Lade Login-Box.
Corona Newsletter
Topthemen: Coronavirus in ThüringenCorona-HilfsbörseFreies Wort hilftFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Verdi warnt vor steigendem Druck und längeren Arbeitszeiten

Der Arbeitsminister will mehr flexibles Arbeiten ermöglichen - und so Unternehmen und Beschäftigten gleichermaßen etwas Gutes tun. Die Gewerkschaft Verdi sieht dabei aber auch Schattenseiten.



Überstunden
Übeerstunden am Arbeitssplatz. Die Gewerkschaft Verdi sorgt sich, um die Einhaltung von Ruhezeiten.   Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Die Gewerkschaft Verdi hat vor steigendem Druck auf die Arbeitnehmer in Deutschland hin zu längeren Arbeitszeiten gewarnt.

«Die Arbeitgeberverbände wollen unter dem Stichwort "Experimentierräume" im Wesentlichen die Ruhezeiten verkürzen», sagte Verdi-Chef Frank Werneke der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Das Bundesarbeitsministerium will in sogenannten Experimentierräumen mit Betrieben und Sozialpartnern neue Arbeitsmodelle erproben. Dabei geht es unter anderem um mehr Flexibilität bei der Arbeitszeit und weniger Präsenzzeit im Büro. Das Ressort von Minister Hubertus Heil (SPD) erwägt auch einen gesetzlichen Anspruchs auf mobile Arbeit, etwa für Homeoffice.

Werneke stellte klar: «Heute gilt eine Ruhezeit von elf Stunden.» Wer um 8.00 Uhr im Büro zu arbeiten beginne, könne nicht verpflichtet werden, um 22.00 Uhr zu Hause noch Mails zu schreiben. «Genau das wollen die Arbeitgeber ändern», so Werneke. Schon heute würden um 22.00 Uhr oft Mails geschrieben. «Aber die Beschäftigten entscheiden selbst, ob sie es tun.» Die Einhaltung von Ruhezeiten sei ein wesentlicher Punkt des Arbeits- und Gesundheitsschutzes. «Mit Gesundheit macht man keine Experimente», mahnte der Verdi-Chef.

Werneke forderte: «Wenn es ein Recht auf Homeoffice geben soll, ist die Freiwilligkeit für die Beschäftigten wichtig.» Eine Homeoffice-Regelung dürfe Unternehmen nicht einfach dazu dienen, in teuren Städten mit entsprechend hohen Büropreisen einfach die Mieten einzusparen, betonte der Verdi-Chef.

Werneke stellte sich dagegen, Arbeit zu Hause zu idealisieren. «Ich zweifle daran, dass ein Homeoffice-Arbeitsplatz immer so idyllisch ist, wie es manchmal skizziert wird», sagte er. «Vielfach wird dies gewählt, weil es zu pflegende Angehörige oder Kinder mit Betreuungsbedarf gibt - das ständige Wechseln zwischen Aufträgen des Arbeitgebers und Fürsorge für andere Menschen hat auch seine Schattenseiten.»

In einem einschlägigen Papier betont das Arbeitsministerium, dass etwaige Reformen bei der Arbeitszeit den Arbeits- und Gesundheitsschutz berücksichtigten müssten. Nötig sei ein Kompromiss zwischen den Anforderungen der Unternehmen in einer digitalen, global vernetzten Ökonomie und dem Wunsch der Beschäftigten nach Selbstbestimmung und Zeitsouveränität.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 01. 2020
09:29 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitgeber Arbeitgeberverbände Arbeitsminister Arbeitsministerien Bundesministerium für Arbeit und Soziales Deutsche Presseagentur Gewerkschaften Hubertus Heil Minister SPD Unternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kurzarbeit

18.03.2020

Politik schnürt Corona-Notpakete für Beschäftigte und Firmen

Fast stündlich verschärfen sich in der Coronakrise die Folgen für die Wirtschaft. Das trifft Tausende Firmen quer durch alle Branchen und Millionen von Beschäftigten. Und was ist mit Menschen, die wegen Schul- und Kitasc... » mehr

Arbeitnehmer

13.01.2020

Unternehmen sollen Arbeitszeit erfassen

Ein europäisches Urteil elektrisierte Gewerkschaften und Arbeitgeber in Deutschland: Unternehmen sollten verpflichtet werden, ihre Arbeitszeit zu erfassen. Muss dazu deutsches Recht geändert werden? » mehr

Arbeitsminister Heil

19.03.2020

Regierung erwartet 2,15 Millionen Kurzarbeiter

Unternehmen fahren bundesweit herunter - der Ausweg für die Beschäftigten ist vielfach Kurzarbeit. Die Regierung erwartet millionenfache Nutzung. Das was tun, wenn das Kurzarbeitergeld zu wenig ist? » mehr

Kurzarbeit

10.03.2020

Bund stemmt sich mit Kurzarbeitergeld gegen Corona-Rezession

Gestrichene Flüge, abgesagte Messen, leere Hotels: Die Folgen der Coronakrise für die Wirtschaft werden von Tag zu Tag größer. Die Regierung will Tatkraft demonstrieren - und bringt ein erstes Notfallgesetz im Schnellver... » mehr

Bundesarbeitsminister Heil besucht DHL

18.09.2019

Neues Gesetz soll Ausbeutung von Paketboten verhindern

Schuhe, Bücher, Geräte - es gibt kaum etwas, was man nicht im Internet bestellen kann. Die Paketboten arbeiten dabei oft unter fragwürdigen Bedingungen. Die Regierung will das ändern. » mehr

Coronakrise

18.03.2020

Arbeitsminister Heil: Lohnausfälle möglichst gering halten

Die Bundesregierung will mit Kurzarbeitergeld und Hilfskrediten für Firmen die Folgen der Coronavirus-Krise für die Wirtschaft dämpfen. Arbeitsminister Heil sieht aber auch die Unternehmen in der Pflicht, um Lohnausfälle... » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Sperrung vor Neustadt am Rennsteig Neustadt am Rennsteig

Sperrung Neustadt am Rennsteig | 23.03.2020 Neustadt am Rennsteig
» 4 Bilder ansehen

Brand in Katzhütte Katzhütte

Brand Katzhütte | 23.03.2020 Katzhütte
» 4 Bilder ansehen

inbound3887575027251749210

#Ichbleibdaheim |
» 8 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
02. 01. 2020
09:29 Uhr



^