Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wissenschaft

Forscher finden Ebola-Virus erstmals in Fledermaus

Etliche Tausend Menschen fielen dem Ebola-Virus in Westafrika zum Opfer. Jetzt haben Forscher das Virus dort in der Natur nachgewiesen. Das könnte es Experten ermöglichen, mehr über das gefährliche Virus herauszufinden.



Ebola-Virus
Die Aufnahme eines Elektronenmikroskops zeigt ein einzelnes Viruspartikel des Ebola-Virus.   Foto: Frederick Murphy/CDC/AP

Forscher haben das für Menschen hochgefährliche Ebola-Virus erstmals bei einer Fledermaus in Westafrika nachgewiesen.

Weitere Untersuchungen müssten nun ergeben, ob mehr Fledermäuse betroffen sind und wie sie das Virus verbreiten, erklärte das liberianische Gesundheitsministerium. «Diese Informationen werden uns helfen, Strategien zu entwickeln, das Risiko weiterer Epidemien zu reduzieren», hieß es weiter. Antikörper gegen das Virus waren bereits zuvor bei Fledertieren in der Region nachgewiesen worden.

Die Analyse des Genoms habe eine große Übereinstimmung mit dem sogenannten Zaire-Ebola-Virus ergeben, das in Westafrika 2014/2015 den verheerenden Ebola-Ausbruch mit rund 11 000 Toten verursacht habe, erklärte der Virologe Simon Anthony von der Universität Columbia in New York zu dem Fund. «Das ist wichtig, weil wir bislang gar nicht wussten, wie es zu der Westafrika-Epidemie kam», sagte der an der Analyse beteiligte Forscher der Deutschen Presse-Agentur. Nun könne mehr über Ebola herausgefunden werden, auch hinsichtlich der Frage, wie das Virus auf Menschen übertragen werde.

Der Fund ist bislang noch nicht in einer namhaften wissenschaftlichen Publikation veröffentlicht worden, weil die Untersuchungen noch andauern. Bislang sei nur die DNA von rund einem Viertel der Proben von 4000 Tieren aus Liberia analysiert worden, erklärte Anthony. Es sei aber vor allem den Behörden in Liberia wichtig gewesen, die Bevölkerung sofort vor der Tötung und dem Verzehr von Fledermäusen zu warnen. Die tödlichen Folgen des Ebola-Virus seien bekannt. «Daher wäre es falsch gewesen, diesen Fund zurückzuhalten», so Anthony.

Experten nehmen schon lange an, dass Fledermäuse oder Flughunde Träger des Virus und damit der Ausgangspunkt von Epidemien sein können. In Fledertieren Zentralafrikas wurde der Erreger bereits vor Jahren nachgewiesen. Bei der nun als Träger identifizierten Fledermaus in Westafrika handelt es sich um eine Langflügelfledermaus der Art Miniopterus inflatus, die in Höhlen lebt und sich von Insekten ernährt.

Bei hunderten weiteren bislang getesteten Fledermäusen konnte das Virus allerdings nicht bestätigt werden. Damit könnte es sein, dass das Tier sich zufällig bei einem anderen Wildtier ansteckte, die Art normalerweise aber kein Reservoir für den Erreger ist.

Das Gesundheitsministerium in Monrovia forderte alle Liberianer auf, keine Fledermäuse mehr zu jagen, zu töten oder zu essen. In Liberia, das einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt gehört, dienen Wildtiere wie Fledermäuse häufig als Nahrung.

In Liberia sind seit dem Ende der Westafrika-Epidemie - die vor allem Guinea, Sierra Leone und Liberia getroffen hatte - keine Ebola-Erkrankungen mehr bekannt geworden. Im Ost-Kongo gibt es derzeit den bislang zweitschwersten Ausbruch des hämorrhagischen Fiebers. Dort sind bereits mehr als 700 Menschen erkrankt, knapp 450 Menschen starben.

Ein nach der Westafrika-Epidemie entwickelter schützender Ebola-Impfstoff zeigt im Kongo Experten zufolge bislang gute Ergebnisse. Das Virus ist nach einem Fluss im Kongo benannt. Dort wurde es vor Jahrzehnten in dem damals noch Zaire genannten Land erstmals nachgewiesen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 01. 2019
08:48 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Deutsche Presseagentur Epidemien Experten Fledermäuse Krankheitserreger
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Gelbfiebermücke

12.09.2019

Gentechnisch veränderte Mücken breiten sich in Brasilien aus

Eine Firma hat Hunderttausende Gelbfiebermücken mit verändertem Erbgut ausgesetzt, um die Population der gefährlichen Moskitos einzudämmen. Einige der Gentechnik-Mücken überlebten. Kritiker warnen vor den Folgen für das ... » mehr

Syphilis

06.06.2019

Eine Million sexuell übertragbare Infektionen am Tag

Erreger, die sich ohne Beschwerden einnisten, sind besonders perfide: Viele Betroffene wissen nicht, das sie andere anstecken können. Dazu gehören sexuell übertragbare Infektionen, die einer Studie zufolge zunehmen. Die ... » mehr

Ebola im Kongo

02.05.2019

Drastischer Anstieg neuer Ebola-Fälle im Kongo

Die lebensgefährliche Seuche Ebola breitet sich im Kongo weiter aus. Helfer stehen vor einem Dilemma: Sie müssen sich vor Angriffen von Milizen schützen und gleichzeitig das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Zudem gibt... » mehr

E-Zigarette

07.11.2019

Neue Studie: E-Zigaretten könnten das Herz schädigen

«Das ist das Risiko einfach nicht wert.» Zu diesem Ergebnis kommen Forscher bei einer neuen Analyse zu E-Zigaretten. Wer davor nicht geraucht habe, solle mit dem Dampfen besser gar nicht erst anfangen. Vor allem Jugendli... » mehr

Impfung

24.10.2019

Polio-Impfquoten in Deutschland zu niedrig

In Deutschland haben inzwischen weniger Kinder einen Impfschutz gegen Kinderlähmung als die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt. Dabei ist die Gefahr nicht gebannt. Das Virus ist weltweit nicht ausgerottet, ein Einschl... » mehr

Ebola im Osten des Kongos

15.10.2018

Bereits 100 vom Labor bestätigte Ebola-Tote im Ost-Kongo

Im Osten des Kongos sind bereits 100 Menschen an der gefährlichen Seuche Ebola gestorben. Bei den Opfern sei das gefährliche Virus mit Labortests nachgewiesen worden, erklärte das kongolesische Gesundheitsministerium am ... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Narrenzug Bad Salzungen Bad Salzungen

Narren regieren Bad Salzungen | 11.11.2019 Bad Salzungen
» 37 Bilder ansehen

Rathaussturm Suhl Suhl

Narren stürmen Rathaus Suhl | 11.11.2019 Suhl
» 61 Bilder ansehen

Unfall A71 Berg Bock Suhl A71

Tödlicher Unfall A71 Berg Bock | 11.11.2019 Suhl A71
» 15 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
26. 01. 2019
08:48 Uhr



^