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Wirtschaft

Wintershall DEA streicht 800 Arbeitsplätze in Deutschland

Die Fusion der beiden großen deutschen Öl- und Gasförderunternehmen kostet viele Arbeitsplätze in Deutschland. Der Betriebsrat sagt: Das liegt auch am Verzicht auf die umstrittene Fracking-Technik.



Wintershall
Blick auf die Kasseler-Zentrale der Wintershall Holding GmbH, dem größten deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten. Foto: Uwe Zucchi   Foto: dpa

Das künftige Öl- und Gasförderunternehmen Wintershall DEA will nach dem Abschluss des laufenden Fusionsprozesses 800 Arbeitsplätze in Deutschland streichen.

Mehr als die Hälfte des Personalabbaus sei an den Konzernzentralen in Hamburg und Kassel vorgesehen, ein weiterer Teil an Förderstandorten, teilten die beiden Fusionspartner Wintershall und DEA mit. Damit entfällt nach Angaben des Betriebsrats jeder zweite Arbeitsplatz des neuen Unternehmens in Deutschland.

Weitere 200 Stellen werde Wintershall DEA in Norwegen abbauen und damit insgesamt 1000 von 4200 Arbeitsplätzen weltweit, heißt es in der Mitteilung.

Die Gewerkschaft BCE kündigte Widerstand gegen die Pläne an. «In ihrem Ehrgeiz, das neue Unternehmen hübsch für den Börsengang zu machen, sind die Vorstände um Längen übers Ziel hinausgeschossen», sagte Michael Winkler, der für die Gewerkschaft im Aufsichtsrat der Wintershall sitzt. «Das können und werden wir uns nicht gefallen lassen.» Ein Stellenabbau in dieser Größenordnung drohe den Betrieb der Unternehmen zu gefährden.

Der DEA-Standort im niedersächsischen Wietze soll nach Angaben des Unternehmens geschlossen werden; das dort vorhandene Labor und Bohrkernlager ziehen nach Barnstorf um, ebenfalls in Niedersachsen. Bis zum 30. Juni 2020 haben Wintershall und DEA garantiert, auf betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen zu verzichten. Der Betriebsrat ist skeptisch, ob das auch danach noch gelingt, zumal der Standort Hamburg bereits mehrere Runden Personalabbau hinter sich habe.

«Die Pläne schwächen den Standort Deutschland», sagte der Vorsitzende des DEA-Gesamtbetriebsrats, Günther Prien. Arbeitsplätze würden ins Ausland verlagert, nach Mexiko, Stavanger oder Abu Dhabi, obwohl die entsprechenden Arbeiten auch in Deutschland erledigt werden könnten. Hintergrund sei auch die Erschöpfung der konventionellen Öl- und Gasressourcen in Deutschland, die künftig zu einer rückläufigen Förderung im Inland führen würden.

Damit finde das geplante Wachstum des Unternehmens ausschließlich im Ausland statt. Das liege auch daran, dass die Fracking-Technologie, mit der weitere Öl- und Gasreserven mobilisiert werden könnten, in Deutschland gesellschaftlich nicht akzeptiert werde.

Wintershall und DEA hatten im vergangenen September ihre Fusion besiegelt und erwarten den Abschluss des Prozesses im ersten Halbjahr 2019. Damit entsteht Deutschlands führender Rohstoffkonzern mit rund fünf Milliarden Euro Umsatz, der weltweit an Öl- und Gasförderprojekten beteiligt ist. Er wird zunächst zu 67 Prozent zu BASF und zu 33 Prozent zu Letter One gehören, einer Dachgesellschaft des russischen Oligarchen Michail Fridman.

Später steigt der BASF-Anteil auf 72,7 Prozent, bevor ein Börsengang geplant ist. Das neue Unternehmen will die Öl- und Gasproduktion bis 2023 um 40 Prozent von 575 000 auf täglich 800 000 Barrel Öläquivalent steigern und 200 Millionen Euro pro Jahr bei Betrieb, Investitionen und Personal einsparen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
21. 02. 2019
16:20 Uhr

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21. 02. 2019
16:20 Uhr



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