Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wissenschaft

Suche nach Gründen für Riss in Raumkapsel an ISS

Klebstoff und ein Speziallappen sorgen auf der ISS vorerst für Ruhe: Schnell wird damit ein Riss in der angedockten Raumkapsel abgedichtet und Schlimmeres verhindert. Doch was hat das Leck verursacht?



Sojus-Raumkapsel
Das von der ESA veröffentlichte Foto zeigt die Sojus-Raumkapsel, die an der ISS angedockt ist und die Raumfahrer wieder auf die Erde bringen soll.   Foto: ESA/NASA/Alexander Gerst

Nach Abdichten des Risses in einer Sojus-Raumkapsel forschen Experten nach der Ursache des Lecks. Die an die Internationale Raumstation ISS angedockte Kapsel sei vermutlich von einem Mikrometeoriten getroffen worden, sagte ein Vertreter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos.

Aber auch andere Möglichkeiten sollten untersucht werden. Materialprobleme könnten nicht ausgeschlossen werden. An Bord der ISS ist auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst.

In der Nacht auf Donnerstag war in der russischen Kapsel ein rund zwei Millimeter großer Riss entstanden. Er hatte einen Druckabfall in der Raumstation ausgelöst, die in rund 400 Kilometern Höhe die Erde umrundet. Der Vorfall sei für die Besatzung ungefährlich gewesen, betonte Roskomsos. Die Raumfahrer hatten das Leck mit einem klebstoffgetränkten Spezialtuch abgedichtet. «Der Luftdruck ist normal, es wurden auch keine weiteren Risse gefunden», hieß es.

Der deutsche Raumfahrtexperte Ulrich Walter zweifelte daran, dass ein Meteorit den Schaden an der Kapsel verursacht hat. «Vielleicht hat es einen Produktionsfehler gegeben und die Russen haben nicht richtig gearbeitet», sagte er «Spiegel Online». Risse oder Löcher könnten auch durch mechanische Beanspruchung im All entstehen.

Seiner Ansicht nach reicht die bisherige Abdichtung nicht aus, um den Riss dauerhaft zu schließen. «Ein Lappen ist ja nicht ganz luftdicht. Der hält zwar den großen Luftstrom ab, aber ein bisschen lecken wird er trotzdem», sagte Walter. Weitere Reparaturarbeiten seien deshalb dringend notwendig.

Roskosmos betonte jedoch, das Leck sei vollständig abgedichtet. Die Besatzung habe überprüft, ob Luft austrete oder weitere Risse in der Raumkapsel entstanden seien. Dies könne eindeutig ausgeschlossen werden, erklärte die Behörde. Ein Außeneinsatz sei nicht erforderlich. Neue Abdeckungen würden aber geprüft.

Der normale ISS-Betrieb sollte bereits am Freitag wieder aufgenommen werden. Die Sojus-Kapsel, die an der ISS angedockt ist und die Raumfahrer wieder zur Erde bringen soll, könne ohne Probleme weiter verwendet werden, erklärte Roskosmos.

«Gestern hat sich wieder gezeigt, wofür unser Notfalltraining gut ist», twitterte Gerst. Gemeinsam mit der Crew und den Raumfahrtbehörden auf der Erde habe man das kleine Leck schnell finden und verschließen können. Die Raumfahrer werden vor ihrem Einsatz auf mögliche Unfälle minutiös vorbereitet.

Lecks und Risse an der Außenwand der ISS sind nicht ungewöhnlich. Ein winziger Splitter hatte 2014 ein Sonnensegel durchschlagen und nur knapp eine wichtige ammoniakführende Röhre des Solarmoduls verfehlt. Die ISS musste zudem schon mehrfach heranrasendem Weltraumschrott wie etwa Teilen von ausrangierten Satelliten ausweichen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 08. 2018
16:00 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Alexander Gerst Astronautinnen und Astronauten ISS NASA Raumfahrtbehörden Roskosmos Twitter Ulrich Walter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Start von Expedition 61

25.09.2019

Raumschiff bringt Verstärkung zur ISS

Vom Startplatz Nr. 1 flog einst erstmals ein Mensch ins All. Nun gab es den vorerst letzten Abflug von dieser Rampe des Weltraumbahnhofs Baikonur. Und noch etwas war historisch bei diesem Start. » mehr

Startrampe

24.09.2019

Countdown für die Emirate: Erster Astronaut fliegt ins All

Zum ersten Mal schicken die Vereinigten Arabischen Emirate einen Astronauten ins Weltall. Es geht um mehr als um Prestige. Die kleinen, aber reichen Emirate blicken noch viel weiter. » mehr

Raumstation ISS

24.08.2019

Manöver mit unbemannter Kapsel an ISS abgebrochen

Wegen eines technischen Problems an der Internationalen Raumstation ISS haben russische Kosmonauten ein Andockmanöver einer Sojus-Kapsel mit einem Roboter an Bord abgebrochen. » mehr

ISS

15.11.2018

Wie lange wird es die ISS noch geben?

Technikfehler, ein Leck und ein Beinahe-Crash: Die Raumstation ISS kämpft kurz vor ihrem 20. Jubiläum mit großen Problemen. Wie lange hält die Station noch durch? » mehr

Hague und Rogosin

12.10.2018

Russland will schnell wieder bemannte Flüge zur ISS senden

Der Tag nach dem Raketenfehlstart: Experten ermitteln, Flugpläne zur ISS werden neu sortiert. Am Einsatz der Sojus wird jedoch nicht gerüttelt. Wie die kleine Crew um den Deutschen Gerst weiter arbeiten wird, steht in de... » mehr

ISS

06.10.2019

Ausstieg aus der ISS - Astronauten wechseln Batterien aus

Die Raumfahrer auf der ISS haben in den kommenden Wochen viel vor: Weil die Energieversorgung auf dem Außenposten der Menschheit verbessert werden soll, hat das Team ein enormes Arbeitspensum vor sich. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Der Verhocktenumzug zum Abschluss der Kirmes in Tiefenort

Verhocktenumzug Tiefenort |
» 25 Bilder ansehen

Grenzgedenkstätte Point Alpha Rasdorf

Point Alpha Gedenkstätte | 20.10.2019 Rasdorf/Geisa
» 14 Bilder ansehen

Baumesse Suhl

Baumesse Suhl | 19.10.2019 Suhl
» 18 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 08. 2018
16:00 Uhr



^