Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wissenschaft

Feldlerche wird erneut «Vogel des Jahres»

Schon Shakespeares Romeo und Julia sprachen über die Lerche. Und Pop-Superstar Ed Sheeran verlegte wegen des seltenen Feldvogels im Ruhrgebiet ein Konzert. Nun wird die frühere Allerweltsart bereits zum zweiten Mal «Vogel des Jahres».



Feldlerche
Eine Feldlerche im Rekultivierunggebiet des Tagebaus Welzow-Süd.   Foto: Andreas Neuthe

Die Feldlerche ist bereits zum zweiten Mal zum «Vogel des Jahres» gekürt worden - weil die Zahl der Tiere immer weiter abnimmt.

Der «alarmierende Rückgang» der Bestände dieses früheren «Allerweltsvogels» habe sich seit der ersten Wahl vor 20 Jahren fortgesetzt, teilten der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV/Bayern) am Freitag mit. Wegen der intensiven Landwirtschaft, Pestiziden und zu wenig Brachflächen fehlten den Vögeln Lebensräume und Nahrung.

Verbunden mit der Wahl der Feldlerche (Alauda arvensis) zum «Vogel des Jahres 2019» fordern die Verbände eine grundlegende Änderung der EU-Agrarpolitik: Die immer intensiver werdende Landwirtschaft sei zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden. Statt in Massenproduktion müsse in naturverträgliche Landwirtschaft investiert werden. Wegen der intensiven Bewirtschaftung stehe das Getreide auf den Feldern mittlerweile so dicht, dass für die Vögel kaum Platz zum Nestbau bleibe, erklärten die Naturschützer. Die Lerche stehe stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil noch schlechter gehe.

Der aktuelle Bestand der Feldlerchen in Deutschland wird laut Nabu auf 1,3 bis 2,0 Millionen Brutpaare geschätzt. Mehr als ein Drittel der Vögel sei in den vergangenen 25 Jahren verschwunden - in vielen Gebieten gebe es sie gar nicht mehr. In den ostdeutschen Bundesländern seien Feldlerchen noch etwas häufiger anzutreffen als im Westen, sagte der Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Seit 2007 steht die einst extrem häufige Feldlerche deutschlandweit als gefährdet auf der Roten Liste der bedrohten Vögel. Der 16 bis 18 Zentimeter lange Bodenbrüter hat ein braunes Gefieder mit schwarzbrauner Strichelung und eine kleine Federhaube. Die Feldlerche ist eine von drei Lerchen-Arten in Mitteleuropa.

Männliche Feldlerchen singen meist im Flug in einer Höhe von 50 bis 200 Metern, wo sie mit bloßem Auge kaum zu erkennen sind. Ihr tirilierender Gesang sei früher typisch für unsere Agrarlandschaft gewesen - einen einzelnen Vogel herauszuhören, meist unmöglich. Heute dagegen sei es eine Freude, überhaupt eine Lerche zu hören, sagte LBV-Chef Norbert Schäffer. In manchen Gegenden sei der Gesang am Himmel über den Feldern bereits ganz verstummt.

Der Nabu und der Landesbund für Vogelschutz vergeben den Titel «Vogel des Jahres» seit 1971. Die Organisationen machen damit auf die Gefährdung bestimmter Arten und ihrer Lebensbedingungen aufmerksam.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 10. 2018
06:57 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Naturschutzbund Deutschland Romeo und Julia Ruhrgebiet Vogelschutz
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Turteltaube

11.10.2019

Naturschützer wählen Turteltaube zum «Vogel des Jahres 2020»

Die Turteltaube ist hierzulande ein Symbol für die Liebe. Inzwischen sinkt die Zahl der Vögel. Gründe für den Rückgang seien die Landwirtschaft und die Jagd im Mittelmeerraum. » mehr

Wiesenbrüter

04.06.2019

Der Gesang der Wiesenbrüter verstummt

Kiebitz, Uferschnepfe und Großer Brachvogel legen ihre Nester auf Feuchtwiesen an - doch davon gibt es immer weniger. Helfer versuchen, Brutplätze aufzustöbern und gezielt zu schützen. » mehr

Biene auf Blume

09.07.2020

EU-Politik lässt wildlebende Bestäuber im Stich

Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer sind wichtig für unsere Nahrungsmittel. Doch seit Jahren gibt es immer weniger von diesen sogenannten wilden Bestäubern. Auf die Hilfe der EU können sie laut einem Bericht nicht setze... » mehr

Trockenheit im Wald

24.04.2020

Nabu warnt vor Waldschäden durch Trockenheit

Schon wieder regnet es äußerst wenig - und der Wald kämpft nocht mit den Nachwirkungen von zwei Hitzesommern. Naturschützer schlagen Alarm. » mehr

Spatz

20.03.2020

Sinkende Bestände: Spatzen finden zu wenige Nistplätze

In Cafés und Parks streiten sich Spatzen gerne mal lautstark um runtergefallene Krümel. Ihre Anwesenheit gilt für uns als selbstverständlich. Doch das ist sie längst nicht mehr. » mehr

Brüten

14.03.2020

Vögel brüten wegen milder Temperaturen zum Teil früher

Vögel kehren eher aus den Winterquartieren zurück und brüten früher. Es gibt Arten, die können sich an den Klimawandel anpassen. Andere haben damit Probleme. Zum Beispiel der Kuckuck. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Oldtimerteilemarkt Suhl Suhl

Oldtimer-Teilemarkt Suhl | 27.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Wohnungsbrand HBN Hildburghausen

Brand Hildburghausen | 27.09.2020 Hildburghausen
» 21 Bilder ansehen

Schwarzbiernacht mit Remode Suhl

Schwarzbiernacht Remode | 26.09.2020 Suhl
» 23 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
12. 10. 2018
06:57 Uhr



^