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Wirtschaft

Verärgerte Aktionäre kritisieren Wirecard-Chefs

Eigentlich ist Wirecard ein Traum für jeden Investor: Vor zehn Jahren kostete die Aktie sechs Euro, heute über 150. Und dennoch sind manche Aktionäre ziemlich unzufrieden.



Markus Braun
Wirecard-Vorstandschef Markus Braun spricht auf der Hauptversammlung des Unternehmens in München.   Foto: Peter Kneffel

Nach zahlreichen Negativschlagzeilen über den Zahlungsdienstleister Wirecard machen beunruhigte Aktionäre und Investoren ihrem Ärger Luft.

Bei der Hauptversammlung des Dax-Unternehmens forderten mehrere Aktionärsvertreter unter Beifall der rund 1500 Zuhörer mehr Erklärungen und eine bessere Kommunikation von Vorstandschef Markus Braun und seinen Kollegen: «Mein Vorwurf ist die fehlende Transparenz», sagte Daniela Bergdolt von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. «Sie müssen informieren, Sie müssen eine unabhängige Prüfung einleiten und die Ergebnisse veröffentlichen.»

Auch große Investoren sind nicht erfreut: Die Kommunikationspolitik müsse «deutlich, deutlich proaktiver gestaltet werden», forderte Nicolas Huber von der Investmentgesellschaft DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Die Aktien des Technologieunternehmens aus dem Münchner Vorort Aschheim stürzten mehrfach ab. Zeitweise hatten die Wirecard-Papiere an der Frankfurter Börse über ein Drittel ihres Werts verloren. Auslöser waren Medienberichte über angebliche Bilanzverstöße in Singapur. Wirecard hat die Vorwürfe zurückgewiesen und sieht Unregelmäßigkeiten aufgearbeitet.

Auch von der Deka-Investment-Gesellschaft der Sparkassen kam scharfe Kritik: «Wirecard wird immer noch geführt wie ein Start-up», sagte Deka-Vertreter Ingo Speich. Das sei für ein Dax-Unternehmen «völlig unangemessen». Wirecard-Gründer und Vorstandschef-Braun habe eine Machtkonzentration wie bei keinem anderen Dax-Unternehmen und solle «Teile seiner Macht» abgeben.

Braun will den Bedenken der Aktionäre Rechnung tragen: «Ich kann nur nochmals versichern, dass wir Verbesserungen einführen», sagte der Wirecard-Gründer. Angesichts der immensen Kursgewinne der Wirecard-Aktie in den vergangenen Jahren kam auch keineswegs nur Kritik: Wirecard habe ihr «Glücksmomente» beschert, sagte eine Anteilseignerin.

Die Aktionäre segneten die geplante Kooperation mit dem japanischen Technologiekonzern Softbank ab, der 900 Millionen Euro in das rasant wachsende Unternehmen investieren will. Der Plan sieht vor, die 900 Millionen nach fünf Jahren in Wirecard-Aktien umzuwandeln. Softbank würde damit zu einem bedeutenden Aktionär.

Hauptgeschäft von Wirecard ist die Abwicklung bargeldlosen Bezahlens sowohl online als auch in Geschäften. Ende März waren rund um den Globus rund 293.000 Händler angeschlossen.

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dpa

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Veröffentlicht am:
18. 06. 2019
21:37 Uhr

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dpa

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18. 06. 2019
21:37 Uhr



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