Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Wirtschaft

Zahl der Aktienbesitzer auf höchstem Stand seit 2007

Sparbuch und Co. werfen kaum noch etwas ab. Kleinanleger setzten daher zunehmend auf Aktien. Von den Zeiten der Börseneuphorie zu Beginn des neuen Jahrtausends ist Deutschland aber noch weit entfernt.



Börse
Das Börsenjahr 2018 bereitete Anlegern allerdings wenig Freude. Der deutsche Leitindex Dax büßte mehr als 18 Prozent ein.   Foto: Arne Dedert

Trotz der Börsenturbulenzen haben sich im vergangenen Jahr wieder mehr Kleinanleger in Deutschland an den Aktienmarkt getraut.

Die Zahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen stieg im Jahresschnitt um etwa 250.000, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) in Frankfurt mitteilte.

Insgesamt besaßen rund 10,3 Millionen Bürger, die älter sind als 14 Jahre, Anteilsscheine von Unternehmen oder Aktienfonds. «Damit erreicht die Zahl der Aktienbesitzer den höchsten Wert seit 2007», erläuterte DAI-Chefin Christine Bortenlänger.

Ein Grund für den Anstieg dürfte die anhaltenden Niedrigzinsen sein. Klassische Sparformen werfen kaum noch etwas ab. Rund jeder sechste Bundesbürger war im vergangenen Jahr in der einen oder anderen Form in Aktien investiert. Anleger interessierten sich vor allem für Fonds-Anteile, die Zahl der Besitzer stieg um 617.000. Die Zahl der direkten Aktionäre sank hingegen um 373.000 auf gut 4,5 Millionen.

Das Börsenjahr 2018 bereitete Anlegern allerdings wenig Freude. Ab Mitte Juni ging es mehr oder minder bergab. Der deutsche Leitindex Dax büßte insgesamt mehr als 18 Prozent ein und verzeichnete damit das verlustreichste Jahr seit der internationalen Finanzkrise 2008. Wie sich dieser Rückgang auf das Verhalten der privaten Anleger auswirkt, darüber geben die DAI-Zahlen keinen Aufschluss.

Trotz des vierten Anstiegs in Folge sind die Aktionärszahlen von den Zeiten der Börseneuphorie zu Beginn des neuen Jahrtausends noch ein gutes Stück entfernt. 2001 gab es in Deutschland fast 13 Millionen Aktionäre. Das Platzen der New-Economy-Blase am Neuen Markt verschreckte jedoch viele Kleinanleger nachhaltig.

Ob die Deutschen inzwischen auf dem Weg sind, ein Volk von Aktionären zu werden, bleibt nach Einschätzung des DAI abzuwarten. Nach wie vor stehen bei den Menschen Bargeld und Einlagen bei Banken, zum Beispiel Giro-, Tagesgeldkonten oder Festgeldkonten, hoch im Kurs. Und das, obwohl Banken und Sparkassen - wenn überhaupt - nur noch spärliche Zinsen bieten. Unter dem Strich verlieren die Sparer bei steigender Inflation sogar Geld. Der Vorteil aus Sicht der Verbraucher: Bei Bedarf können die Bestände rasch umgeschichtet werden.

Ende September 2018 steckten der Deutschen Bundesbank zufolge 2405 Milliarden Euro in Bankeinlagen oder wurden als Bargeld aufbewahrt, 31,5 Milliarden kamen im dritten Quartal hinzu. Fast ebenso hoch auf der Beliebtheitsskala der privaten Haushalte stehen Lebensversicherungen und andere Vorsorge fürs Alter.

Allerdings wurde mehr in Aktien investiert. Der Bundesbank zufolge stiegen die Aktienbestände und sonstige Anteilsrechte gegenüber dem zweiten Quartal auf den Gesamtwert von 643,8 Milliarden Euro (Vorquartal: 629,0 Mrd). Dazu kamen 595,7 (586,3) Milliarden Euro in Investmentfonds.

Zuversichtlich stimmt das DAI, «dass der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre alle Bevölkerungsgruppen erfasst hat und auch die jüngeren Jahrgänge stärker an Aktien interessiert sind». Wer stärker auf Aktien und Aktienfonds setze, erziele langfristig höhere Erträge und könne damit leichter für das Alter vorsorgen, warb das DAI. Das Deutsche Aktieninstitut vertritt Interessen von börsennotierten Aktiengesellschaften, Banken, Börsen und Investoren.

Auch Allianz-Ökonom Michael Heise hält die Vermögensentwicklung der vergangenen Jahre gemessen an den Sparanstrengungen der Bundesbürger für «nicht gerade zufriedenstellend»: «In Deutschland arbeitet das Geld weniger für die Sparer als in vielen anderen Ländern.»

Deutschland hat im Vergleich zu anderen Industrieländern eine vergleichsweise niedrige Aktionärsquote. In den USA beispielsweise fördert der Staat aber Alterssicherung über den Kapitalmarkt stärker.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 03. 2019
10:35 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Aktienfonds Aktionäre Banken Deutsche Bundesbank Deutsche Börse AG Europäische Zentralbank Inflation Kleinanleger Milliarden Euro Neuer Markt Sparer Statistisches Bundesamt Termineinlagekonto
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Geldscheine und Sparbuch

17.04.2020

Privates Geldvermögen steigt so stark wie seit Jahren nicht

Sparfleiß und Aktiengewinne haben die Menschen in Deutschland in der Summe reicher gemacht. Trotz der Zinsflaute erreicht das Geldvermögen im vergangenen Jahr einen Rekordwert. Ob sich der Trend in der Corona-Krise forts... » mehr

Jens Weidmann

21.06.2020

Bundesbankpräsident: Tiefpunkt der Krise überwunden

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft mit Wucht getroffen. Inzwischen scheint das Schlimmste überstanden - meint nicht nur der Bundesbank-Präsident. » mehr

Dividenden-Boom beendet

02.04.2020

Dividenden-Boom ade - Unternehmen kürzen Ausschüttungen

Unternehmen kürzen oder streichen die Dividende. Aktionäre werden in der Summe dieses Jahr weniger Geld bekommen. Doch nicht immer ist die Corona-Krise der Grund. » mehr

Peter Gauweiler

03.05.2020

Bundesverfassungsgericht vor Urteil zu EZB-Anleihenkäufen

Seit Jahren steckt die Europäische Zentralbank viele Milliarden in den Kauf von Staatsanleihen. Dass Karlsruhe das kritisch sieht, ist kein Geheimnis. Nun kommt das Urteil - mitten in der Corona-Krise. » mehr

Banknoten

18.09.2019

Geldvermögen in Deutschland gestiegen

Erstmals seit der Finanzkrise werden die Menschen rund um den Globus nicht mehr reicher. In Deutschland wächst das Geldvermögen dagegen. Was machen die Sparer hierzulande anders? » mehr

Negativzinsen

09.04.2020

Weitere Geldhäuser bürden Sparern Negativzinsen auf

Das Geld auf dem Tagesgeldkonto wird nicht mehr, sondern weniger. Während der Corona-Krise steigt die Zahl der Kreditinstitute, die Negativzinsen an Sparer weitergeben. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Motorradunfall Streufdorf Streufdorf

Motorradunfall Streufdorf | 04.07.2020 Streufdorf
» 7 Bilder ansehen

Kellerbrand Benshausen Benshausen

Kellerbrand Benshausen | 03.07.2020 Benshausen
» 10 Bilder ansehen

Autokino Konzert mit der Band Die Letze Rettung Meiningen

Autokino Konzert | 27.06.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
06. 03. 2019
10:35 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.