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Wirtschaft

US-Wirtschaft schrumpft wegen Corona

Das wahre Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise in den USA ist immer noch nicht absehbar. Mindestens 26 Millionen haben ihren Job verloren, die Wirtschaft schrumpft bereits. Jetzt gibt auch die Notenbank eine düstere Prognosen ab - ausgerechnet im Wahljahr.



US-Wirtschaft ist geschrumpft
Menschen warten vor einem Arbeitsamt. Die US-Wirtschaft ist im ersten Quartal wegen der Coronavirus-Pandemie geschrumpft.   Foto: Rick Bowmer/AP/dpa

Die US-Wirtschaft steuert wegen der Coronavirus-Krise auf eine tiefe Rezession zu. Im ersten Quartal ging die Wirtschaftsleistung bereits deutlich zurück, obwohl sich die Pandemie erst im März zugespitzt hatte.

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) warnte für das zweite Quartal vor einem noch «noch nie da gewesenen» Einbruch des Wirtschaftswachstums. Das genaue Ausmaß und die Dauer der Konjunkturdelle werde von der Eindämmung des Coronavirus abhängen, sagte Fed-Chef Jerome Powell.

Die USA steuerten auf eine Phase «bedeutend» höherer Arbeitslosigkeit und einer «bedeutend» geringeren Wirtschaftsleistung zu, sagte Powell vor Journalisten. Bis zu einer Erholung werde es «einige Zeit dauern». Gleichzeitig betonte er, dass der Ausblick vom Verlauf der Pandemie abhänge: «Wirtschaftsprognosen sind immer unsicher, aber heute sind sie ungewöhnlich unsicher, weil die Entwicklung der Wirtschaft in so hohem Maß vom Verlauf des Virus abhängt.»

Die Notenbank sei weiter entschlossen, ihre «volle Bandbreite» an Werkzeugen «mit Nachdruck, aggressiv und proaktiv» einzusetzen, um die Folgen der Krise abzufedern, sagte Powell. Die Fed hat seit Ende Februar bereits Kreditprogramme in Höhe von mehreren Billionen US-Dollar aufgelegt. Experten warnen, dass der größten Volkswirtschaft der Welt dieses Jahr der stärkste Wachstumseinbruch seit der Weltwirtschaftskrise vor fast 100 Jahren droht.

Von Januar bis einschließlich März ging die US-Wirtschaftsleistung auf das Jahr hochgerechnet im Vergleich zum Vorquartal um 4,8 Prozent zurück, wie das Handelsministerium am Mittwoch mitteilte. Es war die größte Konjunkturdelle seit der globalen Finanzkrise 2008/2009. Bei den Daten handelt es sich um die erste Schätzung, der Wert könnte daher Ende Mai oder Ende Juni noch korrigiert werden. Im vierten Quartal 2019 war die US-Wirtschaft noch mit soliden 2,1 Prozent gewachsen.

Viele Bundesstaaten hatten ab Mitte März damit begonnen, die Wirtschaft belastende Ausgangsbeschränkungen zu verhängen. Seither haben in den USA mehr als 26 Millionen Menschen ihren Job verloren. Experten gehen davon aus, dass die Arbeitslosenquote inzwischen bei etwa 15 Prozent liegen dürfte. Die Regierung befürchtet für das zweite Quartal einen dramatischen Wirtschaftseinbruch - womöglich sogar ein Schrumpfen um bis zu 30 Prozent.

In den USA werden Wachstumszahlen für die Quartale stets auf das Jahr hochgerechnet. Sie geben damit an, wie sich die Wirtschaft entwickeln würde, wenn das Wachstumstempo ein Jahr lang anhielte. In Europa wird auf diese Methode verzichtet, weshalb die Zahlen nicht unmittelbar miteinander vergleichbar sind.

Einzelne US-Bundesstaaten beginnen bereits mit der Lockerung der Corona-Beschränkungen. US-Präsident Donald Trump hofft daher auf eine rasche Erholung der Wirtschaft im dritten und vierten Quartal. Die meisten Analysten erwarten jedoch für 2020 eine schwere Rezession - was Trump ausgerechnet im Wahljahr höchst ungelegen kommen dürfte. Bis Februar brummte die Wirtschaft noch, die Arbeitslosenquote etwa lag mit 3,5 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten.

US-Kongress und Regierung haben wegen der Pandemie bereits Konjunkturpakete in Höhe von rund 2,7 Billionen Dollar auf den Weg gebracht, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit und das Einbrechen der Konjunktur abzubremsen. Die Notenbank Fed hat zuletzt ihre Anleihenkäufe vervielfacht, sehr weitreichende Kreditprogramme aufgelegt und Auflagen für Geschäftsbanken gelockert.

Die Fed vergibt erstmals auch Kredite an Bundesstaaten, Kommunen und Unternehmen - abgesichert durch Mittel des Finanzministeriums. Die Notenbank hat auch erneut zugesagt, den Leitzins wegen der Corona-Krise bis auf Weiteres bei nahe Null zu belassen. «Wir werden sehr geduldig sein», sagte Powell.

Experten zufolge sind die seit Ende Februar in kürzester Folge angekündigten Krisenmaßnahmen der Fed bereits umfassender als jene nach der globalen Finanzkrise 2008/2009.

In den USA haben sich Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bislang rund eine Million Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Rund 60.000 Menschen sind gestorben. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Lungenerkrankung Covid-19 auslösen.

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dpa

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29. 04. 2020
21:42 Uhr

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