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Wissenschaft

Bei Gefahr aus der Luft schlagen Meerkatzen Alarm

Bei Gefahren warnen sich Westliche Grünmeerkatzen gegenseitig mit charakteristischen Rufen. Für Gefahr aus der Luft hatten die Tiere bislang keinen besonderen Ruf - bis Forscher Drohnen über sie fliegen ließen.



Westliche Grünmeerkatze
Westliche Grünmeerkatzen stufen Drohnen in der Luft als potenzielle Gefahr ein.   Foto: Julia Fischer/Deutsches Primatenzentrum GmbH

Westliche Grünmeerkatzen stufen Drohnen in der Luft als potenzielle Gefahr ein und stoßen einen neuartigen Warnruf aus. Dieser unterscheidet sich deutlich von den Warnrufen, mit denen sie auf andere Angreifer reagieren.

Er ähnelt aber dem, den die verwandten Südlichen Grünmeerkatzen beim Anblick von Adlern ausstoßen, berichten Forscher des Deutschen Primatenzentrums (DPZ) im Fachblatt «Nature Ecology & Evolution». Obwohl sich beide Arten seit gut drei Millionen Jahren getrennt entwickelt haben, gibt es weiter Gemeinsamkeiten bei den Lauten, schreiben die Wissenschaftler. Sie schließen daraus, dass Kommunikation und Lautstruktur von Primaten bereits früh in der Evolutionsgeschichte angelegt wurden.

Grüne Meerkatzen sind Primaten, die in weiten Teilen Afrikas leben. Wenn ihnen Gefahr droht, stoßen sie besondere Laute aus und reagieren darauf mit unterschiedlichen Strategien. Die Südlichen Grünmeerkatzen (Chlorocebus pygerythrus) etwa klettern bei Leoparden-Alarm auf einen Baum, bei Adler-Alarm verstecken sie sich und bei der Warnung vor einer Schlange erstarren sie. Die Westlichen Grünmeerkatzen warnen sich ebenfalls vor Leoparden und Schlangen. Adler lösen aber keine Warnrufe bei ihnen aus - weder reale Adler, noch solche aus Pappmache, die Forscher in Experimenten eingesetzt hatten, wie die Abteilungsleiterin für Kognitive Ethologie am DPZ, Julia Fischer, erläutert. Warum das so ist, ist nicht ganz klar. Womöglich sind die Adler für Westliche Grünmeerkatzen keine Gefahr, vermutet Fischer. Die Wissenschaftler hätten zumindest nie einen Angriff beobachtet.

Um mithilfe der Meerkatzen mehr über Kommunikation und ihre Evolution herauszufinden, machten die Forscher um Fischer nun ein neues Experiment: Sie ließen zunächst eine Drohne in 60 Metern Höhe über Westlichen Grünmeerkatzen schweben, die in der Nähe der DPZ-Forschungsstation im Senegal leben. Die Drohne sollte eine neue potenzielle Gefahr am Himmel darstellen. Die Forscher nahmen dabei auch die Geräusche des Flugobjektes auf.

Fischer zufolge stuften die Primaten die Drohne schnell als Gefahr ein: Sie stießen bis dahin für sie untypische Warnrufe aus und versteckten sich. Die neuen Laute unterschieden sich stark von denen für Schlange und Leopard, ähnelten zugleich aber denen der nah verwandten Südlichen Grünmeerkatzen bei Gefahr durch Adler.

Auch bei einer anschließenden Wiedergabe der Drohnengeräusche suchten die Primaten den Himmel nach vermeintlichen Gefahren ab, machten die gleichen Warnlaute und suchten Unterschlupf. Die Tiere hätten die Drohne also sofort mit Gefahr aus der Luft assoziiert, erläutert Fischer.

«Die Tiere haben schnell gelernt, was die zuvor unbekannten Geräusche bedeuten und sich diese Information gemerkt», sagte Fischer. Dies zeige die Fähigkeit der Primaten zu auditivem Lernen. Wegen der Ähnlichkeit der Rufe von Südlichen und Westlichen Grünmeerkatzen bei Gefahr aus der Luft schlussfolgerte das Team um Fischer, dass die Struktur von Lauten früh in der Evolutionsgeschichte der Tiere festgelegt worden sein muss.

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dpa

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28. 05. 2019
12:01 Uhr

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28. 05. 2019
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