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Wissenschaft

Expertin sieht keine Mückenplage in Deutschland

Ob bei Grill-Partys oder am Badesee - Mücken können nerven. Manche Menschen sprechen schon von einer Mückenplage. Stimmt das?



Mücke
Die Bedingungen für Mücken sind derzeit sehr gut.   Foto: Patrick Pleul

Mücken empfinden viele Menschen derzeit als besonders lästig, manche sprechen sogar von einer Plage. Davon kann nach Angaben von Doreen Werner vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) aber keine Rede sein.

«Das ist unser individuelles Empfinden, und das ist sehr unterschiedlich», sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Mückenplagen gebe es nach Hochwasserszenarien, etwa 2013 beim Hochwasser entlang der Donau und Elbe. Damals seien in manchen Regionen mehr als 20 Mückenanflüge pro Minute registriert worden. Natürlich seien Stechmücken zurzeit aktiv, sagte Werner, ihr Auftreten sei aber normal.

Momentan sind die Bedingungen für Mücken nach Angaben der Biologin sehr gut. Es herrsche zwar Trockenheit, aber zeitweilig habe es vor allem nachts auch Starkregen gegeben. Das Wasser fließe aus Überflutungsflächen, Pfützen oder Wildschweinsulen nicht so schnell ab. Und wo Wasser stehe, könnten sich Mücken bei warmen Temperaturen gut entwickeln. «Die Gemeine Hausmücke oder Stechmücke (Culex pipiens) ist auch in jeder Regentonne zu finden.» Im August sei die Population am dichtesten.

Bei der Nahrungssuche orientieren sich Mücken am Geruch. «Sie riechen uns», erläuterte Werner. «Sie fliegen auf unsere Ausatemluft, reagieren auf Schweiß und welche Wärme wir abgeben und wie wir uns kleiden.» Der Mensch sei immer attraktiv für Stechmücken.

Nach Angaben von Werner gibt es in Deutschland über 50 Stechmücken-Arten. Alle seien nützlich. «Mücken sind wesentlicher Bestandteil im Nahrungsnetz», betonte sie. In ihren verschiedenen Entwicklungsstadien seien sie etwa als Larven Fischfutter oder Nahrung für Libellen und Käfer. Als flugfähige Mücken würden sie von Vögeln und Fledermäusen gefressen.

Eingewanderte Mücken wie die Asiatische Tigermücke kommen demnach über einen ungewöhnlichen Weg aus Asien - etwa mit dem weltweiten Gebrauchtreifenhandel. Sie reisten in den Reifen als blinde Passagiere: «Diese Reifen liegen auf Halde, es regnet, im Reifen bilden sich Wasserstände. Die Mücke legt die Eier ins Trockene und erst, wenn sie mit Wasser benetzt werden, schlüpfen die Larven.» Fänden sie am Zielort gute Entwicklungsmöglichkeiten vor, siedelten sie sich dort an.

Der Mückenatlas erfasst seit 2012 die Verbreitung von Mücken in Deutschland. Grundlage dafür sind Einsendungen von Bürgern an das ZALF in Müncheberg bei Berlin. Dort wird die Art bestimmt und in den Atlas eingetragen. Im Jahr 2018 gingen nach Angaben des Instituts knapp 3000 Einsendungen mit insgesamt fast 11 000 Mücken ein. Darunter waren 34 Exemplare der Asiatischen Tigermücke, doppelt so viele wie 2017.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 07. 2019
12:37 Uhr

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03. 07. 2019
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