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Wirtschaft

Uber nimmt Kurs auf die Börse mit gebremstem Wachstum

Uber war über Jahre für aggressives Wachstum bekannt. Die Zahlen zum Börsengang zeigen nun, dass das Kerngeschäft mit der Vermittlung von Fahrdiensten zuletzt kaum gewachsen ist.



Fahrdienst-Vermittler Uber
Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg strebt Uber einen Erlös von rund zehn Milliarden Dollar an.   Foto: Eric Risberg/AP

Der Fahrdienst-Vermittler Uber nimmt mit deutlich gebremstem Wachstum und weiterhin tiefroten Zahlen Kurs auf die Börse. Im Fahrdienst-Kerngeschäft stagnierte der Umsatz in den letzten drei Quartalen 2018 bei 2,3 Milliarden Dollar.

Uber war lange für aggressives Wachstum bekannt und legte sich weltweit mit Taxi-Branche und Behörden an. Der gesamte Uber-Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um 42 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar. Unterm Strich gab es auch einen Jahresgewinn von knapp einer Milliarde Dollar. Diese schwarzen Zahlen kamen allerdings nur durch einen Sondererlös aus dem Verkauf von Teilen des internationalen Geschäfts im ersten Vierteljahr 2018 zustande, der für einen Quartalsgewinn von 3,75 Milliarden Dollar sorgte.

In den restlichen Quartalen des Jahres schrieb Uber nur Verluste: Zwei Mal rund 890 Millionen Dollar sowie fast eine Milliarde Dollar. Beim Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel ein Minus von 1,85 Milliarden Dollar an.

Auch davor hatte Uber tiefrote Zahlen geschrieben: 2017 gab es einen Verlust von gut vier Milliarden Dollar. Wie bei Börsengängen noch mit Verlust arbeitender Unternehmen in den USA üblich, warnte Uber in dem Prospekt, dass man es möglicherweise nicht schaffen werde, die Gewinnzone zu erreichen. Solche Standard-Risikowarnungen hatten aber unter anderem auch Twitter und der Snapchat-Betreiber Snap sowie zuletzt der Uber-Rivale Lyft und die Fotoplattform Pinterest in ihren Börsenprospekten gehabt.

Via Uber wurden im Schlussquartal 1,5 Milliarden Fahrten gebucht und auf der Plattform waren 3,9 Millionen Fahrer aktiv.

Uber betreibt auch ein Geschäft mit Essenslieferungen, die Frachtvermittlung für Lastwagen-Fahrer sowie einen E-Bike-Service. Der Plan ist auch, in die App alle verfügbaren Mobilitätsformen zu integrieren. Insgesamt hatte Uber zuletzt über die verschiedenen Dienste hinweg 91 Millionen aktive Nutzer. Ein Uber-Nutzer buche im Schnitt 5,5 Fahrten pro Monat - diese Zahl blieb zuletzt über drei Quartale unverändert.

Das Unternehmen will seine Aktien an der New York Stock Exchange unter dem Tickerkürzel «UBER» listen lassen, wie aus dem am Donnerstag nach US-Börsenschluss veröffentlichten Wertpapierprospekt hervorgeht.

Details wie das genaue Datum des Börsengangs und wie viel Geld Uber bei Anlegern einsammeln will blieben zunächst offen. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg strebt Uber einen Erlös von rund zehn Milliarden Dollar an.

Zwischenzeitlich hatten Banken, die mit der Vorbereitung des Börsengangs betraut werden wollten, laut US-Medien bereits eine Gesamtbewertung von bis zu 120 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Zuletzt hieß es jedoch, dass es wohl eher 100 Milliarden Dollar werden dürften.

Auch damit könnte Uber dennoch einen der größten Börsengänge der Finanzgeschichte und das am höchsten taxierte Debüt seit 2014 stemmen, als der chinesische Online-Riese Alibaba an die New York Stock Exchange mit einer Bewertung von rund 170 Milliarden Dollar ging.

Aus dem Börsenprospekt geht auch hervor, dass Uber in den vergangenen drei Jahren nahezu 1,1 Milliarden Dollar für die Entwicklung selbstfahrender Autos und andere Projekte wie Flugtaxis ausgab. Allein im vergangenen Jahr erreichten diese Investitionen 457 Millionen Dollar. Ubers Roboterwagen-Programm war nach einem tödlichen Unfall im März 2018 - dem ersten mit einem selbstfahrenden Auto - für Monate ausgesetzt worden.

Uber besorgte sich in den vergangenen zehn Jahren viel Geld bei Investoren für ein aggressives globales Wachstum. Zugleich geriet die Firma dadurch in viele Konflikte mit Behörden und der Taxi-Branche. Mitgründer und Chef Travis Kalanick musste nach einer Skandalserie gehen. Sein Nachfolger Dara Khosrowshahi brachte Stabilität in die Firma und versucht, Uber ein freundlicheres Image zu geben.

Im März ging auch Ubers kleinerer Rivale Lyft an die Börse, der bisher nur in den USA und Kanada aktiv ist. Lyft schraubte den Ausgabepreis seiner Aktien bis auf 72 Dollar hoch, der Börsengang galt als Erfolg. Doch nach einem positiven Debüt ging die Lyft-Aktie auf Talfahrt und schloss am Donnerstag bei 61 Dollar.

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dpa

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Veröffentlicht am:
12. 04. 2019
11:45 Uhr

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