenpräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Die Blutgefäße der Haut verengen sich, damit nicht zu viel Wärme verloren geht. Der Blutstrom wird zu den überlebenswichtigen Organen und damit zur Körpermitte umverteilt. Das spürt man besonders an Händen, Füßen, Ohren oder Lippen.

Warum bekommen wir eine Gänsehaut und zittern, wenn es kalt ist?

Beides sind Gegenreaktionen auf Kälte. Beim Zittern spannt unser Körper Muskeln immer wieder an. Durch diese Bewegung entsteht dann Wärme. Gänsehaut bekommen wir, weil wir Muskeln auch an unseren Körperhaaren haben. «Das ist also eine Mini-Anspannung dieser kleinen Härchen, die auch alle einen kleinen Muskel um sich haben, was man gar nicht sieht», sagt Löllgen.

Stimmt es, dass Frauen schneller frieren als Männer?

Frauen wird tatsächlich schneller kalt als Männern - aus mehreren Gründen. Männer haben einen höheren Muskelanteil im Körper. Die Muskeln produzieren Wärme und sorgen so dafür, dass einem nicht so schnell kalt wird. Frauen haben außerdem eine dünnere Haut als Männer. Die Dicke der Haut entscheidet darüber, wie viel Wärme wir in unserem Körper speichern können.

Frieren dünne Menschen schneller als dicke Menschen?

Ja. Ein Grund dafür ist der unterschiedliche Anteil von Fett in der Schicht direkt unter der Haut. «Das Fettgewebe hat eine gewisse Isolierschicht», sagt Löllgen. Fett wirkt quasi wie eine Winterjacke, die uns von innen heraus wärmt. Das kommt dicken Menschen besonders an unbedeckten Körperteilen zugute. Da verliert unser Körper laut Löllgen nämlich am meisten Wärme - und dünnen Menschen fehlt dann diese innere Winterjacke. Im Sommer kann das dicken Menschen aber zum Nachteil werden. Dann schwitzen sie nämlich schneller als Dünne.

Hilft Alkohol gegen die Kälte?

Nein, Glühwein und Co. kühlen den Körper sogar ab. Zwar erweitert Alkohol die Blutgefäße in der Haut und fördert so die Durchblutung. Doch dadurch wird einem nur kurzfristig warm. Denn die so entstehende Wärme wird rasch von der Haut an die Luft abgegeben. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) rechnet damit, dass der Alkohol in ungefähr einer halben Flasche Wein die Körpertemperatur um ein halbes Grad senkt. Sie rät, lieber heißen Tee zu trinken. Besonders Ingwertee ist zu empfehlen: Die Scharfstoffe des Ingwers sorgen für eine bessere Durchblutung der inneren Organe - und sorgt für Wärme im Inneren des Körpers.

Veröffentlicht am:
03. 01. 2020
12:44 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
03. 01. 2020
12:44 Uhr



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