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Wirtschaft

Traton nach gutem Vorjahr ohne Prognose für 2020

Die Corona-Krise lässt Geschäftsprognosen schon bei Veröffentlichung zur Makulatur werden. Dabei war schon vorher klar, dass auf den zur VW-Tochter Traton gehörenden Lkw-Bauer MAN harte Zeiten zukommen.



MAN Truck & Bus
Mitarbeiter von MAN Truck & Bus arbeiten an einer Produktionsstraße in München. Die Traton-Tochter hat seine Werke in Europa geschlossen.   Foto: Sven Hoppe/dpa

Die VW-Lastwagentochter Traton hat ihren Geschäftsbericht veröffentlicht, die Prognosen für das laufende Jahr darin aber sofort widerrufen.

Wegen der Corona-Krise sei eine gesicherte Abschätzung über die Geschäftsentwicklung 2020 derzeit unmöglich, erklärte Finanzvorstand Christian Schulz schriftlich. Die als Webcast geplante Bilanz-Pressekonferenz wurde abgesagt.

Die zu Traton gehörenden Lkw-Hersteller MAN und Scania haben ihre Werke in Europa wegen der Seuche bereits geschlossen. Kommenden Montag stellen auch die Beschäftigten von VW Caminhoes e Onibus in Brasilien die Arbeit ein.

Dank Scania steigerte Traton Absatz und Gewinn im vergangenen Jahr, aber MAN hat sich fast schon zum Sorgenkind entwickelt. «Fakt ist: Die Profitabilität liegt noch weit unter den langfristigen Zielen», erklärte Traton-Vorstandschef Andreas Renschler im Geschäftsbericht. MAN verhandelt mit dem Betriebsrat über einen massiven Stellenabbau.

Traton hat im vergangenen Jahr insgesamt 227.000 Lastwagen und Busse ausgeliefert. Der Umsatz legte um 4 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro zu. Der Gewinn vor Steuern stieg um 25 Prozent auf 1,97 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 1,4 Milliarden Euro, die an den VW-Konzern überwiesen werden.

Drei Viertel des Gewinns erwirtschaftete der schwedische Lkw-Bauer Scania. Er hat seine neue Lkw-Generation inzwischen auf allen Märkten eingeführt und die Produktion der Vorgängermodelle eingestellt. Auch das vergleichsweise kleine Geschäft von VW Caminhoes e Onibus kam wieder besser auf Touren.

MAN Truck & Bus hat dagegen nur noch 90.000 Lastwagen verkauft und musste zugleich viel in den Anlauf seiner neuen Lkw-Generation investieren. Das Betriebsergebnis sank um 8 Prozent auf 371 Millionen Euro. Die Rendite betrug 3,3 Prozent vom Umsatz, gegenüber 10,8 Prozent bei Scania und 6,1 Prozent beim großen Konkurrenten Daimler Trucks. Renschler schrieb an die Aktionäre: «MAN arbeitet daher mit Hochdruck an nachhaltigen Verbesserungen, um die Ertragskraft zu steigern.»

Anders als Daimler macht Traton zwei Drittel seines Geschäfts in Europa, und hier war der Markt schon seit Mitte vergangenen Jahres abgekühlt. Deshalb hatte Traton schon vor der Corona-Krise mit einem Gewinneinbruch 2020 gerechnet. Die Lkw-Hersteller sind wegen der CO2-Vorgaben der EU und drohender Strafzahlungen ohnehin unter Druck.

Traton ist im Gegensatz zu Daimler auf dem großen Lkw-Markt USA kaum vertreten, sieht man von der 17-Prozent-Beteiligung am Lastwagenbauer Navistar ab. Ende Januar hat das Unternehmen aber angekündigt, es wolle sämtliche Navistar-Anteile für 35 Dollar je Aktie übernehmen. Inzwischen hat sich der Navistar-Kurs halbiert. Es gebe noch keine Übernahmevereinbarung, den Aktionären liege noch kein Angebot vor, erklärte ein Traton-Sprecher in München.

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dpa

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Veröffentlicht am:
23. 03. 2020
14:53 Uhr

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23. 03. 2020
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