Lade Login-Box.
Fotowettbewerb 2020 zum Digital-Abo
Topthemen: Freies Wort hilftCoronavirus in ThüringenFolgen Sie uns auf Instagram

Wirtschaft

Thyssenkrupp Stahl: Betriebsrat nimmt Kündigungen nicht hin

Thyssenkrupp hat die Stahlfusion mit dem Konkurrenten Tata abgesagt. Weitreichende Jobgarantien treten damit nicht in Kraft. IG Metall und Betriebsräte wollen das nicht hinnehmen. Einen ersten Erfolg haben sie erreicht.



Thyssenkrupp
Coils, Bandstahlrollen, werden bei Tyssenkrupp auf dem Schienenweg weitertransportiert. Thyssenkrupp schreibt auch nach der Absage bei der Fusion mit Tata weiter rote Zahlen.   Foto: Roland Weihrauch

Atempause für die Stahlarbeiter von Thyssenkrupp: Nach dem Aus für die Stahlfusion mit dem indischen Konkurrenten Tata sind für sie zumindest bis zum Jahresende betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Auch Standortschließungen soll es nach Angaben der IG Metall bis dahin nicht geben.

Das habe die Gewerkschaft mit dem Konzernvorstand von Thyssenkrupp in einem Tarifvertrag vereinbart, sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende von Thyssenkrupp Steel Europe, Tekin Nasikkol, in Duisburg. In dieser Zeit müsse der Vorstand ein Zukunftskonzept für die Stahlsparte nach dem Aus der Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata vorlegen.

«Betriebsbedingte Kündigungen hat es noch nie gegeben und wird es auch in Zukunft nicht geben», betonte Nasikkol. «Wir wissen, wie wir uns verteidigen.» Thyssenkrupp-Stahlchef Andreas Goss habe vor Betriebsräten einen schmerzhaften Weg für das Unternehmen angekündigt. Wer so etwas vorhabe, müsse sich auf «lange und harte Auseinandersetzungen» einstellen, sagte Nasikkol. Thyssenkrupp hat im Stahlbereich rund 27 000 Mitarbeiter. Größter Standort ist das Werk in Duisburg.

Thyssenkrupp hatte am vergangenen Freitag nach Gegenwind aus der EU-Kommission die Stahlfusion mit Tata gestoppt. Vorstandschef Guido Kerkhoff will nun den Konzern radikal umbauen und dabei 6000 Stellen streichen, davon 4000 in Deutschland. In einer Rahmenvereinbarung hatte das Unternehmen der Gewerkschaft bereits am Wochenende zugesichert, dass es dabei im Gesamtkonzern möglichst keine betriebsbedingten Kündigungen geben solle.

Kündigungen und Standortschließungen werde es mit den Arbeitnehmervertretern auch nach dem Jahresende nicht geben, betonte der nordrhein-westfälische Bezirksleiter der IG Metall, Knut Giesler. «Das ist für uns eine unumstößliche rote Linie.» Mit der Absage der Stahlfusion tritt auch ein Tarifvertrag nicht in Kraft, in dem Beschäftigungsgarantieen bis zum Jahr 2026 vereinbart worden waren.

Thyssenkrupp ist im laufenden Geschäftsjahr in die roten Zahlen geraten. Im zweiten Quartal belief sich der Nettoverlust auf 99 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 240 Millionen Euro im Vorjahr. Dazu trug auch eine Rückstellung von etwas mehr als 100 Millionen Euro für eine erwartete Kartellstrafe beim Stahl bei. Auch für das gesamte Geschäftsjahr rechnet Thyssenkrupp mit einem Verlust.

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
16:52 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Betriebsräte Eisen- und Stahlbranche Europäische Kommission Gewerkschaften IG Metall Konzernführung Metalle Stahl Stahlarbeiter Standorte Standortschließungen Tata-Gruppe Unternehmen
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Thyssenkrupp-Stahlarbeiter demonstrieren in Düsseldorf

16.10.2020

Britischer Konzern will Stahlsparte von Thyssenkrupp kaufen

Thyssenkrupps Firmengeschichte reicht 130 Jahre zurück. Doch die goldenen Jahre der Essener «Stahlbarone» sind lange vorbei. Jetzt steht der Konzern am Scheideweg: Ausverkauf oder Staatseinstieg. Das treibt die Stahlarbe... » mehr

Jürgen Kerner

06.10.2020

IG Metall will Einstieg des Staats bei Thyssenkrupp

Als «systemrelevant» hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet den deutschen Stahl bezeichnet. Die IG Metall nimmt ihn beim Wort und fordert einen Einstieg des Staats bei der kriselnden Stahltochter von Thyssenkrupp. Für L... » mehr

Stahlarbeiter in Duisburg

21.09.2020

EU will Stahlarbeiter nicht im Stich lassen

Weltweite Überkapazitäten, die Folgen der Corona-Pandemie und ein teurer Umbruch: Die Stahlindustrie steht vor einer gewaltigen Aufgabe. Die EU will helfen. Die Debatte über geeignete Instrumente aber läuft - ebenso wie ... » mehr

Thyssenkrupp

25.03.2020

Thyssenkrupp streicht im Stahlgeschäft 3000 Stellen

Bei dem Industriekonzern steht der Rahmen für die Sanierung des Stahlbereichs. Insgesamt 3000 Stellen werden in den nächsten sechs Jahren gestrichen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. » mehr

Siemens Energy will Standorte abbauen

28.08.2020

Siemens Energy will Zahl der Standorte reduzieren

Noch ist Siemens Energy nicht vom Mutterkonzern abgespalten, und schon gibt es Uneinigkeiten um mögliche Standortschließungen. Das Unternehmen will dadurch Kosten sparen. Die IG Metall ist vor den Kopf gestoßen. » mehr

Thyssenkrupp

19.05.2020

Schrumpfkur bei Thyssenkrupp: Auch beim Stahl keine Tabus

Bei Thyssenkrupp bleibt kein Stein auf dem anderen. Die neue Konzernchefin baut den angeschlagenen Konzern radikal um. Selbst beim traditionsreichen Stahl gibt es keine Tabus. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Keramikmarkt Römhild

Keramikmarkt Römhild |
» 45 Bilder ansehen

201025_Unfall_Viernau_1.jpg

Unfall Viernau |
» 8 Bilder ansehen

Güllelaster Rudolstadt

Umgekippter Güllelaster Rudolstadt |
» 2 Bilder ansehen

Autor
dpa

dpa

Kontakt zum Autor

Autor zu »Meine Themen« hinzufügen

Veröffentlicht am:
14. 05. 2019
16:52 Uhr



^