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Wissenschaft

Sonne, Mond und Sterne im August 2019

«Weißt du, wie viel Sternlein stehen?», heißt ein altes Kinderlied. Gezählt hat noch niemand, immerhin abschätzen lässt sich die gigantische Zahl.



Perseiden im Anflug
Der August beschert uns den reichsten Sternschnuppenstrom des Jahres.   Foto: Oliver Berg/Illustration

So mancher findet im Urlaub die Gelegenheit, im Hochgebirge, in einsamen Wüstenregionen oder auf hoher See einen prächtigen Sternenhimmel zu beobachten.

Während in unseren lichtüberfluteten Städten und Siedlungen selbst bei klarem Nachthimmel meist nicht mehr als ein bis zwei Dutzend Sterne zu sehen sind, ist der von irdischen Lichtern, Staub und Dunst ungestörte Nachthimmel von schier zahllosen funkelnder Lichtpünktchen übersät. Etwa dreitausend Sterne kann man dann am nachtschwarzen Firmament erkennen.

Die allermeisten Sonnen im Weltall sind so weit entfernt und deshalb so lichtschwach, dass man sie mit bloßen Augen gar nicht sehen kann. Im mit großen Teleskopen überschaubaren Universum gibt es rund hundert Milliarden Milchstraßensysteme, so genannte Galaxien. Und die großen Galaxien beherbergen je mehrere hundert Milliarden Sonnen. Daraus ergibt sich die enorme Gesamtzahl von vierzig Trilliarden Sternen, eine gigantische Zahl, die sich mit einer Vier gefolgt von 22 Nullen schreibt.

Jupiter und Saturn

Den Abendhimmel beherrschen im August die beiden größten Planeten unseres Sonnensystems, nämlich Jupiter und Saturn. Mit seinem Glanz übertrifft der Riesenplanet Jupiter alle anderen Sterne und Planeten. Nach Einbruch der Dunkelheit sieht man ihn als hellen, weißen Lichtpunkt im Südwesten. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet zurück. Ende August geht er bereits eine Viertelstunde vor Mitternacht unter. Der bleiche, gelbliche aber deutlich erkennbare Saturn steht am Abend am Südhimmel. Zurzeit hält er sich im Sternbild Schütze auf. Sein berühmtes Ringsystem ist allerdings nur in einem Teleskop ab etwa 30-facher Vergrößerung zu erkennen. Vom Morgenhimmel verabschiedet sich der Ringplanet allmählich. Am 31. erfolgt der Saturnuntergang bereits kurz vor zwei Uhr morgens.

Merkus

Mitte August gibt es eine Chance, den flinken und schwierig zu beobachtenden Merkur am Morgenhimmel zu erspähen. Vom 10. bis 20. kann man den Benjamin der Planeten in der beginnenden Morgendämmerung etwa eine halbe Stunde lang tief am Osthimmel ausmachen. Ein gutes Fernglas hilft, Merkur zu finden.

Venus

Venus überholt zur Monatsmitte die Sonne. Von der Erde aus betrachtet befindet sie sich dabei hinter der Sonne. Der Astronom nennt diese Konstellation «obere Konjunktion». In dieser Position erreicht Venus mit 259 Millionen Kilometern ihre größte Entfernung von uns. Da sich unser innerer Nachbarplanet bei der Sonne am Taghimmel aufhält, bleibt er nachts unbeobachtbar. Erst ab Ende Oktober zeigt sich Venus als Abendstern.

Mars

Auch Mars befindet sich am Taghimmel und kann nachts nicht gesehen werden. Ende Oktober taucht der rote Planet am Morgenhimmel wieder auf. Am 26. August passiert Mars den sonnenfernsten Punkt seiner elliptischen Bahn. Ihn trennen an diesem Tag 249 Millionen Kilometer von der Sonne.

Der August beschert uns den reichsten Sternschnuppenstrom des Jahres. Von Monatsbeginn an erscheinen die Meteore der Perseiden Wie der Name sagt, scheinen die Sternschnuppen aus dem Sternbild Perseus zu kommen. Der Höhepunkt der Perseidenaktivität ist in der Nacht vom 12. auf 13. August zu erwarten. Pro Stunde flammen bis zu hundert Meteore auf, darunter auch sehr helle Objekte, Boliden oder Feuerkugeln genannt. Allerdings stört das helle Licht des zunehmenden Mondes die Beobachtung der Sternschnuppen. Ihren Ursprung haben die Perseiden in dem Kometen 109 P/Swift-Tuttle. Mit 60 Kilometer pro Sekunde Eindringgeschwindigkeit sind die Perseiden recht schnelle Meteore.

Mond

Zweimal kommt der Mond im August in Neumondposition: Am 1. wird um 5:12 Uhr Neumond erreicht und am 30. um 12:37 Uhr zum zweiten Mal. Ebenso passiert der Mond zweimal seinen erdnächsten Bahnpunkt: Am 2. ist er morgens 359 400 Kilometer entfernt und am 30. nachmittags nur 357 180 Kilometer. Am Abend des 15. zeigt sich der Mond im Sternbild Steinbock voll beleuchtet. Die exakte Vollmondstellung tritt bereits um 14:29 Uhr am frühen Nachmittag des 15. ein.

Der sommerliche Charakter des abendlichen Fixsternhimmels hat sich gegenüber Juli kaum geändert. Allerdings ist im Vergleich zum Vormonat Arktur im Sternbild Bootes schon tiefer im Westen zu finden. Das Sommerdreieck aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler steht hoch am Südhimmel. Die Wega ist fast senkrecht über unseren Köpfen zu sehen. Der orange Arktur und die bläuliche Wega sind die hellsten Sterne des Nordhimmels. Sie erscheinen als erste in der Abenddämmerung am klaren Himmel. Im Osten ist das Pegasusquadrat aufgegangen. Es wird Herbstviereck genannt, weil es die kommende Jahreszeit angekündigt. Der Pegasus gilt als das Leitsternbild des Herbsthimmels. Herkules, Nördliche Krone und der Schlangenträger sind in der westlichen Himmelshälfte zu sehen.

Saturn

Der Skorpion mit seinem tiefroten Überriesenstern Antares neigt sich im Südwesten dem Untergang zu. Ein wenig nördlich von Antares strahlt bei den Füßen des Schlangenträgers der Riesenplanet Jupiter. Knapp über dem Südhorizont passiert eben der Schütze die Mittagslinie. Im Schützen sieht man den hellen Saturn.

Der Große Wagen sinkt zum Nordwesten herab. Er befindet sich am absteigenden Teil seiner Bahn um den Polarstern. Diametral gegenüber steigt die Kassiopeia, das Himmels-W, empor. Nahe dem Nordhorizont strahlt die gelbliche Kapella im Sternbild Fuhrmann. Besonders günstig ist jetzt ein exotisches Himmelsobjekt zu beobachten, nämlich der Ringnebel im Sternbild der Leier, denn er steht zurzeit hoch am Firmament. In einem lichtstarken Fernglas sieht man zwischen den beiden Sternen Sheliak und Sulafat, dies sind die beiden südlichen Sterne im Leierrhombus, ein kreisrundes Nebelfleckchen. Erst in größeren Teleskopen erkennt man die ringförmige Struktur dieses Gebildes, das lange den Astronomen rätselhaft erschien.

Entdeckt wurde der Ringnebel von dem Kometenjäger Charles Messier am 31. Januar 1779. Er gab ihm die Nummer 57 in seinem inzwischen berühmt gewordenen Katalog nebelhafter Objekte. Eine Woche später erkannte auch Antoine Darquier in Toulouse M 57 in der Leier. In vielen Büchern wird Darquier fälschlicherweise als Erstentdecker genannt. Der Ringnebel ist nichts anderes als die abgeschleuderte äußere Hülle eines alternden Sterns, dessen heißer Sternenkern eine intensive Ultraviolettstrahlung aussendet, die die Nebelhülle zum Leuchten anregt. Auch unsere Sonne wird eines fernen Tages ihre äußere Hülle abstoßen.

Die Sonne

Die Sonne wandert am absteigenden Ast ihrer Jahresbahn. Ihre Mittagshöhen nehmen um gut 9° ab, die Tageslänge verkürzt sich um eindreiviertel Stunden. Am 11. verlässt sie morgens das Sternbild Krebs und wechselt in das Sternbild Löwe, durch das sie bis 17. September wandert. Am 23. August passiert sie Regulus, den Löwenhauptstern. Am gleichen Tag tritt sie mittags in das Tierkreiszeichen Jungfrau.

Veröffentlicht am:
21. 07. 2019
09:28 Uhr

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Autor

dpa

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Veröffentlicht am:
21. 07. 2019
09:28 Uhr



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