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Wirtschaft

Zinssenkung: Fed will schwächelnde Konjunktur stützen

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate handelt die US-Notenbank. Die Handelskonflikte lasten auf der Wirtschaft. Die Fed will daher eine Konjunkturdelle vermeiden. Doch Präsident Trump ärgert sich.



US-Notenbank Federal Reserve (Fed)
Gebäude der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in Washington.   Foto: Matthew Cavanaugh

Die US-Notenbank Fed hat wegen schwächerem globalen Wachstum, Warnsignalen aus der US-Wirtschaft und der von Handelskonflikten ausgelösten Unsicherheit ihren Leitzins gesenkt.

Angesichts zunehmender Risiken werde der niedrigere Zins das weitere Wachstum stärken, sagte Notenbankchef Jerome Powell am Mittwoch in Washington. Die Notenbank senkte den Leitzins zum zweiten Mal in Folge um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent. Die zweite Zinssenkung seit dem Ende der globalen Finanzkrise war von den Finanzmärkten weithin erwartet worden.

«Eine Schwäche des globalen Wachstums und die Unsicherheit der Handelspolitik haben die Wirtschaft belastet und stellen weiterhin ein Risiko dar», sagte Powell zur Begründung der Zinssenkung. Die Zentralbank will mit ihrem Einschreiten einen Konjunktureinbruch verhindern. «Wenn man am Horizont ein herannahendes Problem sieht, hält man sich davon fern, wenn möglich», sagte Powell. «Es ist besser den Kurs pro-aktiv zu ändern», sagte er.

Die Zentralbank geht von einer weiter «moderat» wachsenden US-Wirtschaft aus, Exporte und Investitionen seien jedoch zuletzt zurückgegangen, erklärte die Fed in ihrer Entscheidung. Powell verwies vor Journalisten zudem mehrfach auf die Risiken der von Präsident Donald Trump angezettelten Handelskonflikte. Seit der letzten Fed-Sitzung Ende Juli habe es ein «Wiederaufleben der Spannungen im Handelsbereich inklusive der Verhängung zusätzlicher Zölle», sagte er. Trump hatte im August neue Zölle angekündigt, China verhängte daraufhin ebenfalls neue Importgebühren.

Die Fed erklärte zudem - wie bereits im Juli - dass die Zentralbank alle wirtschaftlichen Daten weiter genau verfolge und «angemessen» handeln werde, um die Arbeitslosigkeit niedrig und die Inflation nahe dem Ziel von 2 Prozent halten werde. Powell stellte jedoch nicht konkret weitere Zinssenkungen in Aussicht. Er betonte, die Notenbank gehe weiter von niedriger Arbeitslosigkeit und Wachstum aus. Die New Yorker Börse gab nach der Entscheidung der Fed zunächst nach, stabilisierte sich dann aber während Powells Pressekonferenz.

Die Notenbank hatte den Leitzins bereits Ende Juli gesenkt, ebenfalls um 0,25 Prozentpunkte. Mit der erneuten Zinssenkung signalisierte die Fed auch, dass sie im Notfall zu handeln bereit wäre. «Falls die Wirtschaft einbrechen sollte, dann könnte eine weitgehendere Folge von Zinssenkungen angebracht sein», sagte Powell. Dies werde aber momentan nicht erwartet.

Die US-Wirtschaft wächst bereits seit zehn Jahren. Es ist der längste dokumentierte ununterbrochene Aufschwung, doch inzwischen mehren sich die Warnsignale. Die Arbeitslosigkeit ist weiter sehr niedrig, aber das Wachstum hat sich zuletzt abgeschwächt. Firmen fahren Investitionen zurück, Investoren sind nervös. Daten vom Anleihenmarkt ließen zeitweise eine Rezession befürchten.

US-Präsident Donald Trump warf der Notenbank nur Minuten nach der Senkung des Leitzinses erneutes Versagen vor. Powell und die übrigen Zentralbanker trauten sich nicht zu handeln und hätten keinen langfristigen Plan, schrieb er am Mittwoch auf Twitter. «Jay Powell und die Federal Reserve haben wieder versagt», urteilte er. Trump fordert seit Monaten drastische Zinssenkungen. Zuletzt forderte er den Leitzins auf «Null oder weniger» zu senken. Den von ihm ernannten Powell hat er auf Twitter wiederholt als «ahnungslos» beschimpft, einmal sogar als «Feind» des Landes. Er will gut ein Jahr vor der Präsidentenwahl keinen Konjunktureinbruch riskieren.

Der Leitzins, die sogenannte Federal Funds Rate, ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Eine Senkung des Zinssatzes verbilligt Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für den Schuldendienst ausgeben müssen - sie haben so mehr Einkommen zur Verfügung.

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dpa

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Veröffentlicht am:
18. 09. 2019
22:13 Uhr

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18. 09. 2019
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