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Wirtschaft

US-Zinssenkung stützt Dax nur bedingt

Die überraschende Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) hat dem Dax am Dienstag nur kurzfristig zu einer weiteren deutlichen Erholung verholfen. Rasch bröckelte das zeitweise mehr als dreiprozentige Plus jedoch ab.



Dax
Der Dax ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland.   Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Im Gefolge sehr schwacher US-Börsen büßte der deutsche Leitindex einen Großteil seiner Gewinne ein. Es gelang ihm nicht, sich über der wichtigen Marke von 12.000 Punkten zu halten.

Mit einem Plus von 1,08 Prozent auf 11.985,39 Punkte ging das Börsenbarometer aus dem Tag. Charttechnisch betrachtet schloss der Dax damit den dritten Tag in Folge unterhalb der Linie, die seit Ende 2018 seinen übergeordneten Aufwärtstrend markiert. Der MDax, der Index der mittelgroßen Unternehmen, hielt sich am Dienstag besser. Er schloss mit plus 2,17 Prozent auf 25.897,56 Zähler.

Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein sprach angesichts des Zinsschritts der Fed von einer «Grippeschutzimpfung» und lobte das energische Vorgehen der Notenbanker gegen etwaige schärfere Risiken für die Wirtschaft des Landes. «Auch die übrigen Notenbanken werden von sich hören lassen», erwartet er.

Allerdings gab es auch kritische Stimmen. So kommentierte Analyst David Madden von CMC Markets UK, dass die unerwartete Zinssenkung auch als Zeichen von Schwäche gewertet werden könne. Der Schritt «legt den Eindruck nahe, dass die US-Notenbank verzweifelt versucht, die weltweiten Aktienmärkte zufrieden zu stellen», schrieb er. Zudem wurde am Markt auf die begleitenden Aussagen der Fed verwiesen. Die Begründung, dass sich durch das Coronavirus die Risiken für die US-Wirtschaft erheblich verändert hätten, beunruhige, hieß es.

Europaweit reagierten die Börsen ähnlich auf den Zinsschritt der Fed: Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, beendete den Tag mit einem Aufschlag von 0,99 Prozent auf 3371,97 Zähler. In Paris und London wurden Gewinne in ähnlicher Höhe verbucht. In den USA gab der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss etwas mehr als ein Prozent nach, und auch die Nasdaq-Börsen zeigten sich im Minus.

Unter den Einzeltiteln am deutschen Markt erholten sich solche Aktien überdurchschnittlich stark, die zuletzt besonders unter Druck geraten waren. So stiegen etwa die Lufthansa-Aktien um knapp 9 Prozent und die Papiere des Triebwerkherstellers MTU um rund 4 Prozent. Die Anteile der Deutschen Börse gewannen etwas mehr als 2 Prozent, nachdem die Investmentbank JPMorgan eine Kaufempfehlung ausgesprochen hat.

Größter Kursgewinner der Dax-Familie waren die Papiere des Handelsunternehmens Metro mit einem Plus von bald 20 Prozent. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg aus informierten Kreisen berichtete, hat der US-Lieferant für Lebensmittel Sysco einen Vorstoß zur Übernahme des deutschen Handelsunternehmens gestartet. Ein Metro-Sprecher wollte die Informationen auf Nachfrage von Bloomberg nicht kommentieren. Bei Sysco war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Qiagen schossen um fast 17 Prozent auf etwas über 37 Euro nach oben. Der Diagnostikspezialist empfiehlt seinen Aktionären die Übernahme durch Thermo Fisher Scientific. Der US-Technologiekonzern bietet 39 Euro je Qiagen-Aktie, die Transaktion beläuft sich damit auf rund zehn Milliarden Euro.

Um 1 Prozent legten die Aktien von Beiersdorf nach vorgelegten Jahreszahlen und einem Ausblick auf 2020 zu. Der Nivea-Hersteller hatte laut Analysten im Großen und Ganzen wie erwartet abgeschnitten und auch mit seinen Zielen nicht überrascht. Moniert wurden indes die unklaren Aussagen über die Folgen der Viruskrise, denn diese sind im Ausblick noch nicht enthalten, wie etwa Analystin Celine Pannuti von JPMorgan zu bedenken gab.

Im SDax zählten die Papiere der Shop Apotheke mit einem Plus von etwas mehr als 6 Prozent zu den Favoriten. Fusionsfantasien mit der schweizerischen Online-Apotheke Zur Rose trieben nach einer Szenario-Analyse des Investmenthauses Mainfirst trieben die Aktien an. Hellofresh legten im SDax um knapp 4 Prozent zu. Analysten lobten die Wachstumsziele des Versenders von Kochboxen für das laufende Jahr.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,62 auf minus 0,57 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,23 Prozent auf 145,90 Punkte. Der Bund-Future rückte um 0,23 Prozent auf 177,74 Punkte vor.

Der Euro stieg bis zum frühen Abend auf 1,1171 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1117 (Montag: 1,1122) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8995 (0,8991) Euro.

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dpa

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Veröffentlicht am:
03. 03. 2020
18:53 Uhr

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