Lade Login-Box.
Sommerausklang in Südthüringen zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

US-Abgeordnete kritisieren Flugaufsicht FAA scharf

Die Aufarbeitung zweier Abstürze von Boeing-Maschinen des Typs 737 Max, bei denen 346 Menschen ums Leben kamen, dauert an. Auch die US-Flugaufsicht FAA ist mit Vorwürfen konfrontiert und steht im Zentrum von Ermittlungen. Nun musste ihr Chef im Kongress aussagen.



Anhörung
Roger Wicker, Senator des Bundesstaats Mississippi und Vorsitzender des Ausschusses für Handel, Wissenschaft und Verkehr, spricht bei der Senatsanhörung.   Foto: Graeme Jennings/Pool Washington Examiner/AP/dpa

Der Leiter der US-Luftfahrtbehörde FAA, Steve Dickson, hat sich nach den verheerenden Abstürzen zweier Boeing-Jets heftige Vorwürfe von Kongressabgeordneten anhören müssen.

Die Behörde habe versucht, die Ermittlungen zur Aufarbeitung der Unglücke mit Absicht zu behindern, kritisierte der Spitzenpolitiker Roger Wicker von der republikanischen Partei bei einer Senatsanhörung am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. «Herr Dickson, ich mache Sie hierfür verantwortlich», sagte der Senator des Bundesstaats Mississippi und Vorsitzende des Ausschusses für Handel, Wissenschaft und Verkehr.

Behördenleiter Dickson räumte zwar Fehler ein, wies die Anschuldigungen einer Mauertaktik bei den Ermittlungen und einer «Kultur der Geheimhaltung» bei der FAA aber entschieden zurück. Sowohl Boeing als auch die Aufsicht stehen wegen der Unglücke, bei denen insgesamt 346 Menschen starben, stark in der Kritik. Boeing wird angelastet, die 737 Max im Wettbewerb mit Airbus überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der FAA wird vorgeworfen, sie habe bei der Zertifizierung die Augen zugedrückt und sich vom Hersteller an der Nase herumführen lassen.

Laut FAA-Chef Dickson, der das Amt erst im August 2019 - Monate nach den beiden Boeing-Abstürzen - übernahm, hat die Behörde ihre Aufsichtsprozesse angesichts der Kritik schon auf den Prüfstand gestellt. Die FAA habe bereits damit begonnen, ihre Mechanismen zu überarbeiten und begrüße dabei Vorschläge aus der Politik. Dickson betonte, dass es bei der Wiederzulassung des Unglücksfliegers 737 Max keine Fristen für seine Mitarbeiter gebe. Boeing will das Modell, für das kurz nach dem zweiten Absturz im März 2019 Startverbote verhängt wurden, gerne noch in diesem Sommer wieder in den Betrieb bringen.

Ob bei der Zertifizierung der 737 Max alles mit rechten Dingen zuging, ist Gegenstand verschiedener Ermittlungen. Es gibt den Verdacht, dass sich die FAA von Boeing hat täuschen lassen und wichtige Informationen bei der Zulassung unterschlagen wurden. Heikle Interna belasteten das Verhältnis des Unternehmens zu der Behörde zeitweise so stark, dass die Spannungen als ein Grund für den Rauswurf von Ex-Konzernchef Dennis Muilenburg im Dezember galten. Boeing musste sich für brisante Mitarbeiter-Chats rechtfertigen, in denen es unter anderem zur 737 Max hieß: «Dieses Flugzeug ist von Clowns entworfen, die wiederum von Affen beaufsichtigt werden.»

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 06. 2020
15:56 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Airbus GmbH Behördenleiter Boeing Flugsicherheitsbehörden und Flugaufsichtsbehörden Produktionsunternehmen und Zulieferer Roger Wicker Öffentliche Behörden
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Testflüge der 737 Max beginnen

29.06.2020

Heiße Testphase: Boeing kommt 737-Max-Wiederzulassung näher

Seit über einem Jahr sind Boeings Absturzflieger vom Typ 737 Max rund um den Globus mit Startverboten belegt. Jetzt beginnt beim Verfahren zur Wiederzulassung eine entscheidende Phase. Die Zuversicht, dass die Maschinen ... » mehr

Strafzölle auf Kekse und Waffeln

16.06.2020

Strafzölle auf Kekse und Waffeln - Jobverluste möglich

Im Handelsstreit mit der EU hatten die USA nach Industrieprodukten wie Stahl auch gesüßte Kekse und Waffelprodukte aus Deutschland mit Strafabgaben belegt. Die Branche befürchtet massive Auswirkungen. » mehr

Boeing 737 Max

23.12.2019

Boeing-Chef Muilenburg stürzt über 737-Max-Debakel

«Vertrauen wiederherstellen»: Der US-Luftfahrtriese Boeing stellt seine Führungsspitze im Zuge des Debakels um die Absturzflieger vom Typ 737 Max neu auf. Der angezählte Vorstandschef Dennis Muilenburg nimmt seinen Hut -... » mehr

Boeing 737 Max

13.12.2019

737-Max-Debakel: Kommt Boeing im neuen Jahr aus der Krise?

Abstürze, Flugverbote, Dauerkrise: Der Airbus-Rivale Boeing hat ein Katastrophenjahr hinter sich. Das Vertrauen in den US-Flugzeugbauer ist schwer erschüttert. Auch 2020 dürfte der Druck hoch bleiben. » mehr

Boeing

30.09.2020

Höhe der EU-Strafzölle im Boeing-Streit stehen fest

Seit mehr als 15 Jahren streiten die USA und die EU über Subventionen für die Konkurrenten Airbus und Boeing. WTO-Schlichter genehmigten den USA schon Strafzölle, jetzt ist die EU am Zuge - aber womöglich nicht im gewüns... » mehr

Lufthansa

07.04.2020

Lufthansa verkleinert Flotte und lässt Germanwings am Boden

Vor der Entscheidung über staatliche Beihilfen legt die Lufthansa die ersten Flugzeuge still. Der Teilbetrieb Germanwings soll gar nicht mehr abheben, was für die Beschäftigten nicht zwingend ein Nachteil sein muss. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

SEK schießt Mann in Lengfeld an Lengfeld

SEK-Einsatz Lengfeld | 29.09.2020 Lengfeld
» 16 Bilder ansehen

Gebäudebrand Hildburghausen Hildburghausen

Gebäudebrand Hildburghausen | 29.09.2020 Hildburghausen
» 14 Bilder ansehen

Oldtimerteilemarkt Suhl Suhl

Oldtimer-Teilemarkt Suhl | 27.09.2020 Suhl
» 44 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
18. 06. 2020
15:56 Uhr



^