Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Podcast: Offen gesagt#GemeinsamHandelnCoronavirus in ThüringenCorona-Hilfsbörse

Wirtschaft

Wirtschaftsverbände fordern Fahrplan für weitere Lockerungen

In der Wirtschaft wächst die Verunsicherung, wie es weitergehen soll in der Corona-Krise. Minister Altmaier will einen «Pakt zum Exit». Wann dieser aber kommt und aussehen soll, ist unklar.



Pressekonferenz
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (l) sitzt neben einer Leinwand, auf der BDI-Präsident Dieter Kempf zu sehen ist.   Foto: John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Spitzenverbände der Wirtschaft haben die Politik in der Corona-Krise vor einem Flickenteppich von Regelungen gewarnt und einen klaren Fahrplan für weitere Lockerungen gefordert.

Industriepräsident Dieter Kempf sagte nach Beratungen mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am Freitag in Berlin, jede Woche Verlängerung der Einschränkungen sei eine enorme Herausforderung für die Wirtschaft. Ein wirksamer Arbeitsschutz und das Wiederhochfahren der Wirtschaft könnten unter einen Hut gebracht werden, auch wenn es Engpässe bei der Schutzausrüstung gebe.

DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte, die Wirtschaft befinde sich in einer Wirtschaftskrise von historischem Ausmaß. Vor allem für Branchen wie Hotels, Gaststätten und Tourismus fehle eine Perspektive, wie es weitergehen solle. Die Politik müsse einen «realitätstauglichen Fahrplan» in Richtung Normalität entwickeln.

Bund und Länder hatten sich auf schrittweise Lockerungen von Corona-Maßnahmen verständigt, die Kontaktbeschränkungen wurden aber bis mindestens 3. Mai verlängert. Ende April wollen Bundesregierung und Ministerpräsidenten erneut beraten, wie es weitergeht.

«Wir sind besorgt, dass sich die Vorbereitung der Politik zum Neustart in 14-Tages-Plänen erschöpft», sagte Kempf. «Sie muss sich jetzt darauf vorbereiten, was sie beim nächsten Checkpoint entscheidet.» Die Bundesregierung solle die mittel- und langfristigen Folgen der Krise stärker als bisher in den Blick nehmen. Der wirtschaftliche Wiedereintritt des Industrielandes Deutschland müsse sitzen. «Ein erneuter Shutdown hätte unabsehbare Folgen für das Land.»

Altmaier sagte, er habe um Verständnis gebeten, dass darauf geachtet werden müsse, keine Rückschläge im Kampf gegen das Virus zu erleiden. Er werde weitere Gespräche mit der Wirtschaft führen, um einen «Pakt zum Exit» zustande zu bringen, damit die Wirtschaft bald wieder in Fahrt komme.

In den nächsten Tagen werde er Vorschläge einbringen, wie man wirtschaftliche Aktivitäten hochfahren und zugleich verhindern könne, dass die Ansteckungsgefahr zunehme. Der Minister verwies auf die umfassenden Hilfsprogramme der Politik. Man sei entschlossen, schwere Verwerfungen in der Wirtschaft zu verhindern.

Kritik gibt es vor allem an der Regelung von Bund und Ländern, dass Geschäfte nur bis zu einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern wieder öffnen dürfen - allerdings gibt es in einigen Bundesländern bereits Abweichungen davon. Der Präsident des Handelsverbands Deutschland, Josef Sanktjohanser, warnte vor Wettbewerbsverzerrungen. Die Regelung führe außerdem zur Verunsicherung der Kunden.

Auch der Mittelstandsverbund warnte vor einem Flickenteppich unterschiedlicher Regelungen. In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Brief an die Ministerpräsidenten appellierte Hauptgeschäftsführer Ludwig Veltmann an die Politik, Perspektiven für die nach wie vor vom Geschäftsbetrieb ausgeschlossenen Unternehmen zu bieten.

Der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, sagte, viele Firmen seien weiter von einer Insolvenzwelle bedroht. «Wir erwarten, dass der Bund und die Länderregierungen spätestens bei ihren Beratungen in zwei Wochen einen umfassenden Exit-Fahrplan vorlegen.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 04. 2020
19:36 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Bereich Hotels CDU Deutsche Presseagentur Krisen Kunden Mario Ohoven Minister Möbel Kempf Aschaffenburg Peter Altmaier Regierungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland Unternehmen Wirtschaftskrisen Wirtschaftsminister Wirtschaftsverbände
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Wirtschaftsminister Altmaier

22.05.2020

Weitere Corona-Hilfen für Firmen: Altmaier will mehr Tempo

Anfang Juni will die Bundesregierung ein umfassendes Konjunkturprogramm vorlegen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Für viele Betriebe könnte es dann aber schon zu spät sein. Deswegen fordert der Wirtschaftsminister nun, es... » mehr

Lufthansa-Maschine

23.05.2020

Altmaier: Staatsbeteiligung bei Lufthansa vorübergehend

«In Kürze» sei mit einer Entscheidung über Staatshilfen für die Lufthansa zu rechnen, sagte Kanzlerin Angela Merkel. Das war am Mittwoch. Seitdem aber laufen weiter Verhandlungen. » mehr

Coronavirus - Regierung gibt unbegrenzte Kreditzusage

20.03.2020

Unternehmen wollen schnelle Staatshilfen

Die Corona-Krise hat dramatische Ausmaße für viele Unternehmen. Geschäfte müssen dicht machen, Aufträge und Umsätze brechen weg. Liquiditätsengpässe drohen. Doch wie schnell kommen versprochene Hilfen nun bei den Firmen ... » mehr

Frank Werneke

13.03.2020

Gewerkschaften und Wirtschaft fordern umfassende Hilfen

Umsatzeinbrüche, Angst vor einer Rezession: Die Regierung will gegen negative Wirtschaftsfolgen der Coronakrise ansteuern. Gewerkschaften und Wirtschaft mahnen eine Reaktion im Milliardenmaßstab an. » mehr

Kassenbon

23.12.2019

Handwerkspräsident: Bonpflicht «Blödsinn»

Ab Jahresanfang könnte auf Verbraucher ein Wust an Bons zukommen, kritisieren Wirtschaftsverbände. Das Finanzministerium bleibt bei seinen Plänen. Das Handwerk legt aber noch einmal nach in der Kritik. » mehr

EU will in die Offensive

17.06.2020

EU will mehr Schutz vor Übernahmen aus dem Ausland

Nein, nein, die Vorschläge richteten sich nicht gezielt gegen China, betont die EU-Kommission. Die Behörde dringt auf faire Bedingungen im Wettbewerb. Peking dürfte über die Vorschläge aus Brüssel dennoch nicht erfreut s... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Motorradunfall Streufdorf Streufdorf

Motorradunfall Streufdorf | 04.07.2020 Streufdorf
» 8 Bilder ansehen

Kellerbrand Benshausen Benshausen

Kellerbrand Benshausen | 03.07.2020 Benshausen
» 10 Bilder ansehen

Autokino Konzert mit der Band Die Letze Rettung Meiningen

Autokino Konzert | 27.06.2020 Meiningen
» 24 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
17. 04. 2020
19:36 Uhr



^
OK

Diese Webseite verwendet u.a. Cookies zur Analyse und Verbesserung der Webseite, zum Ausspielen personalisierter Anzeigen und zum Teilen von Artikeln in sozialen Netzwerken. Unter » Datenschutz erhalten Sie weitere Informationen und Möglichkeiten, diese Cookies auszuschalten.