Lade Login-Box.
Topthemen: Landtagswahl 2019Freies Wort hilftFolgen Sie uns auf InstagramSport-Tabellen

Wirtschaft

Trendwende ab Herbst soll Daimler aus roten Zahlen holen

Teure Probleme nicht nur mit dem Diesel verhageln dem neuen Daimler-Chef den Start. Ola Källenius gibt sich trotzdem optimistisch. Der Schwede hat einen Plan - aber den deutet er auch weiterhin nur an.



Ola Källenius
Vor zwei Monaten hat Ola Källenius das Amt des Daimler-Vorstandsvorsitzenden von Dieter Zetsche übernommen.   Foto: Christoph Soeder

Der neue Daimler-Chef Ola Källenius beginnt seine Zeit an der Spitze des Autobauers mit ungewohnt roten Zahlen.

Schwächelnde Märkte weltweit und Anlaufschwierigkeiten mit neuen Modellen setzen dem Stuttgarter Konzern derzeit ebenso zu wie diverse teure Langzeit-Probleme - nicht nur mit dem Diesel. Die Folge ist ein Milliardenverlust im zweiten Quartal, für das Daimler die Zahlen vorlegte.

Mit einer Trendwende in der zweiten Jahreshälfte soll das Ruder herumgerissen werden. «Wir wollen das Blatt wenden», sagte Källenius vor allem mit Blick auf das Kerngeschäft mit Autos der Marke Mercedes-Benz.

«Die Zahlen sind alles andere als zufriedenstellend», räumte Källenius ein. Für den Schweden ist es die erste Quartalsbilanz seit seinem Antritt vor zwei Monaten. Daimler verbucht für die Zeit von April bis Ende Juni einen auf die Aktionäre entfallenden Verlust von 1,3 Milliarden Euro. Vor dem sogenannten Abzug von Minderheiten sind es 1,2 Milliarden. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte unter dem Strich noch ein Gewinn von 1,7 Milliarden Euro gestanden.

Der Umsatz legte um fünf Prozent auf rund 42,7 Milliarden Euro zu, was im Wesentlichen aber am gut laufenden Geschäft mit Lastwagen und Bussen lag und nicht am Kerngeschäft mit Autos. Das fuhr analog zum Absatz auch hier ein leichtes Minus ein.

Dass Källenius' Start-Quartal alles andere als gut ausfallen würde, war bereits absehbar. Die Anfang des Jahres noch unter seinem Vorgänger Dieter Zetsche ausgegebenen Ziele hatte der neue Vorstandschef schon kassiert und gleich zweimal nach unten korrigiert. Nach einem deutlichen Einbruch schon im vergangenen Jahr soll es nun 2019 noch weiter nach unten gehen mit dem Gewinn. In den kommenden Monaten erwartet der Konzern nun aber eine «spürbare Verbesserung».

«Unsere Ergebnisse im zweiten Quartal wurden hauptsächlich durch Sondereinflüsse in Höhe von 4,2 Milliarden Euro beeinflusst», betonte Källenius. Was er meint, sind unter anderem Rückstellungen für Verfahren im Zusammenhang mit dem Dieselskandal. Daimler muss Hunderttausende Autos zurückrufen, weil darin eine aus Sicht der Behörden unzulässige Steuerung der Abgasreinigung steckt.

Erst vor einem Monat war ein weiterer Zwangsrückruf hinzugekommen, zudem untersuchen die Behörden immer noch weitere Modelle. Abgesehen von strafrechtlichen Ermittlungen gegen einzelne Mitarbeiter läuft auch noch ein sogenanntes Ordnungswidrigkeitenverfahren, das mit einer hohen Geldbuße enden könnte. Und dann ist auch immer noch offen, welche finanziellen Folgen die Manipulationsvorwürfe in den USA haben werden. Welche neuen Erkenntnisse Daimler nun veranlasst haben, noch deutlich mehr Geld zur Seite zu legen, wollten Källenius und sein Finanzchef Harald Wilhelm am Mittwoch aber nicht sagen.

Ein erweiterter Rückruf von Takata-Airbags schlägt mit einer weiteren zusätzlichen Milliarde in den Rückstellungen zu Buche. Zudem schreibt Daimler rund 500 Millionen Euro im Zuge einer «Priorisierung des Produktportfolios» im Van-Bereich ab. Ob sich dahinter, wie vielfach vermutet, das schnelle Ende der erst 2017 vorgestellten Pick-ups der X-Klasse verbirgt, wollte Källenius auch nicht sagen.

Källenius will nun alles noch mehr straffen, effizienter machen und womöglich auch Hand an die Modellpalette legen. Wo genau gespart werden soll, bleibt aber offen. Klar ist nur, dass es keinen aktiven Personalabbau geben soll. Der Konzern hatte eigentlich angekündigt, in der Pkw-Sparte bis 2021 zu einer Umsatzrendite von acht bis zehn Prozent zurückzukehren. Dass das langfristig das Ziel sei, bekräftigte Källenius am Mittwoch. Ob es bei 2021 bleibe, ließ er offen. Details soll es erst im Herbst geben - dann im Komplettpaket.

Die Hauptaufgabe bis dahin sei, das Problem mit der mangelnden Fahrzeugverfügbarkeit zu lösen, betonte der Vorstandschef. Daimler bekommt die neuen Modelle seiner bei den Kunden beliebten SUVs nicht schnell genug auf den Markt. Da gebe es aber schon positive Signale. Die zweite Jahreshälfte habe gerade erst begonnen. «Und wir sind fest entschlossen, sie zu nutzen», betonte Källenius.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 07. 2019
12:10 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Auto Autofirmen Daimler AG Daimler-Chefs Diesel Dieter Zetsche Kunden Lastkraftwagen Mercedes-Benz Ola Källenius Umsatz Umsatzrendite Unternehmensverluste Vorstandsvorsitzende Wilhelm
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Daimler

12.07.2019

Diesel und andere Sorgen: Daimler dämpft Erwartungen weiter

Teure Probleme nicht nur mit dem Diesel verhageln dem neuen Daimler-Chef Källenius weiter den Start. Nach der Gewinnwarnung vom Juni hat der Autobauer jetzt ein weiteres Mal genau nachgerechnet. Das Ergebnis ist nicht gu... » mehr

Daimler-Zentrale

26.04.2019

Schwacher Start ins Jahr stellt Daimler vor große Aufgaben

Der Autobauer Daimler steht vor tiefgreifenden und vor allem auch teuren Veränderungen. Das Kerngeschäft läuft gerade aber alles andere als rund. Das hinterlässt Spuren. » mehr

Automarkt in den USA

12.06.2019

Krise in der Autoindustrie verschärft sich

Weltweit stehen der Branche große Umwälzungen bevor: China pusht Elektroantriebe, in der EU kommen strenge Vorgaben für das Treibhausgas CO2 - und in den USA lauern die Tech-Konzerne darauf, das Autofahren mit Robotaxis ... » mehr

Ola Källenius

10.09.2019

Daimler will Zulieferer zu Klimaneutralität bewegen

Der Autobauer Daimler will seine Zulieferer zu einer klimaneutralen Produktion bewegen. «Das wird zu einem Vergabe-Kriterium», sagte Daimler-Chef Ola Källenius auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt. » mehr

Daimler Hauptversammlung

22.05.2019

Daimler stellt Weichen für die Zukunft

Ein kleines bisschen Wehmut und dann viele trockene Details. Beim Autobauer Daimler endet mit dem Abschied von Dieter Zetsche eine Ära. Und Nachfolger Ola Källenius steht gleich vor einem Megaprojekt. » mehr

Oliver Zipse

19.07.2019

Neuer BMW-Chef für klare Ansagen in stürmischen Zeiten

Ist BMW Nachzügler bei der E-Mobilität - oder Vorreiter? Die Wahrheit könnte in der Mitte liegen. Und so sind auch die Erwartungen an den neuen Konzernchef in München ganz verschieden: Neue Tonart - oder neuer Kurs? » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Eröffnung der Sonderausstellung „Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche Entjudungsinstitut 1939-1945“

Eröffnung Sonderausstellung |
» 12 Bilder ansehen

Brand Hütte Suhl Suhl-Heinrichs

Brand Suhl-Heinrichs | 17.09.2019 Suhl-Heinrichs
» 16 Bilder ansehen

Unfall A71 bei Meiningen A 71

Unfall A71 bei Meiningen | 16.09.2019 A 71
» 5 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
24. 07. 2019
12:10 Uhr



^