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Wissenschaft

Vor 800.000 Jahren: Meteorit schleuderte Glas über die Erde

Vor knapp einer Million Jahren traf ein großer Meteorit auf die Erde. Kleine Glaskörper schleuderten Tausende Kilometer weit durch die Luft. Nun scheint das Rätsel um den Einschlagkrater gelöst.



Meteoriten-Spuren
Tektite mit unterschiedlichen Formen aus Australien. Durch die Wucht des Einschlages wurden die Glaskörper tausende Kilometer weit geschleudert.   Foto: -/Institut für Geowissenschaften, Universität Heidelberg/dpa

Ein großer Meteorit, der vor knapp 800.000 Jahren kleine Glasobjekte über große Teile der Erde schleuderte, schlug vermutlich im heutigen Laos ein. Das schreibt ein internationales Forscherteam in den «Proceedings» der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften («PNAS»).

Die Forscher um Kerry Sieh vom Earth Observatory of Singapore glauben, dass sich der Einschlagkrater unter einer Schicht vulkanischen Gesteins auf dem Bolaven-Plateau im Süden des südostasiatischen Landes befindet.

Fachleuten war schon bekannt, dass vor rund 790.000 Jahren ein Meteorit auf die Erde traf, bei dessen Einschlag irdisches Material schmolz. Es wurde über riesige Entfernungen geschleudert. Dabei erstarrte es zu sogenannten Tektiten - auch Gesteinsgläser genannt. Diese Glaskörper sind über etwa ein Zehntel der Erdoberfläche verstreut, darunter Australien, Südostasien und die Antarktis.

Unklar war bislang aber, wo genau der Meteorit niederging. Trotz intensiver Suche in den vergangenen Jahrzehnten sei der Krater nicht gefunden worden, schreiben die Forscher um Sieh. «Das legt nahe, dass es entweder nie einen Krater gegeben hat, oder dass er verschwunden ist - entweder durch Erosion oder indem er verschüttet wurde.»

Nun wurden die Wissenschaftler auf dem Bolaven-Plateau fündig. Dort gibt es ein großes Feld aus Basaltgestein, dass durch Vulkanismus entstanden ist. Unter dieser dicken Schicht soll der Krater begraben liegen. Ihre These untermauern die Forscher mit mehreren Indizien.

- Bestimmtes Gestein auf dem Plateau passt geochemisch zu den weggeschleuderten Tektiten.

- Die Lavaströme über und nahe dem vermuteten Krater ergossen sich Analysen zufolge erst nach dem Einschlag.

- Sogenannte Schwereanomalien im Boden lassen auf einen 17 mal 13 Kilometer großen Krater schließen.

- Einige Kilometer vom vermuteten Krater entfernt gibt es Steinbrocken, die den Forscher zufolge vermutlich beim Einschlag des Meteoriten ausgeworfen wurden.

Das genaue Alter der Tektite hatten vor knapp vier Jahren Forscher um den Heidelberger Geowissenschaftler Mario Trieloff bestimmt. Die Gruppe hatte nicht nur Tektite aus dem asiatisch-australischen Raum - um die es in der Arbeit von Sieh geht - untersucht, sondern auch welche aus Kanada und Belize (Mittelamerika).

Dabei kamen sie im Fachblatt «Geochimica et Cosmochimica Acta» zu dem Schluss, dass es vor rund 790.000 Jahren mindestens einen weiteren Einschlag gegeben haben muss. Denn die untersuchten Glaskörper sind zwar alle ungefähr zur selben Zeit entstanden. Allerdings weise eine abweichende chemische Zusammensetzung der Glasobjekte aus Belize darauf hin, dass sie bei einem anderen Einschlag entstanden sind.

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
01. 01. 2020
10:29 Uhr

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01. 01. 2020
10:29 Uhr



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