Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

USA sehen keine Einigung im Handelskrieg mit China

Die Atempause im Handelskonflikt der beiden größten Volkswirtschaften währte nur kurz. In Washington heißt die Verhandlungsstrategie wieder: alles oder nichts. Eine Entwarnung ist nicht in Sicht.



Handelskonflikt China-USA
Der Hafen von Qingdao. Die US-Regierung wird die Einführung der jüngst angekündigten Strafzölle auf Importe aus China für einige Produktgruppen verschieben.   Foto: Yu Fangping/SIPA Asia via ZUMA Wire

Trotz der Verschiebung neuer Strafzölle durch die US-Regierung ist im Handelskrieg mit China keine Einigung in Sicht. Die Volksrepublik habe in den jüngsten Gesprächen keine neuen Zugeständnisse gemacht, sagte US-Handelsminister Wilbur Ross.

Die Verschiebung einiger Strafzölle bis Dezember sei nur mit der Sorge um das Weihnachtsgeschäft in den USA begründet, sagte Ross im Gespräch mit dem Sender CNBC. Präsident Donald Trumps Berater für Handelsfragen, Peter Navarro, sagte, man müsse sich auf langwierige Verhandlungen einstellen. Die US-Börsen gaben unterdessen stark nach - auch wegen Warnsignalen am Anleihenmarkt.

Der als sehr einflussreich geltende Navarro sagte dem Nachrichtensender Fox Business, der Präsident werde in den Verhandlungen mit China keinen halbgaren Kompromiss akzeptieren. Es brauche tiefgreifende, strukturelle und verifizierbare Veränderungen. «Man kann die Chinesen nicht auf halbem Weg treffen», sagte Navarro. Würde man das tun, würden sie immer noch «halb so viel stehlen wie jetzt stehlen und halb so viele Amerikaner töten», sagte Navarro mit Blick auf das Handelsdefizit und den anhaltenden Schmuggel der Droge Fentanyl aus China.

Navarro räumte ein, dass der bereits seit einem Jahr andauernde Handelskonflikt langfristig die globale Konjunktur in Mitleidenschaft ziehen würde. «Wenn wir in China keine strukturellen Veränderungen erreichen, dann wird die globale Wirtschaft eine tolle Chance für weiteres Wachstum verpassen», sagte er Fox Business. Die Verhandlungsführer beider Seiten wollten in den nächsten zwei Wochen erneut telefonieren, so Navarro. Handelsminister Ross wiederum sagte, dass es bislang noch kein Datum für die ursprünglich im September in Washington geplante Verhandlungsrunde gebe.

Der Handelskrieg lastet schon jetzt auf den Konjunkturaussichten. Nach Warnsignalen vom US-Anleihenmarkt sackte der New Yorker Leitindex Dow Jones bis zum frühen Nachmittag (Ortszeit) zeitweise um gut 700 Punkte oder fast drei Prozent auf 25.549 Punkte ab. Auch der Technologieindex Nasdaq fiel zeitweise um gut drei Prozent.

Die Entwicklungen am Anleihenmarkt wurden von einigen Analysten als Zeichen einer bevorstehenden Rezession gedeutet. Präsidentenberater Navarro wies diese Interpretation jedoch zurück. Die Volatilität an der Börse lasse nur darauf schließen, dass die US-Notenbank den Leitzins um ein halbes Prozent senken müsste, sagte er. Die Federal Reserve hatte den Leitzins im Juli erstmals seit 2008 wieder gesenkt - auch wegen der Folgen der Handelskonflikte für die Konjunktur.

Die US-Regierung hatte am Dienstag einen Teil der von Trump Anfang August angekündigten neuen Strafzölle in Höhe von 10 Prozent auf Importe im Wert von insgesamt 300 Milliarden US-Dollar überraschend verschoben. Zahlreiche Konsumgüter - darunter etwa Smartphones, Laptops, Turnschuhe und Spielzeug - sollen erst ab 15. Dezember mit der Strafabgabe belegt worden, um das Weihnachtsgeschäft nicht zu gefährden. US-Medienberichten zufolge sollen die nun ausgenommenen Importe einen Wert von mindestens 100 Milliarden US-Dollar haben.

Die Zölle sollten ursprünglich im September in Kraft treten. Zuvor verhängte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Importe im Wert von rund 250 Milliarden US-Dollar bleiben weiter bestehen. Damit werden ab Mitte Dezember fast alle chinesischen Importe in die USA mit Strafzöllen belegt sein.

Die Verhandlungsführer aus Peking und Washington hatten am Dienstag zuletzt telefoniert. Trump sagte, die jüngsten Gespräche seien «sehr produktiv» gewesen. China wolle unbedingt ein Handelsabkommen, sagte er. Die vorige Gesprächsrunde der beiden Staaten im Juli war ohne konkretes Ergebnis zu Ende gegangen, woraufhin Trump die neuen Strafzölle ankündigte. Trump wird auch künftig sicher weiter Druck machen und auf eine schnelle Einigung mit Peking drängen. Er befürchtet, die Chinesen spielen im Hinblick auf die US-Wahl im kommenden Jahr auf Zeit. Das will er nicht hinnehmen.

Der Handelskrieg war ursprünglich von der Verärgerung Trumps darüber ausgelöst worden, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Der US-Präsident fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 08. 2019
19:38 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Apple Donald Trump Europäische Kommission Federal Reserve Board Handelskonflikte Handelskriege Handelsminister NASDAQ Composite Nachrichtensender Steven Mnuchin Strafzölle Trumpf GmbH + Co KG Twitter US-Börsen US-Handelsminister US-Regierung Unternehmen in den USA Welthandelsorganisation Wertpapierbörse Wilbur Ross Zoll (Außenwirtschaft)
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Handelsstreit zwischen USA und China

23.08.2019

China kündigt neue Vergeltungszölle gegen die USA an

Schlechte Nachrichten für die Weltwirtschaft. Der Handelsstreit der USA mit China eskaliert weiter. Washington spielt die jüngsten Strafzölle herunter. Doch die Auswirkungen werden immer deutlicher. » mehr

Auto-Export

03.11.2019

Strafzölle auf EU-Autoimporte wohl vermeidbar

US-Handelsminister Wilbur Ross hat Strafzölle auf Autoimporte aus Europa und Asien als vermeidbar bezeichnet. Sowohl die Gespräche mit einzelnen Unternehmen über ihre Investitionspläne als auch die Verhandlungen mit den ... » mehr

Trump verkündet Teil-Einigung

13.12.2019

USA und China erreichen Teil-Einigung im Handelskonflikt

Die Welt schaut seit Monaten gebannt auf den Handelskrieg zwischen Washington und Peking. Schon vor zwei Monaten verkündete Trump eine Einigung auf ein Teilabkommen. Jetzt ist es schließlich soweit - in letzter Minute, b... » mehr

Juncker erwartet keine Autozölle von Trump

08.11.2019

Entspannung im Streit um Autozölle mit USA?

US-Präsident Trump droht seit Monaten mit Strafzöllen auf Autoimporte aus der EU. Vor allem deutsche Hersteller würde das heftig treffen. In wenigen Tagen fällt die Entscheidung - ein «vollinformierter Mann» ist gelassen... » mehr

Macron für gemeinsame Lösung

03.12.2019

Zölle auf Wein und Käse: USA drohen Frankreich

Amerikanische Internetriesen machen in Frankreich gute Geschäfte, zahlen aber nur wenig Steuern. Das will die Regierung in Paris nicht hinnehmen. Was wiederum die USA auf den Plan ruft. » mehr

US-Präsident Trump

30.08.2019

USA: Handelskonflikt mit China schürt Rezessionsängste

Die Kosten des Handelskonfliktes mit China werden immer deutlicher. Das Wachstum der US-Wirtschaft verlangsamt sich. Für Präsident Donald Trump wäre eine Rezession vor der Wahl im nächsten Jahr verheerend. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Neues Löschfahrzeug in Crock Crock

Neues Löschfahrzeug Crock | 11.12.2019 Crock
» 5 Bilder ansehen

Unfall Schnee Laster Bedheim Bedheim

Laster-Unfall Bedheim | 11.12.2019 Bedheim
» 31 Bilder ansehen

Hubschrauber-Säge Baumbeschneidung Sonneberg Sonneberg

Baumfällarbeiten Sonneberg | 09.12.2019 Sonneberg
» 37 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 08. 2019
19:38 Uhr



^