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Wissenschaft

Vögel brüten wegen milder Temperaturen zum Teil früher

Vögel kehren eher aus den Winterquartieren zurück und brüten früher. Es gibt Arten, die können sich an den Klimawandel anpassen. Andere haben damit Probleme. Zum Beispiel der Kuckuck.



Brüten
Eine Amsel sitzt in ihrem gerade fertiggestellten Nest und brütet ihre Eier aus.   Foto: Ingo Wagner/dpa/Archiv

Die Vögel zwitschern laut und bauen zum Teil schon fleißig ihre Nester. Wegen der milden Temperaturen bereiten sich manche Vögel in diesem Jahr früh aufs Brüten vor.

«Das hängt aber von den Arten ab. Amsel und Kohlmeise reagieren flexibler auf die Witterung und legen eher los», sagt Thomas Rödl vom bayerischen Landesbund für Vogelschutz in Hilpoltstein. Auch Zugvögel wie Star, Kranich oder Feldlerche, die im Mittelmeerraum überwintern, kehren wegen des frühen Frühlings eher zurück.

Dieses Phänomen beobachten Vogelexperten schon länger: Im Vergleich zu 1959 kommen diese Zugvögel, Kurstreckenzieher genannt, nach Angaben des NABU-Vogelschutzexperten Lars Lachmann im Schnitt sieben Tage eher aus ihren Winterquartieren zurück. «Eine frühere Rückkehr der Zugvögel führt im Normalfall auch zu einem früheren Brutbeginn dieser Arten.»

Vögel wie Kohl- und Blaumeise können dadurch ihre Fortpflanzungschancen verbessern. «Sie können eine Brut mehr im Jahr einschieben», sagt Rödl. Dadurch könnten sie es auch besser ausgleichen, wenn sie ein Gelege verlieren, erläutert Lachmann. Ob frühes Brüten ein Vorteil sei, hänge aber davon ab, wie sich das Wetter weiterentwickele. Ein Risiko ist zum Beispiel ein später Wintereinbruch im März. «Weniger die Temperatur ist das Kritische. Die Vögel finden nicht genug Nahrung», sagt Rödl. Das könnte im schlimmsten Fall dazu führen, dass Brutpaare ihre Eier aufgeben.

Zurzeit finden die Vögel dank der milden Temperaturen mehr Nahrung. «Insekten sind schon früher wieder aktiv und die Insektenarten, die als erwachsene Tiere überwintern, haben besser überlebt», sagt Lachmann. Aber: Ein wärmeres Klima ist nach Angaben von Rödl nicht zwingend besser. Steigen die Temperaturen, schlüpfen Raupen zum Beispiel früher und können während der Brutzeit den Vögeln nicht mehr ausreichend als Nahrung dienen.

Davon betroffen sind vor allem Zugvögel, die weite Strecken zurücklegen. «Langstreckenzieher, die südlich der Sahara überwintern, fliegen stur nach Kalender und können nicht auf Wetterlagen reagieren und sich entsprechend auch nur viel langsamer an die Klimaerwärmung anpassen», sagt Lachmann.

Für den Kuckuck könnte das künftig fatale Folgen haben: In warmen Jahren könne er zu spät kommen, um seine Eier in fremde Nester zu schmuggeln, weil seine Wirtsvögel früher angefangen haben zu brüten. «Einige Arten können sich schneller an den Klimawandel anpassen als andere», fasst Rödl das Problem zusammen. «Dadurch kommt das ganze Gefüge durcheinander.»

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dpa

dpa

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Veröffentlicht am:
14. 03. 2020
05:05 Uhr

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14. 03. 2020
05:05 Uhr



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