Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Zahl der Leiharbeiter gestiegen

Niedriglöhne, schlechte Jobbedingungen und keine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt - Leiharbeit sei Beschäftigung zweiter Klasse, sagt die Linke. Und diese Beschäftigung nimmt weiter zu.



Leiharbeit
Mit 14,9 Prozent ist der Anteil der Leiharbeiter in der Metallbearbeitung besonders hoch.   Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/Symbolbild

Die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren um 43 Prozent gestiegen. Ende 2017 waren gut 1,03 Millionen Menschen in dieser Beschäftigungsform tätig.

Zehn Jahre zuvor hatte die Zahl der Leiharbeiter noch bei rund 720 000 gelegen, wie aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht. Die Zahl der Leiharbeiter habe im vergangenen Jahr einen Höchststand erreicht, teilte die Partei mit. Im Vergleich zum Vorjahr habe sie um fast 39 000 zugenommen.

Der Anteil an der Gesamtbeschäftigung lag laut der Antwort der Bundesregierung Ende 2017 bei 2,8 Prozent. Vier Jahre zuvor hatte er noch bei 2,4 Prozent gelegen. In der Metallbearbeitung oder in der Lager- und Postbranche sei er mit rund 15 beziehungsweise 12 Prozent deutlich höher gewesen. Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet.

Die Linke kritisierte, trotz Wirtschaftsbooms und angeblichen Fachkräftemangels sei der Trend zur Leiharbeit ungebrochen. Diese Beschäftigungsform soll Betrieben die Flexibilität geben, kurzfristig Personal aufzustocken. Sie soll zudem Langzeitarbeitslosen und Geringqualifizierten die Chance bieten, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.

Leiharbeiter erhalten einen deutlichen geringeren Lohn als andere Arbeitnehmer. 2017 betrug der mittlere Bruttolohn von Vollzeit-Leiharbeitern 1868 Euro monatlich, der von allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten 3209 Euro. Die Bundesregierung wies jedoch darauf hin, dass dafür auch die häufig geringere Qualifikation und Berufserfahrung verantwortlich seien sowie der hohe Anteil von Helfertätigkeiten.

Die neuen gesetzlichen Regelungen zur gleichen Bezahlung sowie zur Überlassungshöchstdauer könnten noch nicht bewertet werden, weil etwa Letztere erst von Anfang Oktober an praktisch greife. Leih- oder Zeitarbeiter müssen demnach nach neun Monaten für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft bekommen. Zudem können Leiharbeitnehmer künftig in aller Regel höchstens 18 Monate lang einem anderen Betrieb überlassen werden. Danach müssen sie übernommen oder abgezogen werden.

Mit Blick auf die Frage, ob Leih- beziehungsweise Zeitarbeit eine Brücke in reguläre Beschäftigung sein kann, hieß es: Knapp 40 Prozent derer, die im zweiten Halbjahr 2017 ein Beschäftigungsverhältnis in Leiharbeit beendeten, seien 90 Tage danach arbeitslos. Die anderen 60 Prozent fänden in diesem Zeitraum eine neue Beschäftigung - etwa ein Drittel von ihnen wiederum lande jedoch erneut in Leiharbeit.

Etwa die Hälfte der Arbeitsverhältnisse in Leiharbeit ist nach spätestens nach drei Monaten beendet. Bei einem Viertel dauert es mindestens neun Monate, in 16 Prozent der Fälle mehr als 15 Monate und bei 13 Prozent mehr als 18 Monate.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 09. 2018
14:18 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitsmarkt Aufschwung Bruttolöhne Brücken Bundesministerium für Arbeit und Soziales Die Linke Leiharbeit Niedriglohnbereich Zeitarbeiter
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Fleischindustrie

26.07.2020

Heil will nach Fleischindustrie andere Branchen prüfen

Die Corona-Krise brachte die Zustände in Teilen der Fleischindustrie erneut ans Licht. Gesetzesverschärfungen stehen kurz bevor. Doch sind sie rechtens - und wird es dabei bleiben? » mehr

Agentur für Arbeit

30.07.2020

Noch mehr Arbeitslosigkeit - aber nicht wegen Corona

Dass im Juli mehr Menschen keinen Job haben, ist üblich. Die Corona-Krise hat nun nicht mehr zu einem deutlichen Zuwachs beigetragen. Die Kurzarbeit lag im Mai auf Rekordniveau. » mehr

Gebäudereinigerin

31.08.2019

Jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte arbeitet für Niedriglohn

Etwa jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte in Deutschland arbeitet für einen Niedriglohn. » mehr

Förderbank KfW

02.07.2020

Nachhaltiger Aufschwung? Wieder mehr Existenzgründungen

Nach steigenden Zahlen im vergangenen Jahr versprach auch 2020, ein gutes Jahr für Unternehmensgründer zu werden. Die Corona-Pandemie könnte viele Pläne durchkreuzen. Und auch grundsätzlich sehen Experten Verbesserungsbe... » mehr

Arbeitsminister Heil

19.03.2020

Regierung erwartet 2,15 Millionen Kurzarbeiter

Unternehmen fahren bundesweit herunter - der Ausweg für die Beschäftigten ist vielfach Kurzarbeit. Die Regierung erwartet millionenfache Nutzung. Das was tun, wenn das Kurzarbeitergeld zu wenig ist? » mehr

Kurzarbeit

10.03.2020

Bund stemmt sich mit Kurzarbeitergeld gegen Corona-Rezession

Gestrichene Flüge, abgesagte Messen, leere Hotels: Die Folgen der Coronakrise für die Wirtschaft werden von Tag zu Tag größer. Die Regierung will Tatkraft demonstrieren - und bringt ein erstes Notfallgesetz im Schnellver... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Dachstuhl geht in Flammen auf

Dachstuhlbrand in Sonneberg |
» 29 Bilder ansehen

Unwetter Meiningen 11.08.20 Meiningen

Starkregen in Meiningen | 11.08.2020 Meiningen
» 4 Bilder ansehen

Lkw mit Gülle an Bord kippt um Meiningen

Mit Gülle beladener Lkw kippt um | 11.08.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
10. 09. 2018
14:18 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.