Lade Login-Box.
Topthemen: Südthüringen kocht 2020Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

US-Notenbank schaltet auf Abwarten

Gute Wirtschaftsdaten machen der US-Notenbank das Leben leichter. Bis auf Weiteres sind keine neuen Zinsschritte absehbar. Einzig der von Präsident Trump angezettelte Handelskrieg mit China bereitet den Zentralbankern weiter Sorge.



US-Notenbank FED
Das Gebäude der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve in Washington.   Foto: Matthew Cavanaugh/EPA/dpa

Angesichts solidem Wirtschaftswachstums und einer geringen Arbeitslosenquote wird die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins nach Ansicht von Experten unverändert belassen.

Nach drei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen seit Juli rechnen Analysten mehrheitlich damit, dass die Zentralbank am Mittwoch am Zinskorridor von 1,5 bis 1,75 Prozent festhalten wird. Die Entscheidung wird um 14.00 Uhr (20.00 Uhr MEZ) bekanntgegeben.

Die Angst vor einer Rezession in den USA scheint unterdessen erst mal gebannt. Noch im Sommer hatten Warnsignale auf dem Anleihenmarkt, schwächere Wirtschaftsdaten und die anhaltenden Spannungen wegen des Handelskriegs mit China Angst vor einem Abschwung genährt.

An der Handelsfront gibt es noch keine Entspannung zu vermelden, doch die US-Wirtschaft zeigt sich robust: Die Arbeitslosenquote lag zuletzt auf ihrem niedrigsten Stand seit 50 Jahren, die Wirtschaft wuchs im dritten Quartal auf das Jahr gerechnet um 2,1 Prozent.

Aus Sicht der Notenbank haben sich die drei Zinssenkungen um je 0,25 Prozentpunkte zur Stabilisierung des Aufschwungs daher bewährt: Fed-Chef Jerome Powell sagte Ende November, «Prognosen erwarten insgesamt anhaltendes Wachstum, einen starken Arbeitsmarkt und Inflation in der Nähe von zwei Prozent». Powell fügte hinzu: «Meiner Meinung nach ist das Glas mehr als halb voll.» Die US-Wirtschaft wächst seit Jahren - der bislang längste dokumentierte Aufschwung.

Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken über Nacht Geld leihen. Senkungen verbilligen Kredite, weswegen Firmen leichter investieren können und viele Bürger weniger für Schuldendienst ausgeben müssen - sie haben so mehr Einkommen zur Verfügung.

Powell erklärte, der Motor der US-Wirtschaft seien weiter die Ausgaben der Verbraucher, die rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachten. Dank des guten Arbeitsmarktes und steigender Löhne werde dies auch so bleiben. Sorgen machen der Notenbank hingegen anhaltend niedrige Investitionen und ein Schrumpfen des verarbeitenden Gewerbes. Unternehmer berichteten, dass die aus dem Handelskrieg mit China resultierende Unsicherheit Entscheidungen zu Investitionen ausbremse, sagte Powell weiter.

Die beiden größten Volkswirtschaften bemühen sich derzeit, ein erstes Teilabkommen abzuschließen, um den Konflikt zu entschärfen. Ob und wann das gelingen wird, lässt sich kaum voraussagen. Die nächste Eskalation ist schon programmiert: Am Sonntag sollen neue Strafzölle in Höhe von 15 Prozent auf Konsumgüter wie Laptops und Smartphones im Wert von rund 150 Milliarden US-Dollar in Kraft treten.

Sollte es eine Einigung oder Fortschritte geben, könnte Trump die Strafzölle verschieben oder aussetzen. Ein Durchbruch in der verbleibenden Zeit erschien wenig wahrscheinlich, es gab jedoch vermehrt Äußerungen, die auf einen Aufschub hindeuteten, um den Verhandlungen Zeit zu geben.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
09:17 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Arbeitslosenquote Donald Trump Federal Reserve Board Geschäftsbanken Handelskriege Inflation Leitzinsen Strafzölle Wirtschaft in den USA Wirtschaftswachstum Zentralbanken Zinssenkungen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
New Yorker Börse

30.10.2019

Konjunkturhilfe der US-Notenbank: Fed senkt Leitzins erneut

Die US-Notenbank will der US-Wirtschaft eine Wachstumsdelle ersparen. Die Fed senkt angesichts zunehmender Warnsignale erneut ihren Leitzins. Doch die Notenbanker signalisieren nun das Ende der Zinssenkungen. » mehr

Jerome Powell

11.12.2019

US-Notenbank sieht gute Wirtschaftslage

Angesichts guter Wirtschaftsdaten zeigt sich die US-Notenbank zuversichtlich. Der Leitzins wird wohl bis auf Weiteres stabil bleiben. Die Angst vor eine Rezession scheint gewichen. » mehr

Fed senkt Leitzins

19.09.2019

Konjunkturrisiko Trump: Leitzinssenkung soll es richten

Gut ein Jahr vor der Wahl in den USA stottert der Konjunkturmotor. Experten machen Trumps Handelskonflikte dafür verantwortlich. Der Präsident wiederum wirft der Notenbank Versagen vor. Es geht um den Leitzins - aber es ... » mehr

Fed-Chef Jerome Powell

27.10.2019

US-Notenbank Fed will Aufschwung erhalten

Die US-Notenbank will eine Rezession verhindern. Analysten erwarten daher eine weitere Zinssenkung. Ein Risiko für die Konjunktur sind aber die von Präsident Trump angezettelten Handelskonflikte. » mehr

DAX

22.01.2020

Konjunkturhoffnung und Billiggeld: Dax kurz auf Rekordhoch

Nach einem glänzenden Jahr 2019 geht es im neuen Jahr an der deutschen Börse zunächst schleppend voran. Dennoch bricht der Dax den bisherigen Rekord. Ganz überraschend ist das nicht. » mehr

US-Notenbank Fed

22.08.2019

US-Notenbank Fed trotzt Donald Trump

Die Handelskonflikte lasten auf der US-Wirtschaft. Doch die Notenbank hält sich alle Optionen offen. Weitere Zinssenkungen sind damit noch nicht greifbar. Das dürfte vor allem Präsident Trump ärgern. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Jubiläum Meininger Tageblatt Meiningen

Meininger Tageblatt Jubiläum | 24.01.2020 Meiningen
» 21 Bilder ansehen

WG: Brand Meiningen Meiningen

Brand Meiningen | 24.01.2020 Meiningen
» 13 Bilder ansehen

Auto überschlägt sich und landet auf Dach Suhl

Unfall Suhl | 23.01.2020 Suhl
» 6 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
11. 12. 2019
09:17 Uhr



^