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Wissenschaft

Studie: Jeder 7. Befragte hat Erfahrung mit Depressionen

Wie gesund sind die Bundesbürger? Die Nako-Langzeitstudie fragt seit 2014 bei Erwachsenen sehr genau nach. Die ersten Ergebnisse klingen nun nicht überraschend, legen aber den Finger in so manche Wunde.



Depressionen
Von 100.000 Befragten der Nako-Studie gaben 10.282 Frauen und 4881 Männer an, in der Vergangenheit schon einmal die Diagnose Depression erhalten zu haben.   Foto: Julian Stratenschulte

Fast jeder siebte Bundesbürger, der bei Deutschlands großer Gesundheitsstudie Nako mitmacht, war schon einmal wegen einer Depression beim Arzt.

Das ist eines der ersten Ergebnisse der Langzeit-Bevölkerungsstudie, die heute in Berlin vorgestellt wurde. 15 Prozent der ersten rund 100.000 Teilnehmer berichteten dabei von einer Diagnose Depression im Laufe ihres Lebens. Die Studie zeige auch, dass Herzkrankheiten keine Männersache sind, sondern auch Frauen selbst in jungem und mittlerem Alter betreffen können, sagte die Nako-Vorstandsvorsitzende Annette Peters der Deutschen Presse-Agentur.

Bemerkenswert sei auch, wie viele Menschen sich nachts durch Verkehrslärm gestört fühlten. Laut Studie nervte dieser Lärm bei geöffnetem Fenster mehr als ein Viertel der Befragten (27 Prozent) ein bisschen, weitere zehn Prozent fühlten sich stark oder sehr stark gestört. Die Auswirkungen von Lärm auf die Gesundheit wollen die Nako-Forscher künftig unter anderem mit Blick auf Bluthochdruck unter die Lupe nehmen.

Nako steht für Nationale Kohorte. Die Gesundheitsstudie mit Erwachsenen zwischen 20 und 69 Jahren ist Angaben der Organisatoren die größte Untersuchung ihrer Art in Deutschland. Sie startete 2014 und soll mit insgesamt 200.000 zufällig ausgewählten Teilnehmern rund 20 bis 30 Jahre laufen. Ergebnisse liegen bisher nur für die ersten 100.000 Teilnehmer vor.

«Die ersten Ergebnisse der Nako-Studie bestätigen, dass Depressionen eine häufige Erkrankung sind», sagt Ulrich Hegerl, Vorstandschef der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Das hätten vorher schon andere große deutsche Gesundheitsstudien in einer ähnlichen Größenordnung ergeben. «Das heißt aber nicht, dass die Erkrankungszahlen steigen. Menschen holen sich heute mehr Hilfe und Ärzte erkennen Depressionen besser. Die Krankheit ist vielen bewusster geworden», ergänzte er.  Sie sei nur lange versteckter gewesen als andere Beschwerden. «Und es bleibt noch viel an Aufklärung zu tun.»

Nako-Chefin Peters bestätigte, dass diese Häufigkeit bei Depressionen zu erwarten war. «Anhand der Studie sieht man aber, wie groß das Problem ist.» Von 100.000 Befragten gaben 10.282 Frauen und 4881 Männer an, in der Vergangenheit schon einmal die Diagnose Depression erhalten zu haben.

Insgesamt zwei Prozent der untersuchten Teilnehmer berichteten darüber, einen oder mehrere ärztlich diagnostizierte Herzinfarkte erlitten zu haben. Bein Männern kam die Erkrankung mit 3,5 Prozent häufiger vor als bei Frauen mit 0,8 Prozent. Herzrhythmusstörungen wurden dagegen bei Männern (10,1 Prozent) und Frauen (10,4 Prozent) ähnlich häufig von Ärzten festgestellt.

«Wir wollen Volkskrankheiten wie Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser verstehen, um sie wirkungsvoller bekämpfen zu können», sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). «Wir könnten beispielsweise erfahren, wie unsere Umwelt und unsere Lebensweise bestimmte Krankheiten beeinflusst. Von dem Datenschatz dieser Gesundheitsstudie werden viele Generationen profitieren.»

Nako-Teilnehmer werden umfassend nach einheitlichen Kriterien untersucht und zu ihren Lebensgewohnheiten befragt. In festen Abständen laden spezialisierte Zentren diese Freiwilligen erneut ein. Die Fördersumme für die Studie liegt nach Nako-Angaben in den ersten zehn Jahren bei rund 256 Millionen Euro. 

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dpa

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Veröffentlicht am:
26. 06. 2019
15:43 Uhr

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dpa

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26. 06. 2019
15:43 Uhr



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