Lade Login-Box.
Topthemen: Ministerpräsidentenwahl ThüringenFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wissenschaft

Bedrohtester Meeressäuger der Welt: Nur noch wenige Vaquitas

Alle Bemühungen zum Schutz der Vaquitas haben offenbar nicht gefruchtet. Die Zeit, die im Golf von Kalifornien lebenden Schweinswale vor dem Aussterben zu bewahren, ist nahezu abgelaufen. Schuld ist der Handel mit dem «Kokain des Meeres».



Im Netz
Ein Kalifornischer Schweinswal hängt im Netz eines Fischers. Die Vaquitas sind akut vom Aussterben bedroht.   Foto: Cristian Faesi/WWF

Nur mit sofortigen Maßnahmen ist der Kalifornische Schweinswal Experten zufolge noch vor dem Aussterben zu retten.

Von den auch Vaquita genannten Meeressäugern gab es im Herbst 2018 nur noch weniger als 19 Exemplare im Golf von Kalifornien, berichten Forscher im Fachmagazin «Royal Society Open Science». Dies gehe aus der Auswertung der Aufnahmen von Unterwasser-Mikrofonen hervor.

Der Kalifornische Schweinswal (Phocoena sinus) ist mit einer Länge von nur etwa 150 Zentimetern und einem Gewicht von maximal 40 Kilogramm eine der kleinsten Walarten und kommt nur im Golf von Kalifornien vor. Fischer machen dort illegal Jagd auf die Totoaba - eine ebenfalls bedrohte Fischart, deren Schwimmblase auf dem Schwarzmarkt in China als angebliches Aphrodisiakum und Heilmittel extrem hohe Preise erzielt. Sie ist daher auch als «Kokain des Meeres» bekannt.

Immer wieder verfangen sich Schweinswale in Stellnetzen von Fischern und verenden. Nach Angaben der vom mexikanischen Umweltministerium gegründeten Schutzorganisation VaquitaCPR ist der Vaquita (spanisch: kleine Kuh) die derzeit am akutesten bedrohte Meeressäugerart. Ihr Rückgang beschleunigte sich den Forschern zufolge in den vergangenen Jahren.

Mexiko hatte zwar den Fischfang mit Treibnetzen im Golf von Kalifornien im Jahr 2015 verboten. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass dies den Rückgang verlangsamt habe, schreiben die Experten. Die Netze würden trotzdem genutzt, wodurch der Kalifornische Schweinswal immer weiter an den Rand der Ausrottung getrieben worden sei. Seit dem Jahr 2011 sei der Bestand um geschätzt fast 99 Prozent geschwunden, berichten die Forscher von Mexikos staatlicher Kommission zum Schutz der Artenvielfalt sowie aus Großbritannien und den USA.

Im vergangenen Jahr waren lediglich sechs Vaquitas gesichtet worden, darunter ein Weibchen mit einem Kalb. Für Schlagzeilen hat die Art auch deshalb gesorgt, weil sich US-Schauspieler Leonardo Di Caprio für ihren Schutz einsetzt. In diesem Jahr erschien unter dem Titel «Sea of Shadows» ein Dokumentarfilm über die Bemühungen, die Vaquitas vor dem Aussterben zu bewahren, den der Hollywoodstar produzierte. Weil sie dunkle Ringe um die Augen und das Maul haben, werden die Wale auch «Panda des Meeres» genannt.

Anfang Juli setzte das Welterbekomitee der Unesco Mexikos Inselarchipel im Golf von Kalifornien, die Heimat der Vaquitas, auf die Liste des gefährdeten Naturerbes der Welt. Mit dem Status soll auf dringenden politischen Handlungsbedarf hingewiesen werden. Mexiko hatte im vergangenen Jahr eine Erweiterung des Schutzgebiets von 1263 auf 1841 Quadratkilometer erklärt.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
07:31 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Artenvielfalt Dokumentarfilme Fachzeitschriften Hollywoodstars Schutz der Artenvielfalt Schweinswale Staaten UNESCO US-amerikanische Schauspieler Wale Wissenschaftsmagazin Science
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Schnabeltier

20.01.2020

Klimawandel gefährdet auch Australiens Schnabeltier

Australien wird zu Zeit von Katastrophen heimgesucht: Brände und Unwetter bedrohen die einzigartige Tierwelt. Darunter auch das Schnabeltier, das von der IUCN derzeit als «potenziell gefährdet» eingestuft wird. » mehr

Schwertstörs

13.01.2020

Forscher überzeugt: Chinesischer Schwertstör ausgestorben

Der Schwertstör aus dem chinesischen Jangtse ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgestorben. Vermutlich sei die Art schon zwischen 2005 und 2010 für immer von der Erde verschwunden, berichten Wissenschaftler im Fachmagazi... » mehr

Walfang in Japan

04.09.2019

Japan macht wieder Jagd auf Delfine

Japan macht vor seiner Küste wieder Jagd auf Delfine und andere kleine Walarten. Um ein «Überfischen» der Tiere zu vermeiden, gibt der Staat Taiji und einer Handvoll anderer Walfangorte Fangquoten vor - nur für nicht bed... » mehr

Krankenhaus in Wuhan

14.02.2020

Experten hoffen auf Eindämmung von Covid-19

Mehr als 60.000 Fälle von Sars-CoV-2 sind in China erfasst worden. Die Aussagekraft dieser Zahlen ist deutschen Experten zufolge aber sehr beschränkt. Sie haben sich jetzt zum Wissensstand über die neuartige Lungenkrankh... » mehr

Roboter kann fliegen

17.01.2020

Roboter mit echten Taubenfedern kann fliegen

Durch die Lüfte gleiten wie eine Taube. Das kann auch ein Roboter, wenn sich deren Erbauer viel von den Vögeln abgeschaut haben. » mehr

Blauwale

13.12.2019

Warum werden Wale nicht noch größer?

Blauwale sind die größten Tiere der Erde. Doch auch ihr Wachstum ist begrenzt. Forscher haben untersucht, warum das so ist. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Unfall Carneval Club Marisfeld e.V Marisfeld

Unfall Carneval Marisfeld | 16.02.2020 Marisfeld
» 8 Bilder ansehen

Wohnungsbrand in Eisfeld

Wohnungsbrand in Eisfeld |
» 26 Bilder ansehen

fasching geschwenda

Fasching Geschwenda 2020 | 16.02.2020 Geschwenda
» 17 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
31. 07. 2019
07:31 Uhr



^