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Wissenschaft

Japanische Raumsonde «Hayabusa2» auf Asteroiden gelandet

Japan hat Grund zum Jubeln: Die Raumsonde «Hayabusa2» ist erfolgreich auf einem Asteroiden gelandet. Damit geht die Mission, an der auch deutsche Forscher beteiligt sind, erfolgreich in die nächste Phase.



Japanische Raumsonde
Der Schatten der unbemannten Sonde «Hayabusa2» ist nach deren erfolgreichen Landung auf dem Asteroiden Ryugu zu sehen.   Foto: JAXA/AP

Rund 340 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist die japanische Raumsonde «Hayabusa2» erfolgreich auf dem Asteroiden Ryugu gelandet.

Als heute Signale der Sonde im Kontrollzentrum in Sagamihara nahe der Hauptstadt Tokio eintrafen und die Landung bestätigten, jubelten die anwesenden Forscher und Mitarbeiter, rissen ihre Fäuste in die Luft und umarmten sich. Die unbemannte Sonde soll Material von der Oberfläche sammeln und nach mehrmaligem Aufsetzen auf Ryugu Ende 2020 zur Erde zurückkehren. Die Forscher wollen mit der Mission, an der sich auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beteiligt, den Ursprüngen des Sonnensystems auf die Spur kommen.

«Heute hat eine Hand der Menschheit ein neues Sternchen erreicht», beschrieb Projektmanager Yuichi Tsuda Reportern in blumigen Worten die geglückte Landung der Sonde. Sie sei unter besten Bedingungen und genau wie erwünscht abgelaufen. Die Raumfahrtbehörde konnte zudem vermelden, dass «Hayabusa2» einen kleinen Sprengsatz abgefeuert hat, um einen künstlichen Krater zu formen. Auf diese Weise soll die Sonde Material von dem fernen Himmelskörper aufnehmen. Es werde jedoch noch einige Tage dauern, bis bestätigt werden könne, ob die ersten Proben wie geplant eingesammelt werden konnten, hieß es weiter.

Der Asteroid Ryugu ist besonders kohlenstoffhaltig und gehört damit zu einer häufig vorkommenden Klasse von erdnahen Asteroiden. Frühere Teleskopmessungen hatten vermuten lassen, dass er Wasser enthält. Es besteht die Möglichkeit, dass solche Asteroiden einst mit Einschlägen auf der Erde auch Wasser zu unserem Planeten gebracht haben. Als ungewöhnlich bezeichnen Forscher die eckige Form des Asteroiden. Zudem wurden Krater und große Brocken auf der Oberfläche gesichtet.

Damit gestaltete sich das Navigieren der Raumsonde schwieriger als die Wissenschaftler anfangs gedacht hatten. Um einen Zusammenstoß der «Hayabusa2» mit den großen Brocken auf Ryugu zu vermeiden, wählten die Forscher einen Landeplatz von rund sechs Metern Durchmesser statt eines ursprünglich geplanten Gebietes von 100 Metern Durchmesser. Ursprünglich sollte die «Hayabusa2» bereits im vergangenen Oktober auf Ryugu landen, doch weil sich die Suche nach einem geeigneten Landeplatz so schwierig gestaltete, wurde das Manöver verschoben.

Ein Vorgänger-Modell der «Hayabusa2» hatte bereits 2010 weltweit erstmals Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht. «Hayabusa2» startete im Dezember 2014 in Japan und erreichte nach fast vier Jahren im All im vergangenen Juni ihr Ziel. Ein vom DLR und der französischen Raumfahrtagentur CNES gemeinsam entwickeltes Landegerät namens «Mascot» war im vergangenen Oktober auf Ryugu gelandet und hatte diesen Stunden lang erkundet - bis seine Batterie ausging.

Die von «Mascot» gesammelten Daten könnten wichtige Erkenntnisse über die Entstehung unserer Erde und zur Abwehr von Asteroiden-Einschlägen liefern. Während «Mascot» auf Ryugu bleibt, geht die Mission der Sonde «Hayabusa2» nun weiter. Ryugu steht für den Unterwasserpalast eines Drachenkönigs aus der japanischen Überlieferung.

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dpa

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22. 02. 2019
11:41 Uhr

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